Bis heute ist die Faszination der Marke NSU ungebrochen. Eine exquisite Auswahl von legendären Vorkriegsmotorrädern zeigt die NSU Sonderschau während der Retro Classics 2012 – vom hubraumstärksten NSU-Motorrad, das je gebaut wurde bis zur original erhaltenen Typ Feldberg. Ergänzt wird die Präsentation von zwei Automobilen aus Neckarsulmer Produktion: dem Ro 80, der vor 35 Jahren zum letzten Mal vom Band lief, und dem NSU Prinz, dessen Produktion vor 40 Jahren eingestellt wurde.

NSU-Ausstellung auf der Retro Classics
Autor/Redaktion: Uschi Kettenmann · 07. Februar 2012
Mit dem Beginn eines neuen Jahrtausends legte das erfolgreiche Unternehmen NSU im Jahr 1900 den Grundstein für den Siegeszug des Motorrades um die ganze Welt. Das erste NSU-Motorrad fuhr mit Zedel-Motor und der Präzision, die NSU aus seiner Vorzeit als Strickmaschinenhersteller erfolgreich gemacht hatte. Bald war das schwäbische Unternehmen aus Neckarsulm durch die Motorradproduktion so im Aufwind, dass die Belegschaft von 786 Mann alle Hände voll zu tun hatte, um die 2228 bestellten Maschinen innerhalb Jahresfrist zu fertigen. Geliefert wurde in die ganze Welt.
| Exportiert sogar nach Ostindien: "Original Neckarsulmer Motorrad" mit Sozia-Anhängerkorb, 1904. |
Die älteste Maschine, die auf der Retro Classics zu sehen sein wird, stammt aus dem Jahr 1902, den Anfängen von NSU als Motorradbauer. Das erste „Neckarsulmer Motorrad" (so die Bezeichnung auf dem Tank) mit einer Leistung von ca. 1,25 PS erreichte eine Spitzengeschwindigkeit von knapp 40 km/h.
Eine weitere Rarität stammt aus der Sammlung Mühlich: eine original erhaltene Typ Feldberg von 1905. Auch der deutsche Hochadel schwang sich seinerzeit aufs Motorrad und zeigte sich sportlich. Die NSU 6HP Baujahr 1909, die Kronprinz Wilhelm Friedrich, Sohn des letzten deutschen Kaisers, steuerte, hat 800 Kubik. Aus der Sammlung Haas kommt die hubraumstärkste Maschine, die je das Werk in Neckarsulm verlassen hat: der Typ 8 PS von 1921 mit 1.000 Kubik, ausgestattet mit Seitenwagen. Sie ist kopfgesteuert und bringt 22 PS. Die 500 SS aus dem Jahr 1932 ist eines der Beispiele der erfolgreichen Super Sport Modelle, zu der auch die 600 SS zählt.
Als erstes deutsches Werk führte NSU im Motorradbau das Fließband ein. Aus dieser Zeit stammen Tourenmotorräder, Motorräder, die bei Ovalbahnrennen im Einsatz waren, Luxus-Varianten und seltene Modelle wie die 351 TS, Baujahr 1933 oder die 251 T von 1928, die die NSU-Sonderschau „Motorräder der Vorkriegszeit" abrunden.
Eine weitere Rarität stammt aus der Sammlung Mühlich: eine original erhaltene Typ Feldberg von 1905. Auch der deutsche Hochadel schwang sich seinerzeit aufs Motorrad und zeigte sich sportlich. Die NSU 6HP Baujahr 1909, die Kronprinz Wilhelm Friedrich, Sohn des letzten deutschen Kaisers, steuerte, hat 800 Kubik. Aus der Sammlung Haas kommt die hubraumstärkste Maschine, die je das Werk in Neckarsulm verlassen hat: der Typ 8 PS von 1921 mit 1.000 Kubik, ausgestattet mit Seitenwagen. Sie ist kopfgesteuert und bringt 22 PS. Die 500 SS aus dem Jahr 1932 ist eines der Beispiele der erfolgreichen Super Sport Modelle, zu der auch die 600 SS zählt.
Als erstes deutsches Werk führte NSU im Motorradbau das Fließband ein. Aus dieser Zeit stammen Tourenmotorräder, Motorräder, die bei Ovalbahnrennen im Einsatz waren, Luxus-Varianten und seltene Modelle wie die 351 TS, Baujahr 1933 oder die 251 T von 1928, die die NSU-Sonderschau „Motorräder der Vorkriegszeit" abrunden.
Doch NSU produzierte nicht nur Motorräder. Zwei der unvergessenen Automodelle mit dem Markennamen NSU ergänzen die Schau: der Prinz und der Ro 80. Nach dem Zweiten Weltkrieg produzierte das Werk den NSU-Prinz, als dreirädrigen Kabinenroller mit dem Max-Motorrad-Motor. Später wurde daraus der Prinz mit vier Rädern und einem 583-cm³-Zweizylinder-Heckmotor mit 20 PS. Dieser Winzling, vermittelte in Zeiten der Massenmobilisierung selbst Kleinwagenfahrer ein gehobenes Fahrgefühl mit dem Slogan: „Fahre Prinz und du bist König". Vor 40 Jahren verließ der letzte Prinz das Werk.
Vor 45 Jahren auf der IAA in Frankfurt stellte sich der NSU Ro 80 den neugierigen Blicken des Publikums und wurde gleich zum „Auto des Jahres gewählt". Der Ro 80 war die erste Serienlimousine der Welt mit Kreiskolbenmotor. Das Design des Wagens von Claus Luthe, die Keilform, gilt heute als stilprägend. Vor 35 Jahren wurde der Ro 80 eingestellt. Bis 1977 wurden nur 37.406 Exemplare produziert. Das letzte Exemplar, das das Werk verließ, wurde als Beispiel einer Epoche ins Deutsche Museum nach München geliefert.
© Fotoquelle / Bildrechte: Audi

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