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Porsche-Legenden auf der Retro Classics
Autor/Redaktion: Uschi Kettenmann · 03. März 2010
Auf der Retro Classics 2010 geben sich drei Legenden von Porsche ein Stelldichein: der Rometsch Spyder, der Mathé Porsche »Fetzenflieger« und dem Typ 64, der so genannten Berlin-Rom-Wagen.

Letzterer wurde Anfang 1939 von Ferdinand Porsche nach älteren Plänen auf Basis des KdF-Wagens (des späteren Käfers) entwickelt. Anlass für die Konstruktion des aerodynamischen Sportwagens war eine für September 1939 geplante spektakuläre Fernfahrt von Berlin in die italienische Hauptstadt. Als Anfang September der Zweite Weltkrieg ausbrach, verschwand dieses Projekt freilich in der Schublade. Nur eines der drei bis August 1939 im Zuffenhausener Werk fertig gestellten Automobile überlebte die Kriegswirren. Das mit rund sechs Millionen Euro versicherte Fahrzeug, das heute als „Ur-Porsche gilt, wird von der Münchener Gesellschaft HistoryCar auf der Retro Classics ausgestellt.
Porsche Typ 64 „Berlin-Rom-Wagen“
Der auch als „Berlin-Rom-Wagen“ bezeichnete Typ 64 im Hof der Porsche-Villa in Stuttgart, 1939.
Erst 2009 wurde der Rometsch Spyder in einer Hockenheimer Lagerhalle wieder entdeckt. Sein Debüt feierte der Porsche 550 Spyder auf dem Pariser Automobilsalon im Oktober 1953. Zu Beginn der Rennsaison 1954 allerdings befand sich der Rennwagen noch im Versuchsstadium. Käufer mussten sich noch ein ganzes Jahr gedulden. Die Renngemeinschaft Berlin wollte jedoch nicht solange warten. Mit Genehmigung sowie unter Zulieferung von Karosserie- und Technikteilen von Porsche bauten sie auf dem Chassis des Volkswagen und auf Basis der Technik des frühen Porsche 550 Spyder einen Rennwagen, der im Frühjahr 1954 bei der Berliner Karosseriebaufirma „Karosserie Friedrich Rometsch“ eine flache, aber elegante Leichtmetall-Pontonkarosserie erhielt. Der zunächst montierte 1,1 Liter-Werksmotor von Porsche brachte 68 PS Leistung. Das Getriebe wurde wie beim Porsche 356 vor dem Motor montiert. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 190 bis 200 km/h.
Porsche Rometsch Spyder Prototyp Hamburg
Frisch restauriert: der Rometsch Spyder lag Jahrzehnte im Dornröschenschlaf.
Ursprünglich war der Wagen für Rennen der 1,1 Liter-Klasse vorgesehen. Doch bei Fertigstellung des Wagens im Frühjahr 1954 fanden diese Rennen nur noch in der sowjetischen Besatzungszone statt. So erhielt der Wagen später einen stärkeren, rollengelagerten Werksmotor und wurde bei Rennen der 1500er-Klasse eingesetzt. Die Karosserie wurde von Bernhard Cappenberg, der selbst für die Renngemeinschaft Berlin fuhr, entworfen. Auch Helmut Nedermayr fuhr mit diesem Wagen und ging mit ihm 1954 beim Eifelrennen auf dem Nürburgring an den Start.
Porsche Rometsch Spyder Prototyp Hamburg
Das Cockpit des Rometsch Spyder
Ende der 50er Jahre wurde der Rometsch Spyder von dem Münchner Rennfahrer Harry Merkel zu einem Sportwagen umgebaut, erhielt eine zweite Tür, wurde neu lackiert und anschließend verkauft. Nach Jahrzehnte langem Dornröschenschlaf wurde der Rometsch Spyder gerade erst im Hamburger Automuseum Prototyp liebevoll restauriert und hat auf der Retro Classics nun seinen ersten Auftritt vor Publikum.
Otto Mathé Fetzenflieger Rennwagen Porsche
Otto Mathé in seinem selbst konstruierten Rennwagen
Aus dem Prototyp-Museum stammt auch der 1952 von dem Rennfahrer und Konstrukteur Otto Mathé gebaute »Fetzenflieger«, das erfolgreichste österreichische Rennauto der fünfziger Jahre. Der von einem Spyder-Motor getriebene Wagen gilt als Vorläufer der Formel-1- und Formel-2-Fahrzeuge, die ab 1960 in Zuffenhausen gebaut wurden. Mathé, der nach einem Unfall seinen rechten Arm nicht mehr bewegen konnte, konstruierte 1952 seinen eigenen Rennwagen. Angefeuert wird er von einem 130 PS starken Fuhrmann Porsche Spyder Motor mit einem Hubraum von 1.500 ccm.
Mathe Fetzenflieger Porsche Prototyp Hamburg
Der „Fetzenflieger“ von Otto Mathé aus dem Hamburger Prototyp Museum.
Mit dem einhändig zu steuernden Wagen errang Mathé rund 100 nationale Klassensiege und wurde mehrfacher Österreichischer Staatsmeister. Seinen etwas merkwürdigen Spitznamen verdankt der „Fetzenflieger“ dem Umstand, dass die Motorabdeckung teilweise aus Leinen bestand, das sich bei einer Fehlzündung leicht entzündete und dann in Fetzen über die Rennbahn flog.
Porsche Boxster Spyder
Der Neue: Porsche Boxster Spyder von 2009
In unmittelbarer Nachbarschaft der drei Legenden im Foyer/Eingang Ost präsentiert Porsche den neuen Boxster Spyder, das 320 PS starke, leichteste Serienmodell der modernen Porsche-Palette.
Kategorie(n):
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Neuwagen
Oldtimer
© Fotoquelle / Bildrechte: Porsche, Prototyp
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