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Porsche in Bad Homburg: mit Supersport- und Rennwagen in die 3. Etappe
Autor/Redaktion: Uschi Kettenmann · 17. November 2009
Noch bis Juni 2010 zeigt die Central Garage in Bad Homburg die Ausstellung „Porsche – Vom Volkswagen zum Traumwagen“ – und aktualisiert die Exponate nun zum dritten Mal. Nachdem 356er und Neun-Elfer in den vergangenen Monaten die Herzen der Porsche-Fans eroberten, sind seit dem 11. November 2009 Superrennwagen und Supersportwagen zu sehen.

Neu präsentiert werden u.a. ein Porsche 910, ein Porsche 935, ein 935 Kremer K2 und ein K8, ein Porsche 930, ein Porsche 959 und ein Carrera GT. Auch im Themenbereich Konstruktionen und Historie gibt es mit einem VW-Schwimmwagen und einem „Bulli“ Neuzugänge. Daneben bleiben einige der bisherigen Ausstellungsstücke stehen, um die Modellentwicklung von Porsche seit der Nachkriegszeit zu dokumentieren.
Porsche 910 Central Garage Bad Homburg
Der ausgestellte Porsche 910 war 1967 beim 1000-km-Rennen auf dem Nürburgring.
1967 pilotierten Josef Siffert und Hans Hermann den ausgestellten Porsche 910 beim 1000-km-Rennen auf dem Nürburgring. Insgesamt sechs Rennwagen dieser ab 1966 gefertigten Baureihe schickte das Werk an den Start, um nach respektablen Erfolgen endlich den Gesamtsieg zu erringen. Es wurde ein Dreifachsieg – der hier ausgestellte Wagen war allerdings nicht dabei. Nach dem 3. Platz im Training lag Josef Siffert bis zur 11. Runde in Führung, musste dann aber das Fahrzeug mit einem Ventilschaden abstellen.

Der Porsche 935 war einer der markantesten Rennwagen der Gruppe 5 in den 1970er Jahren – und einer der erfolgreichsten, die Porsche je gebaut hatte. Schon im ersten Baujahr 1976 holte er sich den Titel in der Markenweltmeisterschaft, zahlreiche Erfolge bei den Langstreckenrennen schlossen sich in den Jahren bis 1981 an. Die Central Garage präsentiert einen 935 des Martini-Racingteams von 1976. Und da dieser Rennstall seine gesamte Fahrzeugflotte mit den blau-roten Streifen auf weißem Grund zu lackieren pflegte, wurde dieser Exponatsbereich zum Duo: Dem 935 gesellten die Ausstellungsmacher einen VW „Bulli“ T 2 mit den gleichen Farben und des selben Baujahrs hinzu.
Porsche 935 T2-Bulli Martini
Porsche 935 und T2-Bulli in der blau-roten Martini-Lackierung.
Renngeschichte schrieb auch der Porsche 935 Kremer K2. Mit der Weiterentwicklung trat „Kremer-Racing“ der Kölner Brüder Erwin und Manfred Kremer 1977 in der Deutschen Rennsportmeisterschaft in direkte Konkurrenz zu den 935-Werksfahrzeugen und sorgte für einige Furore. Das Porsche-Werk verkaufte den 935/77 nicht, so dass die Kundenrennteams wie Kremer und Gelo mit dem 76er chancenlos waren. Deshalb nahmen sich die Brüder Kremer ihren 935/76 mit der Chassis-Nummer 00700016 vor. Gleich im ersten Rennen auf dem Nürburgring unterbot Kremer-Pilot Bob Wollek die Zeit von Gelo-Pilot Rolf Stommelen um zehn Sekunden. Weitere Siege erzielte das Kremer-Team in Kassel-Calden, Hockenheim und in Zolder. In der DRM 1977 lieferten sich die Rivalen Porsche-Werke, Gelo-Racing und Kremer-Racing regelrechte Rennschlachten. Am Ende gewann Gelo mit nur einem Sieg Vorsprung die Meisterschaft.

In den 1990er Jahren ging Kremer-Racing mit einem K8 Spyder in die Sportwagenrennen der Interserie und Le Mans in Europa sowie der Serien IMSA-GT und ISRS in den USA. Auf der Basis des Porsche 962 Coupé baute das Unternehmen drei (!) Exemplare. Als Antrieb diente der Sechszylinder-Turbomotor mit drei Litern Hubraum des 935. Die Lackierungen wechselten je nach Hauptsponsor. Der größte Erfolg eines K8 war der Gewinn des 24-Stunden-Rennens von Daytona 1995.

Die Basis der erfolgreichen Porsche-Rennwagen 935 und 936: der Porsche 930, der von 1974 bis 1989 unter dem bekannteren Namen 911 Turbo verkauft wurde. Dieses schwarze Modell ist eines der letzten, die das Werk verließen. Ausgestattet wurde der 930 mit dem Sechszylindermotor der anderen „Neunelfer“, aber mit einem auf drei Liter vergrößerten Hubraum (ab 1978: 3,3 Liter) und versehen mit einem Turbolader.
Porsche 959 Central Garage Bad Homburg
Der 959 siegte u.a. 1986 bei der Rallye Paris-Dakar.
Als der Porsche 959 auf der IAA in Frankfurt 1985 vorgestellt wurde, geriet er zur Sensation: ein alltagstauglicher Hochleistungssportwagen mit Technik vom Feinsten – zum stolzen Preis von 420.000 DM. Jedem Fahrer entlockte er beim Tritt auf das Gaspedal ein breites Grinsen. Der im Heck montierte Sechszylinder mit 2848 ccm Hubraum leistete dank zweier Turbolader 450 PS, erreichte die 100 km/h nach nur 3,7 Sekunden und 315 km/h in der Spitze. 1987 wurden 113 Exemplare ausgeliefert, 1988 waren es 179 – darunter das silberfarbene Exponat der Ausstellung.
Porsche Carrera GT Central Garage Bad Homburg
Zwischen 2003 und 2006 wurden in Leipzig 1.282 Carrera GT gebaut.
Ursprünglich sollte der Zehn-Zylinder-V-Motor, der aus 5733 ccm 612 PS herausholt, in einem Prototyp in Le Mans an den Start gehen, doch das Projekt wurde verworfen. Stattdessen übernahm Porsche den Motor und einige Technikkomponenten in den Carrera GT. Mit 7:32,44 Minuten auf einer Runde hielt der Carrera GT hier für kurze Zeit den Rundenrekord für straßenzugelassene Fahrzeuge. Zwischen 2003 und 2006 wurden in Leipzig 1282 Wagen einschließlich der Vorserienfahrzeuge und seriennahen Prototypen gebaut. Der Carrera GT Roadster stammt aus dem Baujahr 2006 und hatte einen Neupreis von gut 450.000 Euro.
VW Schwimmwagen
Von den über 14.000 gebauten VW Schwimmwagen soll es heute nur noch rund 200 Stück geben.
Im Sommer 1940 erhielt die Porsche KG vom Heereswaffenamt den Auftrag, aus dem Kübelwagen einen Schwimmwagen zu schaffen. Der erste Prototyp des Typs 128 erlebte seine „Feuertaufe“ auf dem Feuerlöschteich des Werksgeländes in Zuffenhausen. Als die Truppe ihn im Feld testete, stellten sich einige Mängel heraus, die im Typ 166, wie er in der Central Garage steht, beseitigt wurden. Der Allradwagen konnte eine Steigung von immerhin 65 % erklimmen, erreichte mit seinen 25 PS auf dem Land immerhin 80 km/h und im Wasser 10 km/h. Im nassen Element bewegte eine dreiflügelige Schraube am Heck das Leichtgewicht (ca. 900 kg), das einen Tiefgang von rund 70 cm hatte. Jede Karosserie war übrigens handgefertigt. Die schiffförmigen, wasserdichten Wannen wurden über Holzformen geklopft.
Michael Wiring Central Garage Bad Homburg Spendenübergabe
Spendenübergabe: 7.000 Euro übergab Michael Wiring an die Kinderklinik Höchst.
Der Eintritt ist wie immer frei, aber die Central Garage bittet wie üblich um Spenden für soziale Projekte in der Umgebung. Bei der letzten Etappe der Porsche-Ausstellung kamen so immerhin 7.000-Euro zusammen, mit der sich die Kinderklinik Frankfurt-Höchst nun sich einen lang gehegten Wunsch erfüllen kann: die Anschaffung eine speziellen Atmungsgerätes. Die neue Spendensammlung wird der Ev. Kinder- und Jugendhilfe Haus Gottesgabe in Bad Homburg zu gute kommen.
© Fotoquelle / Bildrechte: Central Garage
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