
Prinz Heinrich und der Scheibenwischer: Hoheit putzen selbst
Autor/Redaktion: Uschi Kettenmann · 20. April 2008
Prinz Heinrich von Preußen, der Bruder des letzten Deutschen Kaisers und Admiral der deutschen Kriegsmarine, hat der Nachwelt zumindest zwei Dinge hinterlassen. Das eine erlebt eher sporadische Blütezeiten, weil es der Mode unterworfen ist, das andere wurde für alle Autofahrer zur Selbstverständlichkeit. Die Rede ist von einer Mütze – und vom Scheibenwischer. Ende März 1908 erhielt Prinz Heinrich das Patent auf einen Scheibenreiniger für die vordere Schutzscheibe an Kraftfahrzeugen. Erfunden hatte der Prinz und bekennende Autonarr den Scheibenwischer allerdings nicht – bereits 1903 hatte ein gewisser J. H. Apjohn einen manuell betriebenen Wischarm vorgestellt, der an einem festen Punkt des Fensterrahmens beweglich gelagert und drehbar war. Dies war der eigentliche Vorfahr des Scheibenwischers. Aber mit dem ließ sich nur ein Teil der Scheibe säubern. Außerdem ärgerte den Prinzen die unbequeme Handhabung. So erfand der Tüftler selbst einen Scheibenwischer und bekam dafür das Patent DRP 204.343. Ein großer Erfolg war der kaiserliche Scheibenreiniger aber nicht. 1917 brachte dann O. E. Wall den elektrischen Scheibenwischer auf den Markt, und 1930 erfand der Engländer J. H. Derby die Scheibenwaschanlage mit mechanisch auf die Scheibe zu pumpendem Wasser. Der erste elektrische Scheibenwischer von Bosch kam 1926 auf den Markt.

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