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Die Welt der automobilen Farben
Autor/Redaktion: Uschi Kettenmann · 16. August 2010
Ob ein Auto gefällt oder nicht, ist meist eine Frage des Geschmacks. Warum aber sind manche Autos schöner als andere? Was macht die Optik eines Autos eigentlich aus? Auf den ersten Blick erkennt man weder Motor noch Leistung, genauso wenig Drehmoment oder Innenausstattung. Was aber sofort ins Auge fällt, sind Form und Farbe. Diesem Thema widmet sich die neue Sonderausstellung ab 18. August 2010 im Audi museum mobile. „Farbverlauf“ ist sie überschrieben und präsentiert das Thema Farbe und Lackierung von den 1920er Jahren bis zur Gegenwart.
Autolackiererei DKW Auto Union Berlin Spandau
Autolackiererei in den 1930er Jahren: Hier am Beispiel der DKW-Modelle in der Auto Union Fabrik in Berlin-Spandau.
Im Zusammenspiel von Farbe und Form hat immer die Farbe eine tragende Rolle. Ein Designer kann die schönsten Formen gestalten, das Ganze aber in der falschen Farbe lackiert – undenkbar! Eine Luxuslimousine in türkis? Ein Sportwagen in pink? Mehr als alles andere bestimmt der Fahrzeuglack, wie ein Automobil wahrgenommen wird. Dabei ist der Lack aber nicht nur die Farbe des Automobils, sondern darüber hinaus auch eine wichtige Schutzschicht, welche die Karosserie und andere Fahrzeugteile vor Umwelteinflüssen schützt – eine hochkomplexe Beschichtung, die es in zahllosen Farbtönen gibt und deren Verarbeitung mittlerweile eine Wissenschaft für sich ist. Grund genug dem Thema „Autolack“ eine eigene Sonderausstellung zu widmen.
Prospekt Audi 1965 Farben
1965 kam der erste Audi nach dem Zweiten Weltkrieg auf den Markt: Der damalige Farbprospekt bot dem Kunden verschiedenste Varianten.
Anhand von zwölf Automobilen in zeittypischen Farben wird der Geschichte der Lackierung auf den Grund gegangen und das Thema von verschiedenen Seiten beleuchtet. Wer weiß zum Beispiel, dass sich die Audi-Farbpalette seit 1949 auf mehr als 1.000 Varianten summiert? Oder dass die amerikanische Automobil-Massenproduktion erst möglich war, als die US-Army mit massenhaften Schießpulverreserven aus dem 1. Weltkrieg heimkam? Die Chemieindustrie vermochte daraus Nitrozellulose-Lack herzustellen, der deutlich schneller trocknete. In den USA war die Sprühpistole längst eingeführt, während in Deutschland die Autos noch mit dem Pinsel in Form gebracht wurden – und mitunter drei Wochen zum Trocknen brauchten. Von den zwölf ausgestellten Fahrzeugen, vom Horch bis zu einem Lamborghini Diablo, steht jedes für einen speziellen Trend. So wie es der Markt eben wünschte – von gediegen schwarz bis zu knallig violett.

Ausstellungsmacher Stefan Felber sagt: „.Wir erläutern die Kulturgeschichte der Farbe und gehen dem Phänomen Sehen nach. In einem Farbverlauf beleuchten wir die einzelnen automobilen Grundfarben - zeigen, dass Rot nicht gleich Rot ist, Blau nicht immer auch blau sein muss und machen uns auf Spurensuche nach dem Ursprung von Farbnamen wie Kalaharibeige, Paradiesgrün oder Sphärenblau.“ Die Ausstellung „Farbverlauf“ läuft im Audi museum mobile bis 30. November 2010.
© Fotoquelle / Bildrechte: Audi
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