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Raketen-Feuerwerk, englische Mutti und andere Raritäten auf Schloss Dyck
Autor/Redaktion: Uschi Kettenmann · 24. Juli 2010
Sie finden erst zum 5. Mal statt, und doch haben sich die Classic Days in die Reihe großer internationaler Oldtimerveranstaltungen eingereiht. Vom 31. Juli bis 5. August 2010 bietet der Event auf Schloss Dyck, zwischen Düsseldorf und der niederländischen Grenze gelegen, den 40.000 Besuchern eine einzigartige Verbindung von Automobilhistorie, Motorsport und Kostümfest.
Classic Days Schloss DyckClassic Days Schloss Dyck
Alles dabei auf Schloss Dyck: Historisches Camping und Rennwagen im Fahrerlager…
Rund 7.000 Oldtimer können bewundert werden: historische Campingfahrzeuge sind genauso dabei wie Brot- und Butter-Autos der Wirtschaftswunderzeit, Vorkriegsfahrzeuge und Youngtimer, Lkw und Traktoren – und natürlich die absoluten Raritäten.
Classic Days Schloss Dyck
…und natürlich die 40 Schönheiten, die sich der renommierten Jury des Concours d´Élegance stellen.
Die findet man beim FIVA-A Concours d´Élegance „Jewels in the Park“ genauso wie im historischen Fahrerlager „Racing Legends“. Da zeigen die alten Boliden auch auf dem Dreieckskurs vor dem Schloss, was sie noch drauf haben – ein Augen- und Ohrenschmaus ebenso wie ein olfaktorischer Genuss für alle mit Benzin im Blut.

Zu ihnen gehören zweifelsohne die Gentlemen des exklusiven englischen Benjafield Club, die mit zehn bis 15 Bentleys der klassischen Ära zwischen 1919 und 1931 auf eigener Achse anreisen. Darunter ist ein ganz besonderes Monster auf vier Rädern: „Mother Gun“ mit dem spektakulären Achtliter-Reihensechszylinder bringt 1,8 Tonnen Gewicht auf die Waage und treibt den Tacho auf über 240 km/h.
Bentley Mother Gun
Mutter aller Geschosse: „Mother Gun“ mit spektakulärem Achtliter-Reihensechszylinder.
In den 1930er Jahren ließ sich ein gewisser Richard Marker seinen Bentley 6,5-Liter-Saloon in einen enormen Rennwagen umbauen. Die Mutter aller Geschosse machte auf sich aufmerksam, als sie 1937 in Brooklands die schnellste Runde mit erstaunlichen 134,97 mph (knapp 220 km/h) absolvierte. Old mother gun wurde Ende der 1980er auf Basis eines 6,5-Litre-Chassis von 1927 exakt nachgebaut und nimmt seither an diversen Rekordversuchen und Vintage-Rennen teil.
Alfa Romeo Tipo 33
Alfa Romeo Tipo 33
Raritäten bringen auch die Klassikabteilungen der Autoindustrie mit. Allen voran Alfa Romeo. Zum 100. Markenjubiläum fahren die Mailänder eine besondere Schau auf. Für den Fahreinsatz ist vorgesehen ein Vertreter des wohl berühmtesten Rennwagens Tipo 33, eines Mittelmotor-Renners, der in verschiedenen Versionen in den 1960er und 1970er Jahren für Furore sorgte, außerdem das bildschöne 8C - 2900 Le Mans Coupé aus den 1930er Jahren.
Alfa Romeo Alfetta 159 GP
Alfetta 159 GP
Noch weiter zurück in der Zeitskala geht der P3 von 1932 – ein Grand Prix-Wagen mit 2,7-Liter-Maschine und 215 PS. Die insgesamt 15 gebauten Fahrzeuge errangen zusammen die stattliche Zahl von 29 Siegen mit Fahrern wie Caracciola, Nuvolari, Chiron und Tadini. Dazu kommen die im Fahrerlager ausgestellten Alfetta 159 GP – Fangios Weltmeisterschafts-Auto von 1951 – sowie der brandaktuelle Sportwagen 8C.
Ein Feuerwerk zünden wird Opel: Auf der Strecke wird der Raketenwagen RAK II von 1928 Demonstrationsrunden drehen. Da der Wagen wegen seiner Flügelstummel 3,60 m Spannweite hat, ist Logistik an Start- und Zielbögen gefragt. Außerdem bringen die Rüsselsheimer ein Raketenmotorrad und – etwas ziviler – ein Opel 10/40 aus dem Jahr 1925, Opel Gläser Cabriolet von 1939 und Kadett Aero mit.
Opel Raketenwagen RAK II
In Aktion zu erleben: der Opel Raketenwagen RAK II von 1928.
Und es gibt eine einmalige Ausstellung von Opel GTs mit Unikaten und Prototypen: GT Aero, GT Experimental, GT Elektro, GT Conrero, GT Diesel-Weltrekordwagen, G100 (die Studie zum neueren Opel GT), und derneue, bis 2009 gebaute GT. Alle diese GT waren in dieser Zusammenschau der kompletten Historie noch nie zu sehen. Die Classic Days zeigen sie im Halbkreis in Zelten zusammen mit ihrer Story.
Mercedes-Benz 300 SLR Uhlenhaut-Coupé
Das Uhlenhaut-Coupé
Mercedes-Benz zeigt Supersportwagen. Anlass ist der neue AMG SLS, der die Riege anführen wird. Begonnen hat die Tradition jedoch bereits im Jahr 1902 mit dem Simplex 40 PS. Auch er fährt auf dem Rundkurs von Schloss Dyck. Außerdem dabei: ein SSK von 1928 mit seinem unverwechselbarem Kompressorkreischen, das 300 SLR Uhlenhaut-Coupé von 1955, der C 111 II von 1976 und ein CLKGTR Roadster von 1997, der in Le Mans Karriere gemacht hat.
Audi 200 Trans Am von 1987
Audi 200 Trans Am von 1987
Auch Audi kommt zum Schloss mit einem besonderen Tableau an Fahrzeugen, allen voran ein Auto-Union-Rennwagen Typ D und ein Wanderer K25 Stromlinie. Anlässlich 30 Jahre Quattro wird neben dem Urquattro der 510 PS starke Siegerwagen der amerikanischen Trans Am Rennserie von 1988, ein 200 quattro, zu Gast sein.
Porsche 908/3  Targa Florio 1970
Porsche 908/3 bei der Targa Florio 1970.
2010 unterstützt erstmals Porsche direkt aus der Stuttgarter Zentrale die Classic Days. Auf der Strecke zu erleben sind ein Porsche 908/3, der Siegerwagen des sizilianischen Bergstraßenrennens Targa Florio 1970, der 936 C von Jacky Ickx und Hurley Haywood aus dem Jahre 1977 sowie einem 1970er 917 Le Mans in Gulf Lackierung als Ausstellungsfahrzeug. Zusätzlich erwarten die Veranstalter wieder zahlreiche Porsche von Privatsammlern und -fahrern.
Aus dem reichen Bugatti-Fundus des Museum Cité d´Automobile Schlumpf in Mulhouse kommt eines der weltweit bekanntesten und seltensten Automobile: der Bugatti Royale in der eleganten, Zweiton-Grün lackierten Cabrioversion von 1930, nach dem Eigentümer „Esders-Bugatti“ genannt. Außerdem bringt das Museum ein eher unbekanntes Exemplar ins Rheinland: Der Typ 252 ist ein flacher Spider aus 1955 in sehr gefälliger Karosserie mit Bugatti-untypischem breiten Kühlergrill. Für den Concours d’Èlégance stellt das Schlumpf-Museum einen gewaltigen Mercedes Benz 710 SS.
Bugatti Typ 41 Royale Esders
Der Bugatti Royale aus dem Schlumpf-Museum
Wie berichtet, stellt RM Auctions den legendären Aston Martin DB5 aus, den James Bond in Goldfinger 1964 als Dienstwagen fuhr und der im Herbst bei einem Estimate von fünf Mio Euro unter den Hammer kommt. Ob ausfahrbare Maschinengewehr-Atrappen, herausschnellende Zentralverschluss-Muttern als Reifenschlitzer oder Nagelwerfer und Ölschleuder am Heck: Alles funktioniert.
Maserati Khamsin 1979 Elysee
Unikat: Maserati Khamsin von 1979
Elysee Uhren, zum dritten Mal als Sponsor dabei, zeigt im Ausstellerzeit auf der Pflaumenwiese nicht nur die Uhrenedition „Graf Berghe von Trips“. Geschäftsführer Reiner Seume geht in diesem Jahr selbst mit seinem silbernen Maserati Khamsin von 1979 an den Start.
Eigentlich reichen die zwei Tage für das große Areal mit 70 Hektar und dem Programm, das die 75 Enthusiasten im gemeinnützigen Verein Classic Days e.V. auf die Beine gestellt haben, gar nicht aus. Denn neben den vielen wunderbaren Fahrzeugen gibt es außerdem viel zu bestaunen und genießen: die Picknicks auf der Wiese, die Besucher in zeitgenössischer Kleidung und natürlich das unvergleichliche Ambiente in den wunderschönen Gartenanlagen des in seinen Grundmauern tausend Jahre alten Wasserschlosses.
Kategorie(n):
Oldtimer
Events
© Fotoquelle / Bildrechte: Classic Days, Alfa Romeo, Opel, Daimler, Audi, Porsche, Cité de l’Automobile, RM Auctions, Elysee
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