| Start zum ersten Rennen am Freitag: vorne der Porsche 911 von 1965, mit dem das Team Michael Roock / Claudia Hürtgen die Nürburgring-Trophy im Rahmen des Historic Marathon gewannen. |

Sonnenschein und Nebel: 62.000 Besucher beim AvD-Oldtimer-Grand-Prix
Autor/Redaktion: Uschi Kettenmann · 10. August 2009
62.000 Besucher am Nürburgring – der 37. AvD-Oldtimer-Grand-Prix beeindruckte wieder mit spannenden Rennen und interessanten wie seltenen Fahrzeugen aus der Motorsportgeschichte. Nach einem sonnigen Auftakt am Freitag versank der Samstag allerdings komplett im Dunst – diesem Wetter fielen alle Trainingsläufe und einige Rennen zum Opfer. Der freundliche Rennsonntag entschädigte dafür die Besucher für den vernebelten Vortag.
Der Höhepunkt des ersten Tages, der 19. AvD-Historic-Marathon 500, musste nach etwa zweieinhalb Stunden spannenden Renngeschehens wegen einer Ölspur auf der Nordschleife abgebrochen werden. Als Sieger wurde das Team Gotcha Racing, bestehend aus Marcus Graf von Oeynhausen und Frank Stippler im Jaguar E-Type von 1962 abgewunken.
| Spannende Szenen im Historic-Marathon - hier ein Aston Martin DP 214, gefolgt von Porsche 911 und Ford Shelby Mustang. |
Ebenfalls auf der Nordschleife fand am Freitag die Youngtimer-Trophy statt, die zum ersten Mal beim AvD-Oldtimer-Grand-Prix startete. Das Rennen entschied Deutschlands erfolgreichster Tourenwagenfahrer Klaus Ludwig mit seinem Kollegen Christian Stahl im Porsche 934-5 aus dem Jahr 1976 für sich.
Mit einer Verspätung vor viereinhalb Stunden wegen des Nebels begann am Samstag mit den Tourenwagen bis 1965 das erste Rennen. Aus Sicherheitsgründen wurde mit Licht gefahren und hinter dem Safety Car gestartet, das nach dem Start noch für zwei Runden auf der Strecke blieb. Gewinner waren zwei Ford Mustang von 1965, gefolgt von einem Alfa Romeo Giulia Sprint GTA aus dem gleichen Baujahr.
| Startaufstellung der Tourenwagen bis 1965 im Nebel: vorne zwei Ford Mustang, die beiden späteren Gewinner. |
Ein begeisterndes Rennen der Tourenwagen und GT aus der Zeit von 1972 bis 1981, gespickt mit vielen Positionskämpfen und Überholmanövern, entschädigte Zuschauer und Fahrer für die lange Wartezeit. Nach einem spannenden Zweikampf entschied Daniel Schrey mit seinem Porsche 935 K3 (1979) den Lauf für sich. Schrey profitierte von einem Verbremser von „Mark Bullitt“ aus den USA im Porsche 935/80, Manfred Winkelhocks Einsatzauto der Deutschen Rennsport-Meisterschaft 1980, und übernahm die Führung. Den dritten Platz errang Paul Singer im Porsche 935, ein Ex-Auto von Bob Wollek.
| Kampf der Fliegengewichte: Cooper T45 vor Lotus 18/21. |
Der Lauf der Grand-Prix-Wagen von 1961 bis 1965, der Fliegengewichte der Formel 1, war das mitreißendste Rennen des 37. AvD-Oldtimer-Grand-Prix. Bis zur Zielflagge blieb der Ausgang offen. Letztlich behielt der Brite Alan Baillie die Nase seines Cooper T71/73-Climax 1,5 l (Baujahr 1964) mit hauchdünnem Vorsprung vor seinem Landsmann Rod Jolley im Cooper T45/51-Climax 2,5 l (Baujahr 1958) und dem Schweizer Peter Studer im Lotus 32-Ford TC (Baujahr 1964).
| Kurvengerangel: Maserati 250 F von 1957 überholt einen Emeryson von 1954; dahinter Pierce MG und Gordini 16. |
Den Lauf der älteren Grand-Prix-Wagen bis 1960 gewann der Niederländer Jos Koster in seinem blauen Maserati 250F „Piccolo“ von 1957 nach einem spannenden Duell mit dem Briten Allan Miles in seinem 250F. „Das war ein hartes Stück Arbeit“, gestand Koster nach dem Rennen.
Dahinter kämpften Stefan Schollwoeck im Maserati 4CM, mit dem Baujahr 1932 das älteste Fahrzeug im Feld, und Hubert Fabri im Aston Martin DBR4 von 1959 um den dritten Platz. Beim Anbremsen der Rechtskurve eingangs der Mercedes-Arena blockierte der Motor des Vorkriegs-Maserati und beide drehten sich. Während Fabri weiterfahren konnte und Dritter wurde, musste Schollwoeck aufgeben.
Dahinter kämpften Stefan Schollwoeck im Maserati 4CM, mit dem Baujahr 1932 das älteste Fahrzeug im Feld, und Hubert Fabri im Aston Martin DBR4 von 1959 um den dritten Platz. Beim Anbremsen der Rechtskurve eingangs der Mercedes-Arena blockierte der Motor des Vorkriegs-Maserati und beide drehten sich. Während Fabri weiterfahren konnte und Dritter wurde, musste Schollwoeck aufgeben.
| Beim Kampf um den dritten Platz ausgefallen: Der Maserati 4CM wird abgeschleppt. |
Zu den Publikumslieblingen zählten die Big Banger des Orwell SuperSports Cups. Die Rennen mit den Autos aus der amerikanischen CanAm-Serie und der europäischen Interserie gewann der Frankfurter Timo Scheibner im Lola T222-Chevrolet, dem ehemaligen Interserie-Auto von Jo Bonnier und Vic Elford, vor dem Italiener Mario Matteo Tullio im March 707-Chevrolet. Favorit Silvio Kalb war in seinem March 76 S sowohl im ersten als auch im zweiten Rennen ausgefallen.
| Noch ist Scheibner im Lola T222-Chevrolet hinter Tullio im March 707 – am Ende gewann er beide Rennen vor dem Italiener. |
Einer der Stars des Oldtimer-Grand-Prix war der Sauber-Mercedes C9 von 1989 mit der Chassis-Nummer 5– kaum ein Auto im Fahrerlager wurde häufiger fotografiert. Vor genau 20 Jahren gewannen Jean Louis Schlesser und Jochen Mass mit diesem Auto den Weltmeisterschaftslauf auf dem Nürburgring und legten damit den Grundstein für den Titel am Ende des Jahres. Mit einem entspannten Lächeln saß sein heutiger Besitzer Rob Sherrard in einem Campingstuhl und schaut dem Treiben rund um seinen silbernen Renner zu. Genauso entspannt bewies der Australier die Stärke seines 720 PS starken Boliden - übrigens mit identischer Startnummer wie 1989 - beim Rennen der Gruppe C am Sonntag, das er souverän gewann. „„Ich hatte ein bisschen Arbeit mit den Überrundeten,“ meinte Sherrard danach. Kein Wunder: Bis auf drei Fahrzeuge hatte er am Ende alle Konkurrenten überrundet.
| Lief wie ein Uhrwerk: Der C9 war mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 163 km/h unterwegs. |
Eine besondere Attraktion war das alte Fahrerlager mit den historischen Wellblech-Garagen, in denen die Vorkriegsfahrzeuge untergebracht waren. Und auch die zahlreichen Markenclubs von Alfa über Jaguar und Porsche bis Volvo verwandelten den Nürburgring für ein Wochenende zum rollenden Oldtimermuseum.
| Zuffenhausener aufgereiht: Parkplatz der Porsche-Clubs. |
© Fotoquelle / Bildrechte: AvD/Herbert Steves (heppypress), Autoreporter

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