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Tod im Dandy-Auto: Bonnie und Clyde
Autor: Uschi Kettenmann · 20. Mai 2009
Bonnie Parker und Clyde Barrow
Bonnie und Clyde posieren vor einem geklauten Ford.
Sie reisten zwischen 1932 und 1934 durch den Südwesten der Vereinigten Staaten, raubten Banken aus und verbreiteten Angst und Schrecken: Bonnie Parker und Clyde Barrow. Vor 75 Jahren starben Bonnie und Clyde in ihrem geklauten Ford V-8 – durchsiebt von einem Kugelhagel der Polizei.

Mindestens dreizehn Morde, etwa ein Dutzend Bankraube und ungezählte Überfälle auf Läden und Tankstellen gehen auf das Konto ihrer Bande. Und fast immer flüchteten sie in einem Ford, Barrows Lieblingsmarke.
Ford Werbung V8
Der V8 war damals eines der schnellsten Autos in USA.
Für die beiden bildeten die – natürlich gestohlenen – Wagen eine wichtige Geschäftsgrundlage.

„Ich habe ausschließlich Ford gefahren, wenn ich einen erwischen konnte. Seine Höchstgeschwindigkeit und die Chance davonzukommen, lässt jedes andere Auto alt aussehen,“ schrieb Barrow sechs Wochen vor seinem Tod, am 10.April 1934, angeblich an Henry Ford, und weiter: „Auch wenn mein Job nicht ganz legal war, schadet es sicher nicht, Ihnen zu sagen, was für ein Klasseauto Sie haben mit dem V8.“ Ob der Brief tatsächlich von Clyde stammte, ist bis heute zweifelhaft – Ford jedenfalls nutzte ihn nach dem spektakulären Ende des Gangsterpärchens in seiner Werbung.
1930 hatten sich die 19jährige Bonnie Parker und der 21jährige Clyde Barrow in der Nähe von Dallas kennengelernt. Nach dem Verbüßen einer Haftstrafe von Barrow starteten die beiden 1932 ihre kriminelle Karriere. Im Mai 1933 wurde Haftbefehl gegen sie erlassen. Nun schaltete sich auch das FBI in die Jagd auf das Gangsterpärchen ein. Doch immer wieder konnten sie entkommen – und ermordeten insgesamt neun Polizisten.
Bonnie Parker Ford V8
Die zierliche Bonnie vor einem Ford V8 - Clydes Lieblingsauto.
Auf der Suche nach einem neuen Fluchtauto stahlen Bonnie und Clyde am 29. April 1934 in in Topeka, Kansas, einen Ford V8. Erst im März hatte der Kaufmann Jesse Warren den Wagen für 785 Dollar gekauft; er hatte noch keine 1.000 Meilen auf dem Tacho.
Clyde Barrow Ford V8
Barrow hatte immer ein großes Arsenal von Waffen im Auto.
In nur 23 Tagen fuhren die Diebe damit über 7.000 Meilen, ehe sie in Louisiana in einen Hinterhalt der Texas Rangers gerieten und dabei zusammen von 77 Kugeln getroffen wurden. Die öffentliche Zurschaustellung der Leichen lockte 10.000 Schaulustige an – was den weltweiten Ruhm der beiden nur förderte. Sieben Mal wurde der Stoff bereits verfilmt, unter anderem mit Warren Beatty und Faye Dunaway; die nächste Filmfassung ist für 2010 bereits in Planung.
Bonnie und Clyde Ford V8
Der von Kugel durchsiebte V8 - das Foto wurde von FBI-Beamten noch am Tatort aufgenommen.
Der V8 sprang übrigens, nachdem die Leichen entfernt wurden, mit einem Druck auf den Anlasser wieder an. Das von über 100 Polizeigeschossen perforierte Auto war jahrelang die Attraktion auf Jahrmärkten.

1973 wurde der Ford bei einer Auktion für 175.000 Dollar versteigert. Heute ist der zerschossene Wagen wieder im Casino Primm Valley Resort in Nevada zu besichtigen – hinter Plexiglas.
Hier ein Film, der noch am Tatort gedreht wurde - allerdings nur für Hartgesottene:
© Fotoquelle / Bildrechte: FBI, Wikimedia, Old Car and Truck Ads/Ford
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