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Berlin-Rom-Wagen beim OGP
Autor/Redaktion: Uschi Kettenmann · 05. Juli 2010
Aerodynamik ist das Geheimnis aller Erfolge im Motorsport. Aus dem Rennwagen, mit dem Rudolf Caracciola das Nürburgring-Eröffnungsrennen 1927 gewann, wurden schon zehn Jahre später glattflächige „Flundern“ entwickelt. Ebenso trat der Urvater aller Porsche an - der Typ 64 des Jahres 1939.
Porsche Typ 64 „Berlin-Rom-Wagen“
Porsche entwickelte den Typ 64 für die Fernfahrt Berlin-Rom 1939, die aber wegen des Krieges nicht stattfand.
Er wird auch „Berlin-Rom-Wagen“ genannt, weil Porsche ihn nach älteren Plänen auf Basis des KdF-Wagens (des späteren Käfers) eigens für diese im September 1939 geplante Fernfahrt entwarf.
Porsche Typ 64 „Berlin-Rom-Wagen“
Der Typ 64 im Hof der Porsche-Villa in Stuttgart, 1939.
Das Rennen fand wegen des Kriegsbeginns nie statt, dieser Porsche Typ 64 aber überlebte als eines von drei Exemplaren die nächsten 70 Jahre wie durch ein Wunder. Nun kommt dieses einzigartige Aluminium-Coupé nach fast 30 Jahren vom 13. bis 15. August 2010 erstmals wieder auf den Nürburgring – zum 38. AvD-Oldtimer-Grand-Prix (OGP).
Heute gilt der aerodynamische Heckmotor-Boxer als Urvater aller Porsche, aber damals galt das wenig: Der nur 40 PS starke Leichtbau-Wagen wurde als Versuchswagen eingesetzt und nach dem Krieg am 14. Juni 1949 für den Preis eines VW-Käfers an den österreichischen Rennfahrer Otto Mathé verkauft. Der setzte ihn bis 1953 bei diversen Rennen erfolgreich ein und behielt ihn als „Ahnherrn“ bis zu seinem Tod im Dezember 1995 in seiner Sportwagensammlung.
Porsche Typ 64 „Berlin-Rom-Wagen“
Das einzige überlebende von drei Exemplaren des Typ 64.
Das Hamburger Museum Prototyp kaufte damals fast alle diese Rennwagen aus dem ehemaligen Besitz von Mathé – aber nicht den Typ 64. Das Rennsportcoupé gelangte über Umwege schließlich zu seinem jetzigen Besitzer nach Deutschland, der Münchner Gesellschaft HistoryCar.
Porsche Typ 64 „Berlin-Rom-Wagen“
Der Ur-Porsche auf der Retro Classics 2010.
Auf der Retro Classics 2010 im Frühjahr war der Typ 64 zusammen mit einem Rometsch Spyder und dem Mathé Porsche „Fetzenflieger“ zu sehen. Ein Nachbau der Karosserie des Typ 64 steht übrigens als Auftakt-Exponat im Porsche-Museums in Stuttgart-Zuffenhausen.
Das Original kommt nun zum AvD-Oldtimer-Grand-Prix wieder an den Nürburgring. 1981 startete dieser berühmte „Berlin-Rom-Wagen“ mit seinem langjährigen Fahrer Otto Mathé (gestorben 1995) in einem Sonderlauf schon einmal beim OGP. Auch dies ein Grund, ihn nun am AvD-Stand im Fahrerlager prominent auszustellen.
Porsche Typ 64 „Berlin-Rom-Wagen“
Der Berlin-Rom-Wagen am Nürburgring, 1981. Am Steuer: Otto Mathé.
Der Porsche Typ 64 spannt den Bogen zu den zahlreichen Porsche 356 und 911 beim 38. AvD-Oldtimer-Grand-Prix, der auch die legendären Porsche 908/3 von Hans Herrmann, den 917 von Willi Kauhsen und den 917/10 von Jo Siffert einbezieht. Der 38. AvD-Oldtimer-Grand-Prix ist mit seinen rund 600 Teilnehmern in elf Rennen an drei Tagen erneut die wichtigste internationale Bühne für die seltensten und wertvollsten Rennfahrzeuge aus der ganzen Welt.
Kategorie(n):
Oldtimer
Events
© Fotoquelle / Bildrechte: B. Werndl, Porsche, Messe Stuttgart, Lothar Spurzem
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