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AvD-Histo-Monte : Tiefschnee bereits bei der Roadbook-Erstellung
Autor/Redaktion: Uschi Kettenmann · 06. Januar 2012
AvD-Histo-Monte
Wenn das Wetter während der Rallye ebenso sein sollte, wie bei der Erstellung des Roadbooks, dann wird die 18. AvD-Histo-Monte (9. bis 12. Februar 2012) eine perfekte Winterrallye. Auf vielen Bergpässen und Wertungsprüfungen türmte sich der Schnee Ende Dezember zum Teil meterhoch.
AvD-Histo-Monte Roadbook
Erstmals farbig: das Roadbook.
Der Wetterbericht hatte Recht. Auch wenn es in weiten Teilen Deutschlands derzeit wenig winterlich ist – jenseits der Alpen sieht die Situation komplett anders aus. Der angekündigte Wintereinbruch verzichtete auf Strafzeiten und bescherte Deutschland und Frankreich pünktlich den Schnee. Bei der Erstellung des Streckenaufschriebs – das übrigens erstmals komplett farbig gestaltet wird – zwischen dem Schwarzwald und den Bergen um Briançon schneite es nahezu pausenlos. Der angestrebte Zeitplan konnte so gerade noch eingehalten werden, auf dem berüchtigten Mont Revard oberhalb vom Zwischenziel Aix-les-Bains kämpften sich bereits schwere Geräte durch den Neuschnee.
Altbekannt und bewährt haben sich die beiden Eckpunkte der nunmehr 18. AvD-Histo-Monte. Neben dem Ziel am Mittelmeer ist die Gebrüder Grimm-Stadt Hanau zum sechsten Mal in Folge Startort der einzigen deutschen Winter-Oldtimer-Rallye. Dazwischen erwartet die Teilnehmer auf der 1.700 Kilometer langen Reise viel Neues. So wurde die Strecke für den ersten Rallyetag völlig neu zusammengestellt. Statt dem Zwischenziel in Pirmasens wartet nun eine Mittagspause im Schwarzwald auf die Teams. Von Hanau geht es zunächst in Richtung Osten. Erst nach ein paar Prüfungen im Spessart biegt die Route gen Süden ab.
AvD-Histo-Monte
Im Gegensatz zu den Vorjahren sollte im Schwarzwald bereits der erste Schnee auf die Oldtimer warten. Einige Straßenabschnitte zwischen Bad Wildbad, Freudenstadt und Furtwangen liegen über der 1000-Meter-Marke, Schneeketten dürfen also schon am Donnerstag griffbereit im Kofferraum liegen. Entspannung gibt es erst zum Schluss, wenn sich die Piste durch die Rheinebene bis zur französischen Grenze schlängelt.
Nach der Übernachtung in der Nähe von Colmar wartet gleich das nächste Highlight auf die Rallye-Crews. Auf der landschaftlich reizvollen Rennstrecke L'Anneau du Rhin können die Beifahrer früh am Morgen ihre Uhren warm stoppen. Und auch hier gilt: wenn Schnee liegt, wird nicht geräumt, aber gefahren. Neu ist auch der Grenzübertritt in die Schweiz. Entlang des Doubs-Tales geht es nach St. Hippolyte und Morteau, die Schweizer Grenze kommt bis zur Mittagspause bei Pontarlier immer mal wieder in Sichtweite. Vorbei am 1463 Meter hohen Mont D'or und dem Lac de Joux geht es nach dem Stopp nun endgültig in die Berge des französischen Jura. Die nächsten größeren Orte sind Bellegarde-sur-Valserine und Seyssel, bevor es am Lac du Bourget bereits dunkel geworden ist. Das Etappenziel in Aix-les-Bains ist dann aber nur noch Formsache.
AvD-Histo-Monte
Tag 3 beginnt mit der ersten großen Passüberquerung am Col de la Cluse. Besser bekannt unter dem Namen Mont Revard haben hier schon die WM-Teams bei der legendären Rallye Monte Carlo um Sekunden und Bestzeiten gekämpft. Bei der AvD-Histo-Monte entscheiden zwar Gleichmäßigkeitsprüfungen, doch sind diese auf schneebedeckter Piste nicht minder spannend und anspruchsvoll. Wenige Kilometer vor dem Isere-Tal steht dann mit dem Col de Marocaz ein weiterer Pass auf dem Frühstücksplan, danach kommt der der Col du Grand Coucheron mit 1188 Metern.
Etwas ruhiger aber nicht minder schön wird es auf den nächsten Kilometern. Entlang des Vanoise-Bergmassifs mit seinen 3500 Meter hohen Gipfeln folgt das Roadbook der Rallye dem Flusslauf des Arc, bevor ein kleiner Abstecher über italienisches Terrain die Teilnehmer zum Col de l'Echelle führt. Die Behörden wollten den Pass zwar zuerst nicht genehmigen, weil es hier keinen Winterdienst gibt. Doch auf weitere Nachfrage gab man auch hier grünes Licht, sofern nicht meterhohe Schneewände ein Weiterkommen verhindern. Der 24-Stunden-Vorauswagen wird sich während der Rallye die Sache vor Ort genau ansehen, doch eine Umleitung wäre auch hier kein Problem, denn spätestens zur Mittagsrast bei Briancon würden sich alle Teams wieder auf der Originalroute befinden.
AvD-Histo-Monte
Auf dem Weg zum Ziel in Monte Carlo streift die AvD-Histo-Monte nun den Lac de Serre-Poncon, es geht über den Col St. Jean und Fouget, durch die Schluchten Verdaches und Barles, vorbei an Digne-les-Bains, wo sich die berühmte Rallye Monte Carlo ebenso gut auskennt, wie auf dem weiteren Verlauf der Strecke. Dazu gehören der Col de la St. Michel, die Orte Entrevaux und Puget-Theniers entlang der Route Napoleon, die WM-Prüfung vom Col de St. Raphael bis nach Toudon sowie ganz zum Schluss des Tages die vielen Lichter vom Fürstentum Monaco.
Der vierte und letzte Fahrtag führt die Oldtimer-Besatzungen noch einmal über die Grenze, über verschlungenen Pfade in den italienischen Seealpen. Die Highlights des Tages sind der Ort Sospel, der Pass samt Grenzüberganz bei Olivetta San Michele sowie das Nervia-Tal am Fuße des Monte Ceppo, einer der namhaftesten Orte bei der Rallye San Remo - übrigens bis heute. Sollte der Schnee hier in den Bergen nicht zu hoch liegen, gibt es mit dem Colle Langan ein weiteres und noch nie bei der AvD-Histo-Monte gefahrenes Prüfungs-Highlight.
Urban Priol
Urban Priol
Der Abschlussabend mit der Siegerehrung findet im Hotel Le Meridién Beach Plaza in Monte Carlo – dort, wo schon in den siebziger- und achtziger Jahren die ganz großen dieses Sport zu Hause waren

Bis auf fünf Plätze ist die Rallye bereits ausgebucht. Unter den angemeldeten Teilnehmern ist auch ein bekanntes Fernsehgesicht: Kabarettist Urban Priol, bekannt aus "Neues aus der Anstalt" geht bei der 18. AvD-Histo-Monte mit seinem "Steuerberater" Fabian Seydel in seinem BMW 2000 Ti-Lux von 1967 an den Start.
© Fotoquelle / Bildrechte: AvD-Histo-Monte
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