| Im August Horch Museum zu sehen: Horch 830 BL Sanitätskraftwagen von 1937. |

Rarität: Horch Krankenwagen
Autor/Redaktion: Uschi Kettenmann · 18. Oktober 2010
Eine besondere Leihgabe bereichert das August Horch Museum in Zwickau bis März 2011: ein äußerst seltener Horch 830 BL Sanitätskraftwagen von 1937.
Horch – bei diesem Namen denkt man unweigerlich an majestätische Limousinen, elegante Kabrioletts und rassige Sportwagen. Liefer- oder gar Lastkraftwagen kommen einem da weniger in den Sinn. Zumal die Zahl der überlieferten Fahrzeuge an einer Hand abzuzählen ist. Doch auch und gerade Nutzfahrzeuge waren eine wichtige Domäne des Zwickauer Automobilherstellers. Bereits 1909 lieferte man erste Fahrzeuge aus, die weniger repräsentativ, dafür aber praktisch und eben nutzbringend waren. Übrigens sind es Krankenwagen gewesen, mit denen Horch in die Sparte einstieg. Sie brachte dem Werk durch ein über Motorleistung und Aufbauvarianten breit gefächertes Programm nicht nur einen profitablen Geschäftszweig, sondern zugleich weitere Anerkennung durch Zuverlässigkeit, Leistung und komfortablen Transport. Anfangs wurden Personenwagen-Baugruppen verwendet, entsprechend dem Bedarf und den Anforderungen angepasst. Dies änderte sich mit dem Bau von wesentlich mehr Nutzlast tragenden Lastkraftwagenchassis. Noch vor dem Ersten Weltkrieg konnten ganze Lastzüge angeboten werden, die 10 Tonnen Zuladung mühelos beförderten. Der Krieg ließ dann auch die Nutzfahrzeugfertigung durch Heereslieferungen bis an die Kapazitätsgrenzen anwachsen – mit seinem Ende lief sie stückweise bis 1923 aus. Wenn auch zukünftig die Produktion von Liefer- und Krankenwagen nie ganz aufhörte, spielten sie doch eine untergeordnete Rolle.
| Einsatz eines Horch 830 BL Sanitätskraftwagens in den 1930er Jahren bei einer Feuerwehr. |
Mit dem Zusammenschluß von Audi, DKW, Horch und Wanderer zur Auto Union AG änderte sich an dieser Einstellung recht wenig, auch wenn man den Bau von Nutz- und Sonderfahrzeugen nicht vernachlässigte. Dies zeigte sich schon daran, daß der aufstrebende sächsische Konzern die angebotenen Autos auf DKW-, Wanderer- und Horch-Grundlage beispielsweise zur Berliner Automobilausstellung in der Lastwagenhalle präsentierte. Zunächst zog man allerdings den Umbau von Gebrauchtfahrzeugen vor. Dabei stand das häufig vorhandene Modell 350 im Mittelpunkt. Generalüberholt trat es „fabrikneuwertig“ fast ausschließlich als Krankenwagen den Weg zum Kunden an. Mit dem Grundsatz „Für den Kranken ist das beste gerade gut genug!“ setzte die Verkaufsabteilung dann ab 1935 wieder ganz auf Neuwagen. Als Chassis fand der durch anerkannte Zuverlässigkeit, Straßenlage, Federung und Laufruhe perfekt geeignete Horch 830 BL mit dem V-8-Motor Verwendung. Die Wagen mit moderner Innenausstattung – und ohne Blaulicht – schätzten unter anderen die Universitätsklinik Jena, die AEG Hennigsdorf, das Krupp-Grusonwerk Magdeburg oder die Ruhrstahl AG. Dennoch blieb die Auslieferung bis 1938 mit etwa 30 Fahrzeugen jährlich mehr als bescheiden.
Eines dieser raren Stücke ist nun im August Horch Museum zu sehen. Das Fahrgestell des Krankenwagens wurde1937 in den Werkhallen des Luxusherstellers in Zwickau montiert, der Aufbau stammt von der Fahrzeugbau Schumann GmbH in Werdau. Das komplett restaurierte Fahrzeug aus Privatbesitz hat dabei übrigens seinen Weg aus Norddeutschland an die einstige Geburtsstätte aus eigener Kraft zurückgelegt.
Bis Anfang Dezember läuft außerdem die Sonderausstellung „Ein Wanderer und kein Anderer!“ – ebenfalls mit seltenen Exponaten wie einem Hochrad aus dem Jahr 1886, eine Fräsmaschine von 1900, der ältesten Continental Schreibmaschine (1904), dem legendären Wanderer „Puppchen“ und Wanderer-Motorrädern.
Eines dieser raren Stücke ist nun im August Horch Museum zu sehen. Das Fahrgestell des Krankenwagens wurde1937 in den Werkhallen des Luxusherstellers in Zwickau montiert, der Aufbau stammt von der Fahrzeugbau Schumann GmbH in Werdau. Das komplett restaurierte Fahrzeug aus Privatbesitz hat dabei übrigens seinen Weg aus Norddeutschland an die einstige Geburtsstätte aus eigener Kraft zurückgelegt.
Bis Anfang Dezember läuft außerdem die Sonderausstellung „Ein Wanderer und kein Anderer!“ – ebenfalls mit seltenen Exponaten wie einem Hochrad aus dem Jahr 1886, eine Fräsmaschine von 1900, der ältesten Continental Schreibmaschine (1904), dem legendären Wanderer „Puppchen“ und Wanderer-Motorrädern.
© Fotoquelle / Bildrechte: August Horch Museum
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