| Planai-Sieger 2012: Karsten Wohlenberg und Mike Höll im Mercedes-Benz 230 SL von 1964. |

Schneesturm, Eisplatten und ein Sieg mit kaum Abweichung
Autor/Redaktion: Uschi Kettenmann · 09. Januar 2012
Trotz schwierigster Bedingungen, einem Schneesturm am Dachstein, teuflischer Eisplatten und starker Konkurrenz: Mit einer Gesamtabweichung von nur 493 Hundertstelsekunden konnten der Deutsche Karsten Wohlenberg und sein österreichischer Navigator Mike Höll den Sieg bei der Planai-Classic 2012 erringen.
Insgesamt 42 Teams stellten sich am 4. und 5. Januar 2012 der Herausforderung, darunter Rallyelegende Rauno Aaltonen, der mit seinem österreichischen Navigator Manfred Huber einen Mini Cooper S aus dem Jahr 1972 pilotierte. Den ältesten Boliden, eine Lea Francis P-Type aus dem Jahr 1927, setzt wieder das Ehepaar Christian und Margot Baier ein – um den beißend kalten Fahrtwind im offenen Boliden auszuhalten, sind die beiden dick verpackt und mit Wärmegelpacks bewaffnet, ebenso wie Gery Hofer und Johann Kofler im Sunbeam Super Sports aus dem Jahr 1930.
| Da half nur dickes Einmummeln: Christian und Margot Baier im Lea Francis P-Type von 1927. |
Schwierigste Bedingungen fanden die Teilnehmer der Planai Classic besonders auf dem Prolog am ersten Tag vor – die Strecke führte von Gröbming nach Schladming, wo das Feld von zahlreichen Fans empfangen wurde, und wieder retour, dazwischen ging es auch auf den Dachstein. Dort herrschte ein Schneesturm, der so stark war, dass sogar der Betrieb der Dachstein-Seilbahn eingestellt wurde. Die Sicht war schwer beeinträchtigt. Ganz besonders jene des BMW-Teams mit Manfred Grunert und Stefan Grundhoff, denn die beiden Deutschen fuhren aufgrund eines technischen Defekts ganz ohne Scheinwerferlicht den Berg hinauf. Die Temperaturen schwankten zwischen plus zwei und minus zwei Grad Celsius, daher tauchte schon einmal überraschend so manche Eisplatte auf – die Piloten mussten teuflisch Acht geben, um nicht von der Strecke zu rutschen.
| Ein Schneesturm auf dem Dachstein machte den Teilnehmern schwer zu schaffen. |
Bei derart schwierigen Bedingungen passiert schon mal der eine oder andere Fehler. Nach der Dachstein-Prüfung lagen die Österreicher Albert Kröpfl und Gerhard Hierzer im Austin Mini Cooper S in Führung – doch ein Rechenfehler des Navigators kostete rund drei Sekunden. Aber auch prominente Teilnehmer wie Ex-Weltmeister Björn Waldegard patzten bei den schwierigen Verhältnissen. Waldegard irrte sich im Zusammenhang mit einer Lichtschranke - und schon musste er einen „Tausender“ hinnehmen. 1000 Strafpunkte, 1000 Hundertstelsekunden also - in der Welt der Regularity-Piloten eine Ewigkeit. Veranstalter Helmut Zwickl bilanzierte nach dem schwierigen ersten Tag: „Es wurde hervorragend gefahren, denn es gab keine Blechschäden, obwohl die Bedingungen wirklich besonders teuflisch waren.“ Am Ende setzten sich Michael und Maximilian Münzenmaier im Opel Rallye Ascona aus dem Jahr 1971 an die Spitze, hinter Karsten Wohlenberg und Mike Höll im Mercedes-Benz 230 SL aus 1954.
Am zweiten Tag auf der Planai Bergprüfung gelang dem Team Wohlenberg/Höll ein Nuller, also eine Abweichung von Null, obwohl die Strecke im zweiten Durchgang wegen des Schneefalls deutlich langsamer wurde. Das bedeutete den Gesamtsieg. Wohlenberg erzählt: „Wir haben uns im ersten Durchgang einen Polster von 1:15 Minuten gelassen, davon haben wir dann 15 Minuten verbraucht. Wir haben also mit wenig Risiko die maximale Ausbeute holen können. Ich möchte aber dazusagen, dass wir eigentlich drei Siegerteams haben, die Top 3 lagen hier immer auf Augenhöhe.“
Für Michael Münzenmaier mit seinem noch relativ unerfahrenen Sohn Maximilian reichte es am Ende mit 525 Hundertstelsekunden Abweichung „nur“ für Platz zwei. Der Deutsche ächzte: „Es war wie im Vorjahr, da haben wir auch mit 16 Hundertstel geführt und wurden dann noch abgefangen. Doch am Ende hat der Beste gewonnen – und ich möchte eines hinzufügen: Unsere Uhr wurde kaputt - und raten Sie einmal, wer uns ein Ersatzgerät geborgt hat? Richtig, unser direkter Konkurrent und nunmehrige Sieger Karsten Wohlenberg.“
Wolfgang und Barbara Stegemann auf einem Alfa Romeo Giulia Sprint aus dem Jahr 1963 belegten mit 535 Strafpunkten den dritten Gesamtrang. Auf der stark verschneiten Planai Bergstraße wollte es der schnelle „Rallye-Graf“ Ernst Harrach im VW Käfer unbedingt wissen – er markierte mit 4:51.15 Minuten die mit Abstand schnellste Zeit, selbst wenn ihm dieses Unterfangen eine Disqualifikation einbrachte. Ganz anders verlief das Abenteuer von Johann Kofler und Gery Hofer im offenen Sunbeam Supersports aus dem Jahr 1930 – der Wagen blieb stecken, die beiden Piloten kamen zu Fuß ins Ziel und wurden somit noch auf Platz 30 gewertet.
Am zweiten Tag auf der Planai Bergprüfung gelang dem Team Wohlenberg/Höll ein Nuller, also eine Abweichung von Null, obwohl die Strecke im zweiten Durchgang wegen des Schneefalls deutlich langsamer wurde. Das bedeutete den Gesamtsieg. Wohlenberg erzählt: „Wir haben uns im ersten Durchgang einen Polster von 1:15 Minuten gelassen, davon haben wir dann 15 Minuten verbraucht. Wir haben also mit wenig Risiko die maximale Ausbeute holen können. Ich möchte aber dazusagen, dass wir eigentlich drei Siegerteams haben, die Top 3 lagen hier immer auf Augenhöhe.“
Für Michael Münzenmaier mit seinem noch relativ unerfahrenen Sohn Maximilian reichte es am Ende mit 525 Hundertstelsekunden Abweichung „nur“ für Platz zwei. Der Deutsche ächzte: „Es war wie im Vorjahr, da haben wir auch mit 16 Hundertstel geführt und wurden dann noch abgefangen. Doch am Ende hat der Beste gewonnen – und ich möchte eines hinzufügen: Unsere Uhr wurde kaputt - und raten Sie einmal, wer uns ein Ersatzgerät geborgt hat? Richtig, unser direkter Konkurrent und nunmehrige Sieger Karsten Wohlenberg.“
Wolfgang und Barbara Stegemann auf einem Alfa Romeo Giulia Sprint aus dem Jahr 1963 belegten mit 535 Strafpunkten den dritten Gesamtrang. Auf der stark verschneiten Planai Bergstraße wollte es der schnelle „Rallye-Graf“ Ernst Harrach im VW Käfer unbedingt wissen – er markierte mit 4:51.15 Minuten die mit Abstand schnellste Zeit, selbst wenn ihm dieses Unterfangen eine Disqualifikation einbrachte. Ganz anders verlief das Abenteuer von Johann Kofler und Gery Hofer im offenen Sunbeam Supersports aus dem Jahr 1930 – der Wagen blieb stecken, die beiden Piloten kamen zu Fuß ins Ziel und wurden somit noch auf Platz 30 gewertet.
| Aufstellung der Teilnehmerfahrzeuge vor dem Zielhang der Planai |
Eine Tradition ist bereits der Abendslalom auf dem Planai-Zielhang, an dem Skilegenden versuchen, zwei möglichst idente Läufe in den Schnee zu zaubern. Wie auch bei den Autos gestaltete sich das Rennen zu einem Hundertstelkrimi. Zwar konnte Hans Enn das Rennen der Skilegenden gewinnen – doch in der Kombinationswertung setzen sich Hans Knauss und der Gesamtsieger der Automobilwertung, Karsten Wohlenberg durch.
© Fotoquelle / Bildrechte: Martin Huber/Planai Classic

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