Träume aus Blech und Leder: Auf der Retro Classics in Stuttgart vom 13. bis 15. März 2009 sind wieder Schmuckstücke aus dem Rolls-Royce-Privatmuseum von Hans-Günter Zach zu bewundern.
Es gibt wenige Privatsammler, die mit solch missionarischem Eifer bei der Sache sind wie Hans-Günter Zach. Rolls Royce zu sammeln, das sei eine alte Leidenschaft, sagt er über sein Hobby. „Vor fast vierzig Jahren hat sich mein Chef einen Silver Shadow gekauft. Da habe ich mir gesagt: Du musst so viel arbeiten, dass du dir auch so einen leisten kannst. An meinem fünfzigsten Geburtstag war es dann soweit: Ich habe meinen Chef von damals sogar noch übertrumpft und mir gleich ein Corniche Cabriolet zugelegt.“

Balloon Car und Jagdwagen: Rolls-Royce auf der Retro Classics
Autor/Redaktion: Uschi Kettenmann · 25. Februar 2009
Der Wagen war schwarz, doch Zach wollte noch einen in weiß. In Berlin kaufte er 1998 dann seine ersten alten Rolls Royce, einen Phantom III und ein Phantom II Cabriolet aus dem Nachlass eines verstorbenen Unternehmers. „Dann hat mich der Virus vollends gepackt.“ Und ihn nie wieder losgelassen: Inzwischen hat sich der gelernte Werkzeugmachermeister auf dem Gelände des gemeinsam mit seinem Bruder geführten Betriebes ein eigenes kleines Museum in einer alten Fabrikhalle in Mühlheim am Main aufgebaut. Die samt und sonders fahrtüchtige Sammlung mit 24 seltenen Rolls-Royce und- 3 Bentley-Klassikern gilt als eine der schönsten der Welt.
Das Schmuckstück der Sammlung ist der „Stern von Indien“, 1934 als Staatscabriolet gebaut für den Maharadscha von Rajkot und benannt nach dem schönsten, berühmtesten und größten Sternsaphier der Welt mit 563 Karat, dem Star of India. Den Wagen hatte Zach bereits 2003 auf der Retro Classics präsentiert.
Das Schmuckstück der Sammlung ist der „Stern von Indien“, 1934 als Staatscabriolet gebaut für den Maharadscha von Rajkot und benannt nach dem schönsten, berühmtesten und größten Sternsaphier der Welt mit 563 Karat, dem Star of India. Den Wagen hatte Zach bereits 2003 auf der Retro Classics präsentiert.
| Rund 2000 Arbeitsstunden steckte Zach in dem Balloon Car, um ihn wieder so blitzen zu lassen. |
Charles S. Rolls, ein leidenschaftlicher Ballonfahrer, Rennfahrer und Sportflieger, ließ sich 1908 auf einen Silver Ghost einen Zweisitzer für den Ballontransport aufbauen. Sandsäcke, Seile und alles Kleinzubehör hatte man in der Stauraumfläche hinten untergebracht, der Korb war ebenfalls hinten aufgebaut und darin die Hülle des Gasballons verstaut. An Ort und Stelle machte man nun das Luftgefährt flugfähig, C.S. Rolls stieg auf und der Adjutant folgte ihm mit dem Ghost auf Sichtweite bis zum Landen. Der ausgestellte Ballon-Transporter von Hans-Günter Zach verfügt über einen 6-Zylinder Reihenmotor mit 3669 ccm Hubraum.
| Ein Traum in hochglänzendem dunklem Bordeaux-Nitrolack und lachsrotem Leder: das Phantom I Continental Cabrio von 1925. |
Desweiteren ist der Silver Ghost Torpedo Tourer (Baujahr 1923) mit original Ghost-Motor und einer im amerikanischen Springfield hergestellten Karosserie zu sehen. Der Viertürer ist komplett im Originalzustand erhalten. Besonders der Motor mit seinen polierten Messingaggregaten und Kupferleitungen dürfte die Herzen vieler Fans höher schlagen lassen.
Als viertes Ausstellungsstück lässt Hans-Günter Zach eine weitere Rarität nach Stuttgart transportieren: Der Phantom II Cabriolet Jagdwagen mit 7,7-Liter-Sechszylinder-Reihenmotor wurde 1929 als Einzelanfertigung für den Maharadscha von Rewa gebaut. 1937 erfolgte die Umrüstung des von einer großen geschlossenen Limousine zum Jagdwagen, den der Maharadscha fortan bei der Tigerjagd einsetzte. Im Jahre 2002 wurde dieses Auto von Zach auch sichtlich zu einem Jagdwagen umgerüstet. Das Fahrzeug erhielt Spezialhalterungen und 4 originale (jedoch gebrauchsunfähige) Jagdgewehre aus den 1930er Jahren.
| Das Phantom II Cabriolet benutzte der Maharadscha von Rewa zur Tigerjagd. |
Wer mehr Pretiosen aus Zachs Sammlung sehen will, sollte sein Museum besuchen, das er nach Vereinbarung für Interessierte öffnet. Übrigens: Die Eintrittsgelder fließen nicht etwa in den Erhalt der Sammlung, sondern werden der Gesellschaft für Betroffene der Glasknochenkrankheit gespendet. Auf der Retro Classics kann zudem für zwei Euro ein Farbposter mit allen Stücken der Sammlung erworben werden. Die so erzielten Einnahmen fließen ebenfalls diesem Zweck zu.
Die Automobile von Hans-Günter Zach sowie ein neueres Modell von Rolls Royce sind auf der Retro Classics im Atrium ausgestellt. Parallel dazu findet dort eine Ausstellung historischer Gepäckstücke aus der Sammlung der „Vintage Luggage Company“ mit dem Titel „The Fine Art of Travelling“ sowie eine Schau historischer Kühlerfiguren aus der Sammlung Volker Neumann und Siegmund Schaich statt.
Die Automobile von Hans-Günter Zach sowie ein neueres Modell von Rolls Royce sind auf der Retro Classics im Atrium ausgestellt. Parallel dazu findet dort eine Ausstellung historischer Gepäckstücke aus der Sammlung der „Vintage Luggage Company“ mit dem Titel „The Fine Art of Travelling“ sowie eine Schau historischer Kühlerfiguren aus der Sammlung Volker Neumann und Siegmund Schaich statt.
© Fotoquelle / Bildrechte: Hans-Günter Zach

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