| Frisch restauriert und mit H-Kennzeichen: der Mercedes-Benz G 300 aus dem Jahre 1980. |

Auf-G-baut
Autor/Redaktion: Gerhard Prien · 26. Oktober 2011
Was macht man nicht alles, wenn man vom Allrad-Bazillus befallen ist. Joachim Gertenbach, in der Szene der Fernreisenden kurz als Joe bekannt, wagte sich an die Restaurierung eines Mercedes-Benz G aus dem Baujahr 1980.
Erfahrung mit Allradmobilen hat Gertenbach reichlich. Der im rheinhessischen Flonheim ansässige Inhaber eines Vertriebs für Oberflächenspiegel und Broadcast-Equipment hat bereits in liebevoller Kleinarbeit einen Allrad-Lkw mit Stern zum Fernreisemobil der Extraklasse aus- und umgebaut. Daher weiß er um die gute Ersatzteilversorgung bei Mercedes, um die Qualität der Fahrzeuge und den guten Service.
Seit Januar 2011 ist er selbständig und suchte für sein neu gegründetes Unternehmen einen Pkw. Der sollte gleichzeitig als Werbeträger für die Firma dienen und, logisch, Allradantrieb haben. Und nach Möglichkeit auch wieder einen Stern auf der kantigen Haube tragen. Da kam ihm ein gebrauchter, dreitüriger Mercedes G 300 Diesel aus dem Baujahr 1980 gerade recht. Denn mit seinem Alter von 30 Jahren ist der G auch tauglich für ein H-Kennzeichen. Das erlaubt das Befahren von Umweltzonen, die Gertenbach hin und wieder aus beruflichen Gründen aufsuchen muss.
Leider erwies sich das Fahrzeug, das sich Joe zugelegt hatte, als nicht ganz so gut erhalten wie gehofft und erwartet. Der anfallende Arbeitsaufwand für eine Restaurierung schien extrem hoch. Aber der Teufel ist ja bekanntermaßen ein Eichhörnchen. Und so ergab es sich, dass Joe im Verlauf verschiedener Benzin- und Diesel-Gespräche von einem weiteren Enthusiasten erfuhr, der zufällig einen sehr gut erhaltenen Rahmen inklusive Karosserie und – aus Gertenbachs Sicht – optimaler Motor- und Achskombination verkaufen wollte. Einen 240-er D mit langen Achsen und einer kräfteschonenden Servolenkung. Zusätzlich gab es im Paket noch ein drittes Fahrzeug, das Motor und Achsen liefern konnte, und dazu diverse Kleinigkeiten, die man eben auch immer gut gebrauchen kann. Ansonsten war auch das Spenderfahrzeug Nummer zwei in einem, wie Gertenbach sagt, „sehr schlechten Zustand“.
Seit Januar 2011 ist er selbständig und suchte für sein neu gegründetes Unternehmen einen Pkw. Der sollte gleichzeitig als Werbeträger für die Firma dienen und, logisch, Allradantrieb haben. Und nach Möglichkeit auch wieder einen Stern auf der kantigen Haube tragen. Da kam ihm ein gebrauchter, dreitüriger Mercedes G 300 Diesel aus dem Baujahr 1980 gerade recht. Denn mit seinem Alter von 30 Jahren ist der G auch tauglich für ein H-Kennzeichen. Das erlaubt das Befahren von Umweltzonen, die Gertenbach hin und wieder aus beruflichen Gründen aufsuchen muss.
Leider erwies sich das Fahrzeug, das sich Joe zugelegt hatte, als nicht ganz so gut erhalten wie gehofft und erwartet. Der anfallende Arbeitsaufwand für eine Restaurierung schien extrem hoch. Aber der Teufel ist ja bekanntermaßen ein Eichhörnchen. Und so ergab es sich, dass Joe im Verlauf verschiedener Benzin- und Diesel-Gespräche von einem weiteren Enthusiasten erfuhr, der zufällig einen sehr gut erhaltenen Rahmen inklusive Karosserie und – aus Gertenbachs Sicht – optimaler Motor- und Achskombination verkaufen wollte. Einen 240-er D mit langen Achsen und einer kräfteschonenden Servolenkung. Zusätzlich gab es im Paket noch ein drittes Fahrzeug, das Motor und Achsen liefern konnte, und dazu diverse Kleinigkeiten, die man eben auch immer gut gebrauchen kann. Ansonsten war auch das Spenderfahrzeug Nummer zwei in einem, wie Gertenbach sagt, „sehr schlechten Zustand“.
| Aus drei mach eins: zwei Spenderfahrzeuge mussten für die Restaurierung herhalten. |
Die Restaurierung begann mit dem Abbau der Karosserie und der vollständigen Entfernung des gesamten "Innenlebens". Kabelbaum, Armaturen, Sitze, Scheiben, alles musste raus. Rahmen und Fahrerhaus und diverse weitere Teile wurden zunächst geschliffen und entrostet. Die hinteren Kotflügel waren auch nicht mehr optimal, Joes Schrauber-Kumpel "Manic-Mechanic" Dirk flexte sie heraus, Freund Orest schweißte die neuen Kotflügel ein. Sämtliche Fugen wurden mit dem Messer nachbehandelt, für einen möglichst originalen "Look". Alle Roststellen wurden bis aufs Metall runtergeflext, dann kam reichlich Rostschutz drauf. Schließlich soll das Schätzchen ja ein paar Jahre gut überstehen und seinem neuen Besitzer beste Dienste leisten.
Als gute Investition in die Zukunft sieht Gertenbach auch weitere Maßnahmen wie etwa den komplett mit Unterbodenschutz gespritzten Fahrzeugboden. Sämtliche Hohlräume der Karosserie wurden mit Mike Sanders Hohlraumschutz geflutet, gut fünf Kilogramm gingen alleine für die Holme des Fahrzeugs drauf. Die ehemals weiße Karosserie sah nach diesen ganzen Arbeiten schön dunkelrot aus, die Farbe des Rostschutzes. Gespritzt wurde in der Halle, mit "Bordmitteln".
Parallel zu den Karosseriearbeiten und den Lackierungsvorbereitungen am Fahrerhaus wurden Motor und Achsen aus dem „Spender-Fahrzeug“ ausgebaut. Die Kupplung erwies sich noch als absolut okay, lediglich das hintere Lager musste erneuert und ersetzt werden. Auch das Fünfgang-Getrag Getriebe passte – und war noch in Ordnung. Der Tank sah gut aus und war noch dicht, zur Freude von Joe und seinen Mitstreitern. Die Achsen wurden schon mal in Position gebracht und für die Aufnahme des Motors vorbereitet.
Parallel zu den Karosseriearbeiten und den Lackierungsvorbereitungen am Fahrerhaus wurden Motor und Achsen aus dem „Spender-Fahrzeug“ ausgebaut. Die Kupplung erwies sich noch als absolut okay, lediglich das hintere Lager musste erneuert und ersetzt werden. Auch das Fünfgang-Getrag Getriebe passte – und war noch in Ordnung. Der Tank sah gut aus und war noch dicht, zur Freude von Joe und seinen Mitstreitern. Die Achsen wurden schon mal in Position gebracht und für die Aufnahme des Motors vorbereitet.
Die Bremsleitungen erneuerte Freund Andy. Der meinte zwar, die neuen sähen in einem Jahr wieder genauso aus wie die alten – aber da gerade alles so schön auseinander genommen sei, komme man jetzt überall bestens dran. Das musste ausgenutzt werden. Währenddessen wurde die vorbereitete Karosserie des Dreitürers zweimal gefillert und geschliffen. Jedes Mal fielen noch Kleinigkeiten auf, hier und da sollte man noch mal dringend nachbessern. Schließlich sollte das Ergebnis dem Stern ja alle Ehre machen.
Nach längerer Überlegung hatte Joe von einer Lackierung im „Wasserfall-Style“ dann doch Abstand genommen. Der „Wasserfall-Style“ ist übrigens ganz einfach zu realisieren: Mit der Lackierpistole lang mit dünnem Lack auf das Blech draufhalten, die Läufer in Blau mit Weiß geben dann einen netten dreidimensionalen Wasserfall-Effekt. Stattdessen kam, wieder mal, RAL 1002 zum Einsatz, wie schon bei Joes Expeditionsmobil. Ohne Läufer, ohne „Nasen“.
Nach längerer Überlegung hatte Joe von einer Lackierung im „Wasserfall-Style“ dann doch Abstand genommen. Der „Wasserfall-Style“ ist übrigens ganz einfach zu realisieren: Mit der Lackierpistole lang mit dünnem Lack auf das Blech draufhalten, die Läufer in Blau mit Weiß geben dann einen netten dreidimensionalen Wasserfall-Effekt. Stattdessen kam, wieder mal, RAL 1002 zum Einsatz, wie schon bei Joes Expeditionsmobil. Ohne Läufer, ohne „Nasen“.
| Der G bekam die gleiche Farbe wie Joes Expeditionsmobil – RAL 1002. |
Dann war endlich der Motor drin, der Kabelbaum verlegt, die Lenksäule eingebaut – es ging an die Innenverkleidungen und den Einbau der Rücksitzbank. Die Recaros für Fahrer und Beifahrer sind schon mal gesaugt und mit Teppichreiniger vom gröbsten Dreck der Jahre befreit worden. Endlich stand der 300-er G wieder auf eigenen Rädern. Für die Montage der Leichtmetallfelgen war der Anbau von Kotflügelverbreiterungen notwendig. Damit der „Gammel“ – andere sagen Rost – im hinteren Kotflügelbereich ein Ende hat, wurden dort gleich die Innenkotflügel aus Kunststoff aus dem 461-er Modell verbaut. Das sollte der „braunen Pest“ das Einnisten vor allem im Bereich der Rückleuchten dauerhaft erschweren.
Nach Verschraubung von Kühlergrill und Stoßstange kamen – für den zeitgemäßen Look –natürlich auch Nebelscheinwerfer an die Frontpartie. Bei der Gelegenheit wurde auch gleich die Elektrik beim Armaturenbrett „aufgeräumt“. So langsam näherte sich der G seiner Vollendung.
Die letzten Ein- und Umbauten erfolgten am 27. und 28. Dezember 2010. Am 30. Dezember ging es dann mit Kurzzeit-Kennzeichen zunächst zur Mercedes-Werkstatt für Abgasuntersuchung und Bremstest. Mit den entsprechenden Bescheinigungen fuhr Joe zur TÜV-Abnahme und zur Erteilung des H-Gutachten für den 30 Jahre alten Oldtimer. Beides absolvierte der G mit Bravour. Somit stand einer Zulassung als „historisches Fahrzeug“ nichts mehr im Weg.
Joes Erfahrungen bei der Restaurierung seines G unter dem Motto „aus drei mach eins“: Hilfreich sind spezielle Unterforen einschlägiger Internet-Foren, wo einem immer wieder mit Rat und Tat geholfen wird. Die Versorgung mit Ersatzteilen über Mercedes-Benz läuft absolut problemlos, dennoch hat sich Gertenbach auch hin und wieder bei Händlern aus Österreich – mit Teilen von Steyr-Puch – bedient.
Do-it-yourself-Bücher wie zum Beispiel „jetzt helfe ich mir selbst“ erwiesen sich teilweise als nur wenig hilfreich bei der Restaurierung – auch, weil etwa der Stromlaufplan des 300-er G fehlte. Als wesentlich ergiebiger zeigte sich da die Internetseite von Hans Hehl, deren umfangreiche Sammlung hilfreiche Hinweise enthält. Und, eine wichtige Erfahrung hat Gertenbach bei seinem G auch gemacht: Der Drehzahlmesser wird NICHT über Klemme W angesteuert. Obendrein sei, so der Rheinhesse, gerade bei den ersten Baujahren, der Rost das wohl größte Problem bei der Restaurierung eines G-Modells.
Mittlerweile rollt der Joes G seit gut einem halben Jahr über deutsche Straßen – ruhig und gelassen, mit H-Kennzeichen und zur vollen Zufriedenheit seines Besitzers. Der wird häufig auf das Schmuckstück angesprochen – womit das Ziel, den Wagen auch als Eyecatcher einzusetzen, als vollauf erreicht betrachtet werden kann.
Nach Verschraubung von Kühlergrill und Stoßstange kamen – für den zeitgemäßen Look –natürlich auch Nebelscheinwerfer an die Frontpartie. Bei der Gelegenheit wurde auch gleich die Elektrik beim Armaturenbrett „aufgeräumt“. So langsam näherte sich der G seiner Vollendung.
Die letzten Ein- und Umbauten erfolgten am 27. und 28. Dezember 2010. Am 30. Dezember ging es dann mit Kurzzeit-Kennzeichen zunächst zur Mercedes-Werkstatt für Abgasuntersuchung und Bremstest. Mit den entsprechenden Bescheinigungen fuhr Joe zur TÜV-Abnahme und zur Erteilung des H-Gutachten für den 30 Jahre alten Oldtimer. Beides absolvierte der G mit Bravour. Somit stand einer Zulassung als „historisches Fahrzeug“ nichts mehr im Weg.
Joes Erfahrungen bei der Restaurierung seines G unter dem Motto „aus drei mach eins“: Hilfreich sind spezielle Unterforen einschlägiger Internet-Foren, wo einem immer wieder mit Rat und Tat geholfen wird. Die Versorgung mit Ersatzteilen über Mercedes-Benz läuft absolut problemlos, dennoch hat sich Gertenbach auch hin und wieder bei Händlern aus Österreich – mit Teilen von Steyr-Puch – bedient.
Do-it-yourself-Bücher wie zum Beispiel „jetzt helfe ich mir selbst“ erwiesen sich teilweise als nur wenig hilfreich bei der Restaurierung – auch, weil etwa der Stromlaufplan des 300-er G fehlte. Als wesentlich ergiebiger zeigte sich da die Internetseite von Hans Hehl, deren umfangreiche Sammlung hilfreiche Hinweise enthält. Und, eine wichtige Erfahrung hat Gertenbach bei seinem G auch gemacht: Der Drehzahlmesser wird NICHT über Klemme W angesteuert. Obendrein sei, so der Rheinhesse, gerade bei den ersten Baujahren, der Rost das wohl größte Problem bei der Restaurierung eines G-Modells.
Mittlerweile rollt der Joes G seit gut einem halben Jahr über deutsche Straßen – ruhig und gelassen, mit H-Kennzeichen und zur vollen Zufriedenheit seines Besitzers. Der wird häufig auf das Schmuckstück angesprochen – womit das Ziel, den Wagen auch als Eyecatcher einzusetzen, als vollauf erreicht betrachtet werden kann.
© Fotoquelle / Bildrechte: Joachim Gertenbach

TERMINE
| 24.02-26.02.2012 Winterrallye | |
| 25.02.2012 Gespann- und Winterfahrertreffen | |
| 02.03-04.03.2012 Antwerp Classic Salon 2012 | |
| 03.03-04.03.2012 Oldtimer-Teile-Markt in den Zentralhallen | |
| 15.03-15.10.2012 42. Int. Zielfahrt nach Steyr | |
| 17.03.2012 12 Frühjahrs-Teilemarkt |
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