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Lloyd-Zuwachs bei Vespen, Tiger, Spatz & Co.
Autor/Redaktion: Uschi Kettenmann · 02. November 2010
„Wer den Tod nicht scheut, fährt Lloyd!“ Oder: „Was steht am Berg und heult? Ein Lloyd!“ Hartholzrahmen, die Karosserie aus mit Kunstleder überzogenem Sperrholz, simple Pendelachsen, Blattfedern, Seilzugbremsen und eine Motorleistung, die jedes Hügelchen zum Schreckensgegner werden lässt: Die „Leukoplast-Bomber“ der zur Bremer Borgward-Gruppe gehörenden Lloyd Motorenwerke waren in den 1950er Jahren beliebtes Spott-Thema.

Und waren dennoch erfolgreich: Weit über 300.000 Autos fertigten die Bremer bis 1961. Immerhin kostete der LP 300 im Jahre 1951 3.334 D-Mark und damit ein Drittel weniger als der Käfer. Und Schäden an der Karosserie konnten kurzerhand mit einem Pflaster behoben werden. Heute gibt es nur noch wenige Lloyds – wie fast alle Brot- und Butterautos aus dieser Zeit landeten sie eher auf dem Schrott denn in einer Scheune. Denn wer wollte so einen Wagen weiterfahren, wenn er sich schließlich Besseres leisten konnte?
Lloyd 300 und Lloyd 600 Kombi
Zuwachs bei Vespen, Tiger und Spatz: Lloyd 300 von 1951 im Originalzustand (rechts) und Lloyd 600 Kombi.
In der Kleinwagenausstellung „Vespen, Tiger, Spatz & Co. – Kreaturen des Wirtschaftswunders“ in der Bad Homburger Central Garage(wir berichteten) steht seit August 2010 bereits ein Lloyd Alexander-Frua. Nun sind vier weitere Exemplare der Bremer Automarke dazu gekommen.

Von den nun fünf Lloyd-Exponaten ist der LP 300 des Baujahrs 1951 sicher eine Rarität der ganz besonderen Art. Er befindet sich weit gehend im Originalzustand. Unter der noch kleinen Motorklappe, deretwegen er „Klo-Deckel-Lloyd“ genannt wurde, sitzt ein zehn PS starker 300 ccm-2-Takt-Motor. Mit viel Glück trieb er das Gefährt auf 80 km/h an. Die drei anderen „neuen“ Lloyds stammen aus dem Jahr 1957 bzw. 1959 und sind 600er Alexander, die bereits über 4-Takt-Motoren verfügten. Die Limousine und der komplett restaurierte Kombi, dessen Kilometerstand auf originalen 16.000 steht, hatten 19 PS, der für den amerikanischen Markt bestimmte TS dank eines besseren Vergasers sogar 25 PS. Ebenso stark ist der „Alexander-Frua“, dessen Karosserie die Lloyd-Werke bei Pietro Frua in Turin schneidern ließen, und der seit ihrem Beginn in der Ausstellung zu sehen ist.
1. Lloyd 300 (1951) im ursprünglichen Zustand (rechts) und Lloyd 600 Kombi 2. v. links: Lloyd Alexander TS (für US-Markt), Lloyd Alexander und Lloyd Alexander Kombi
Lloyd Alexander TS (für US-Markt), Lloyd Alexander und Lloyd Alexander Kombi (von links).
Für Sonntag, 21. November 2010, konnte die Central-Garage zwei Lloyd-Spezialisten gewinnen, die interessierte Besucher gerne eingehender über diese Automarke informieren. Gerhard von Gilsa und Andreas Lorey beantworten von 12 bis 16.30 Uhr Fragen zu den einzelnen Typen, zur Restaurierung und Verfügbarkeit von Ersatzteilen oder zu Rallyes. Sie selbst sind mit Lloyds bereits fünf Mal die „2000 km durch Deutschland“, vier Mal die „Vino Miglia“ und viele weitere Rallyes gefahren.

Darüber hinaus locken natürlich auch die anderen Exponate der Ausstellung zu einem vergnüglichen Zeitsprung in die Jahre des Wirtschaftswunders – der Kleinschnittger F 125 etwa, der Brütsch-Mopetta, ein Spatz 200, das NSU-„Schwänchen“, das „Mäuschen“ Topolino, Goggos, Kabinenroller und Knutschkugeln oder die 30 Vespas unterschiedlichster Bauart.. Noch bis zum Frühjahr 2011 ist die Ausstellung zu sehen Wie immer ist der Eintritt zu der Ausstellung frei – statt dessen werden Spenden für den Kinderschutzbund im Hochtaunuskreis erbeten.
Kategorie(n):
Oldtimer
Museen
© Fotoquelle / Bildrechte: Central Garage
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