| Glänzender Chrom, zarte Pastellfarben und Weißwandreifen - „Ein Wagen, wie Sie ihn sich wünschen“: Opel Rekord P2 als zweitürige Limousine. |

Variantenreiche Sachlichkeit: 50 Jahre Opel Rekord P2
Autor/Redaktion: Uschi Kettenmann · 03. September 2010
Ein Auto, vier Typen. Vor 50 Jahren stellte Opel den Rekord P2 vor – und das in mehreren Versionen. Neben der zwei- und viertürigen Limousine gab es auch eine Caravan- und Lieferwagen-Variante sowie ab 1961 erstmals eine Coupé-Version im Programm. Kein anderes Modell der Mittelklasse präsentierte sich damals so vielefältig. Mit der optionalen „Luxus“-Ausstattung für die Limousine sowie dem Coupé mit 60 PS starkem 1,7 Liter-S-Motor erschloss Opel neue Käufergruppen, die in diesem Fahrzeug-Segment Wert auf Komfort und Sportlichkeit legen.
200 Vertreter von Tages- und Fachzeitungen, von Rundfunk, Fernsehen und Wochenschauen erlebten im August 1960 in der Rüsselsheimer Stadthalle die Premiere des neuen Opel Rekord P2. Im Vergleich zum populären, von 1957 bis Mitte 1960 gebauten Vorgänger Olympia Rekord P1 – das P stand für das wichtigste Stilmerkmal der Baureihe, die Panoramascheibe – zeigte sich der Neue in modischer Trapezform und zugleich sachlicher in der Linienführung. „An die Stelle der leicht gewölbten und geschwungenen Form und Linie ist die markante Betonung der Horizontalen getreten“, hieß es in der Presse-Mitteilung. „Bei der Konstruktion der neuen Modelle ging das Rüsselsheimer Werk vom Innenraum aus. Dessen Abmessungen wurden festgelegt, bevor die Karosserie geformt wurde.“ Bei nahezu identischen Abmessungen war der Platz im Innen- und Gepäckraum gewachsen. Passive Sicherheitselemente wie ein Lenkrad mit versenkter Nabe sowie eine gepolsterte Armaturenbrett-Oberkante gehörten erstmals zu den zentralen Punkten im Lastenheft der Entwickler.
| Rekord Caravan und Schnell-Lieferwagen: Gut ein Viertel der P2-Produktion entfielen auf den Kombinationswagen. |
„Der neue Rekord – Ein Wagen wie Sie ihn sich wünschen“, verspracht die Werbung. Neben der zwei- und viertürigen P2-Limousine stand erneut eine variable Caravan-Version mit umlegbarer Rückbank zur Verfügung. Als einer der ersten deutschen Hersteller hatte Opel 1953 beim Typ Olympia Rekord diese Modell-Variante eingeführt. Der P2 Schnell-Lieferwagen, gedacht für Gewerbetreibende, basierte auf dem Caravan und hatte einen geschlossenen Aufbau anstelle der hinteren Seitenfenster.
Ab Werk besaß der Rekord P2 ein am Lenkrad geschaltetes Dreiganggetriebe, das ab Frühjahr 1962 erhältliche Vierganggetriebe sowie die halbautomatische Kraftübertragung „Olymat“ zählten zu den Sonderausstattungen. Standardmotorisierung war der Vierzylinder-“Kurzhub“-Motor mit 1,5 Litern Hubraum und 50 PS. Die stärkere 1,7 Liter-Variante mit 55 PS kostete 75 DM Aufpreis.
Ab Werk besaß der Rekord P2 ein am Lenkrad geschaltetes Dreiganggetriebe, das ab Frühjahr 1962 erhältliche Vierganggetriebe sowie die halbautomatische Kraftübertragung „Olymat“ zählten zu den Sonderausstattungen. Standardmotorisierung war der Vierzylinder-“Kurzhub“-Motor mit 1,5 Litern Hubraum und 50 PS. Die stärkere 1,7 Liter-Variante mit 55 PS kostete 75 DM Aufpreis.
| Rasender Kofferraum: Mit dem Rekord Coupé begründet Opel ab 1961 eine neue serienmäßige Wagengattung. |
Zur IAA des Jahres 1961 überraschten die Rüsselsheimer mit einer neuen Modell-Variante: erstmals in der Geschichte des Opel Rekord ergänzte eine vom Werk angebotene Coupé-Version die Baureihe. „Rekord Coupé – Ein liebenswerter Wagen“, warb Opel für die ebenso elegante wie sportliche P2-Ausführung. Das zweitürige Coupé besaß eine eigenständige Linienführung und verfügte serienmäßig über eine besonders luxuriöse Ausstattung mit Frischluftheizung, Einzelsitzen, Veloursteppichen, Lichthupe, Rückfahrleuchten und Zweitonhorn. Der 60 PS starke 1,7 Liter-S-Motor, beschleunigte das Coupé auf 140 km/h – und inspirierte in Kombination mit dem langen Heck den Volksmund zum Kosenamen „Rasender Kofferraum“. 33.816 Kunden entschieden sich für das Coupé, das zur Initialzündung einer neuen Fahrzeuggattung bei Opel werden sollte: künftig waren Coupé-Ausführungen sowohl bei Kadett und später bei Rekord und Commodore fester Bestandteil der Angebots-Palette.
Bisher hatte Autenrieth die Rekord- Coupés gebaut – die Entscheidung von Opel, das neue Coupé selbst zu bauen, war ein empfindlicher Schlag für den Darmstädter Karosseriebauer, von dem er sich nicht wieder richtig erholen sollte. Zwar baute Autenrieth auch Cabrios vom P2, doch entstanden insgesamt nur 20 Exemplare. 1964 kam das Aus für Autenrieth.
Bisher hatte Autenrieth die Rekord- Coupés gebaut – die Entscheidung von Opel, das neue Coupé selbst zu bauen, war ein empfindlicher Schlag für den Darmstädter Karosseriebauer, von dem er sich nicht wieder richtig erholen sollte. Zwar baute Autenrieth auch Cabrios vom P2, doch entstanden insgesamt nur 20 Exemplare. 1964 kam das Aus für Autenrieth.
| Extraklasse in Luxus und Leistung: Die ab 1962 verfügbare Rekord „L“ Limousine war das Topmodell der Rekord P2-Baureihe. |
Im Juni 1962 folgte das Spitzenmodell der P2-Baureihe: die Rekord L Limousine. „Extraklasse in Luxus und Leistung“ hieß es dazu in der Werbung. Bisher gab es eine luxuriöse L-Ausstattung beim repräsentativen Opel Kapitän, dem zu dieser Zeit meistverkauften Sechszylinderwagen in Deutschland. Zum Serienumfang gehörten u.a. der aus dem Coupé bekannte 1,7 Liter-S-Motor mit 60 PS, das optionale Vierganggetriebe, Heizung, Einzelsitze mit Liegesitzbeschlägen, Radzierringe, eine verchromte Auspuffblende und vieles mehr. Der Preis für den Luxus betrug 7.935 DM, eine viertürige P2-Limousine in Standard-Ausführung stand mit 6.960 DM in der Preisliste.
Mit dem Rekord P2 stürmte Opel in der Gunst des Publikums an die Spitze: in der Mittelklasse avancierte er zum meistverkauften Auto, in der bundesdeutschen Zulassungsstatistik rangierte zeitweise auf dem zweiten Platz. In den Jahren 1960 bis 1963 werden 786.411 Einheiten des Rekord P2 gebaut - bis zur Ablösung der durch den neuen Opel Rekord A.
Mit dem Rekord P2 stürmte Opel in der Gunst des Publikums an die Spitze: in der Mittelklasse avancierte er zum meistverkauften Auto, in der bundesdeutschen Zulassungsstatistik rangierte zeitweise auf dem zweiten Platz. In den Jahren 1960 bis 1963 werden 786.411 Einheiten des Rekord P2 gebaut - bis zur Ablösung der durch den neuen Opel Rekord A.
© Fotoquelle / Bildrechte: Opel

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