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Jubel in Köln: Ford kommt
Autor/Redaktion: Uschi Kettenmann · 09. Oktober 2009
Kölner Tagblatt 1929 Ford
Das Kölner Tagblatt jubelte über Fords Ansiedlung.
Ford und Köln gehören mittlerweile zusammen wie „Himmel und Ääd“. Dass Ford in der Domstadt und nicht in Neuss, Düsseldorf oder Essen ansässig ist, liegt an einem Bürgermeister, der später Bundeskanzler werden sollte. Vor 80 Jahren unterzeichnete der damalige Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer den Vertrag über den Bau des Ford-Werkes in Köln-Niehl.
Kölner Tagblatt 1929 Ford Adenauer
Sieger: Adenauers Verhandlungsgeschick brachte Köln den Geldsegen – so sah es der Cartoonist.
„Die deutsche Ford-Fabrik kommt nach Köln“, jubelte entsprechend am 19. Oktober 1929 das Kölner Tageblatt und zeigt einen Cartoon mit Konrad Adenauer als Sieger im Wettrennen mit den anderen Städten. Die Stadt habe „geschickte Verhandlungen“ geführt, die zu diesem „Prestigeerfolg“ geführt hätten.
Als die Marke Ford 1925 nach Deutschland kam, hatte Henry Ford mit seiner 1903 gegründeten Ford Motor Company und der legendären Tin Lizzie", dem ersten auf dem Fließband hergestellten Automobil, in den USA bereits das Zeitalter der Massenproduktion und zunehmenden Motorisierung eingeläutet. Im Berliner Westhafen wurden von 1926 an Einzelteile des amerikanischen T-Modells zusammengeschraubt, die in Holzkisten per Schiff nach Deutschland kamen. Bis zum Umzug nach Köln wurden rund 37.000 T- und A-Modelle montiert - durchschnittlich 50 Wagen pro Tag. Das Gebäude mit fast unveränderter Fassade steht übrigens immer noch und wird heute von einer Spedition als Lagerhalle genutzt.
Ford-Werk Berlin Westhafen
Seit 1926 wurde im Berliner Ford-Werk am Westhafen das T-Modell hergestellt.
1930 erwarb die Ford Motor Company in Köln-Niehl das 170.000 Quadratmeter große Gelände mit 280 Meter Rhein-Front, ausgelegt für Jahresproduktion von bis zu 250.000 Fahrzeugen. Ausschlaggebend für diesen Standort waren die verkehrsgünstige Lage am Rhein sowie die Bahnanschlüsse, aber auch die Nähe zum Ruhrgebiet, da für die Produktion deutsche Zulieferteile verwendet werden sollten. Zur Grundsteinlegung im Oktober 1930 kam Henry Ford sogar extra aus den USA angereist. Das erste Fahrzeug lief bereits am 4. Mai 1931 vom Band: ein A-Modell. Bis heute hat die Ford-Werke GmbH insgesamt knapp 35 Millionen Einheiten in Deutschland produziert.
Ford Werk Köln Niehl Henry Ford Grundsteinlegung
Henry Ford höchstpersönlich reiste 1930 zur Grundsteinlegung nach Köln.
© Fotoquelle / Bildrechte: Ford Werke GmbH
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