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Wiederholungstäter: die Teilnehmer der Rallye Triest-Wien
Autor: Uschi Kettenmann · 24. August 2009
Über 50 Fahrzeuge gehen bei der 7. Triest-Wien Classic vom 27. bis 29. August 2009 an den Start. Sie gehen in zwei Klassen unabhängig voneinander an den Start: der Regularity-Klasse und der FIA-Race-Klasse. Besonders letztere ist bei historischen Motorsportlern gefragt – hier können sich Fahrer und Fahrzeuge im direkten Wettbewerb messen
Triest-Wien Classic
Historischer Motorsport pur: Die FIA Race-Klasse der Triest-Wien Rallye.
Das faszinierte in den letzten beiden Jahren auch Rallye-Doppelweltmeister Walter Röhrl, der eigentlich auch 2009 wieder bei dem Drei-Länder-Rennen sein Können unter Beweis stellen wollte – aber leider aus persönlichen Gründen absagen musste.
Triest-Wien Classic BMW 2002 ti Michael Putz
Michael Putz in seinem BMW 2002 ti.
So verwundert es nicht, dass unter den gemeldeten Teams viele „Wiederholungstäter“ sind. Allen voran Vater und Sohn Putz. die in der Race-Klasse gegeneinander antreten. Die beiden sind seit der ersten Rallye Wien-Triest 2002 jedes Jahr dabei. Die Niederösterreicher treten dabei im gleichen Modell an: Vater Erwin in einem BMW 2002 ti von 1971, Sohn Michael in einer ein Jahr älteren Sportversion des 02er. Michael Putz, Unternehmer in Klosterneuburg, will seinen Titel als Sieger der 2 Liter Klasse 2007 und 2008 wieder verteidigen und hofft, „auch in diesem Jahr einige PS-starke Porsches hinter uns zu lassen“, wie der 37jährige schelmisch erklärt.
Triest-Wien Classic Fiat Abarth 131 R
Regenerprobt: Fiat Abarth 131 R
Ebenfalls seit Beginn dabei ist Werner Fessl aus Wien, der mit einem seltenen Fiat Abarth 131 R von 1976 in der 2-Liter-Klasse antritt.
Eine ganz besondere Historie hat der 1965er Ford GT 40 von Chris Stahl: Mit diesem 425 PS-Wagen fuhr Willy Mairesse sein letztes Rennen. Im September 1968 trat der Belgier mit dem Spitznamen Kamikaze Willy im GT 40 in Le Mans an. Noch in der ersten Runde verlor er die Kontrolle über den Wagen – er hatte versucht, die während der Fahrt aufgesprungene Tür zu öffnen. Von diesem schweren Unfall erholte sich Mairesse nicht mehr – er starb ein Jahr später. Das Wrack des GT 40 wurde jedoch wieder aufgebaut – und ist mit seinem unverwechselbaren Sound bei der Triest-Wien zu erleben.
Ford GT 40 Le Mans
Der GT 40 kurz vor dem Start in Le Mans 1968.
Ein weiterer Supersportwagen ist der De Tomaso Pantera Gr. IV von Martin Jörgens. Der 1975 gebaute Panther ist einer von 125 intern als Post-Ford bezeichneten Wagen, die zwischen 1975 und 1976 in Modena gebaut wurden.
BMW 328
Hat bereits 70 Jahre auf dem Buckel: Der BMW 328.
Auch zwei Vorkriegsfahrzeuge stellen sich dem Wettbewerb der Rallye. In der Race-Klasse startet das Ehepaar Otten in seinem BMW 328 Roadster von 1939 - in direkter Konkurrenz zum Veritas RS 2000 von 1948 von Lutz Rathenow, der wie die Ottens ebenfalls aus dem niederrheinischen Korschenbroich anreist. Weniger auf Rasen, sondern mehr auf Gleichmäßigkeit sind Paul und Marion Lehner eingestellt. Das Ehepaar aus Baden bei Wien – übrigens der Geburtsort von Mercédès Jellinek, Namensgeberin der Autos aus Untertürkheim – hat sich mit ihrem Lagonda T2-Compressor in der Regularity-Klasse gemeldet. Mit seinem Baujahr 1930 ist der englische Sportwagen, dessen Vorbesitzer übrigens der Vater von Formel 1-Weltmeister Mike Hawthorn war, das älteste Fahrzeug im Feld der Triest-Wien.
Nun schon zum sechsten Mal – immer in der Regularity-Klasse - ist Josef „Pepi“ Panis aus Wiener Neudorf dabei. Er startet mit einer Rarität : einem Lancia Flaminia Zagato I von 1959. Nur 205 Exemplare des Zagato Sport I wurden in der Mailänder Karosserieschmiede wurden hergestellt – natürlich mit der Zagato-typischen Double Bubble-Dachkonstruktion. Von dem Sondermodell, das Panis besitzt, wurden sogar nur drei Stück gebaut.
Triest-Wien Classic Porsche 911 Sau
Schweinchen-Drift: Bernd Langewiesche und sein 911er.
Dominiert wird das Feld von Wagen aus Zuffenhausen: Insgesamt 28 Porsche starten am 27. August in Obatija, darunter auch Bernd Langewiesche, der zum dritten Mal in seinem „Schweinchenauto", einem 911er in Saulackierung, in der Race-Klasse mitfährt, und Armin Zumtobel mit seinem 225 PS starken Porsche 906 von 1966. In der Regularity-Klasse sind immerhin vier 356er dabei. Statistisch gesehen ist es also recht wahrscheinlich, dass ein Zuffenhausener Fahrzeug am Ende in Wien die Nase vorn hat – wenn da nicht der Ehrgeiz der anderen Teilnehmer wäre. Putz hat es bereits angekündigt, und auch Horst Linn, Mitsponsor der Triest-Wien, hat mit seinem Ferrari 308 GTB Gr. 4 von 1981 den Spitznamen „Porschejäger in rot“. Und dann ist da noch das O+O Racing Team, das sich besonders intensiv vorbereitet. Aber diese Geschichte erzählen wir beim nächsten Mal...
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