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Wolf im Schafspelz geklaut
Autor/Redaktion: Uschi Kettenmann · 29. Juli 2011
Es ist zwar schon über ein Jahr her, doch der Diebstahl schmerzt noch immer. 17 Jahre hatte sein Besitzer seinen Golf 1 GTI aus dem allerletzten Baujahr 1984, ihn gehegt und gepflegt, gerne gefahren und viel Arbeit reingesteckt. Dann wurde der silberne Youngtimer Anfang Mai 2010 in Baden-Baden aus der Sammelgarage, wo er auf die Überarbeitung der Karosserie wartete, gestohlen.
Golf 1 GTIGolf 1 GTI
Vor über einem Jahr wurde dieser Golf 1 GTI in Baden-Baden geklaut.
Der Besitzer vermutet, dass die Täter die Örtlichkeiten ausspioniert haben und wussten, dass sie bei der niedrigen Einfahrtshöhe von nur circa zwei Metern nicht mit einem Abschlepper in die Garage einfahren konnten. Zündkerzen und Batterie hatte Pieper ausgebaut – also haben die Diebe wohl eine Batterie mitgebracht. Die Lenkradkralle war für sie ebenfalls kein Problem. Eine Anzeige bei der Polizei brachte bis heute kein Ergebnis.
Golf 1 GTI
Unter der Haube des Golf verbarg sich die Technik eines Scirocco GTX 16V.
Der ursprünglich in die Schweiz ausgelieferte, diamantsilber-metallic-farbene GTI mit den schwarz-grau gestreiften Sitzen sah optisch aus wie ein Golf GTD, unter der Haube aber hatte er es in sich - nämlich einen 139 PS starken 1,8-Liter-Scirocco-Motor. Vor acht Jahren war der Eigentümer günstig an einen GTX 16V mit Servolenkung und Klimaanlage gekommen, dessen Technik er komplett in den Golf einbaute.  „Das war ein ziemlich großer Aufwand“, erzählt er, „vor allem bei der Klimaanlage.“ Für den Umbau benutzte der heute 43jährige ausschließlich Original-Teile von VW. Darunter auch das seltene Lederlenkrad, welches nur bei ganz wenigen Modellen wie dem Pirelli-GTI eingebaut war. Und noch viele weitere Details kann er aufzählen: 16V-Bremsanlage mit Scheibenbremsen hinten, Eibach-Stabilisatoren, spezielle angepasste Auspuffanlage...
Golf 1 GTI
Zum Arbeiten hatte Pieper einen alten Fahrersitz eingebaut – kurz vor dem Diebstahl kam der originale schwarz-grau gestreifte Sitz wieder in den Wagen.
Als krönender Abschluss sollte nun die Karosserie auf Vordermann gebracht werden. Neulackierung des kompletten Fahrzeugs und Austausch von Kotflügeln und Motorhaube standen auf dem Plan. Dazu kam es aber nicht mehr – die Diebe waren schneller. Weiterer Wermutstropfen: Der Wagen war nicht ruheversichert.

Dennoch – auch nach einem Jahr hat der Bestohlene die Hoffnung, dass Hinweise aus der Szene auf seinen Wagen (Fahrgestell-Nummer WVWZZZ17ZEW01659, Motor-Nummer PL071983) oder auf einzelne Teile kommen. Der Badener will mit seiner Geschichte auch warnen: Dass der Gedanke „Ach, mir passiert das schon nicht“ ziemlich leichtsinnig ist. Dass eingemottete Fahrzeuge besser geschützt werden und ein Ausspionieren schwerer gemacht wird. Und dass ein eventueller Verlust auch finanziell abgesichert wird. Seine beiden anderen Youngtimer hat er nach dieser schmerzlichen Erfahrung inzwischen wertgerecht versichert.
Kategorie(n):
Youngtimer
© Fotoquelle / Bildrechte: Tobias Pieper
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