Seit Anfang des Jahres hat sich das O&O Racing Team aus Oberalm bei Salzburg auf den Start bei der Rallye Triest-Wien vorbereitet – und ihre Giulia sogar mit einem neuen Motor aufgerüstet.

Giulia mit neuem Motor: O&O bei der Triest-Wien
Autor: Uschi Kettenmann · 27. August 2009
Zum dritten Mal ist Team um Pilot Michael Schauer und Co-Pilot Norbert Oberauer bei der Rallye Triest-Wien dabei. In den letzten beiden Jahren wurden sie Klassensieger in der Klasse bis 1300ccm. In diesem Jahr wollen sie nicht nur wieder den Klassensieg erreichen, sondern auch im Gesamtklassement noch weiter nach vorne kommen. Und dafür haben sie sich und ihren Alfa Romeo Giulia Super TI aus dem Jahre 1966 schon seit Monaten vorbereitet.
| Bei der Wien-Triest 2008 erreichten Michael Schauer und Co-Pilot Norbert Oberauer den Klassensieg in der 1300er-Klasse. |
2007 noch mit dem Lancia Fulvia 1,3S HF Rallye unterwegs, erwarben sie im letztem Jahr die Giulia Super TI aus dem Jahre 1966, mit der sie auch in diesem Jahr wieder, erneut mit der Startnummer 24, in der Race-Klasse auf die Strecke gehen. Äußerlich sieht der Wagen genauso aus wie 2008 – doch unter der Motorhaube steckt inzwischen ein 1,6-Liter Motor mit 145 PS.
Schauer und Oberauer, im Hauptberuf IT-Fachmann und Finanzberater, wollten nämlich mehr Speed. So überlegten sie, die Giulia zu verkaufen und in einen Ford Escort zu investieren – entschieden dann aber anders. Im März 2009 kauften sie einen 1600ccm-Motor aus einer Giulia Super Nova von 1971 und ließen ihn von Alfa-Motorenspezialist Bethke aus Niederbayern auf einen exklusiven Rennmotor umbauen. Das Abenteuer gelang – nach vier Monaten konnte Schauer Anfang Juni den Wagen abholen. Die erste Probefahrt beeindruckte: „Schon auf den ersten Metern spürte ich den Unterschied, jetzt schiebt der Wagen von unten raus, es ist unglaublich,“ meinte Schauer nach den ersten Kilometern hochzufrieden.
Es folgten einige Testkilometer, um den neuen 1600er Motor ordentlich einzufahren, alles schien perfekt zu funktionieren – bis nach 400 Kilometern mitten in einer Kehre auf der Mautstrasse Richtung Postalm der Öldruck sich plötzlich verabschiedete. Nach dem Transport zu Bethke und Überprüfung durch den Spezialisten kam raus: Die Ölpumpe war defekt. So bekam „La Bella Macchina“ eine neue Ölpumpe – und auch gleich noch ein paar Zusatzinstrumente wie Öldruckwarnlampe und Schaltblitz, außerdem die schon lang ersehnte Motorsport-Bremsanlage.
Als Test für die rund 1.000 Kilometer der Rallye Triest-Wien planten Schauer und Oberauer eigentlich die Teilnahme an der 8. ADAC Baron von Aretin Rallye am 1. August 2009 – durften dann aber als ausländisches Team bei der nationalen Veranstaltung nicht starten. So spulten Schauer und Oberauer die Testkilometer in der heimischen Umgebung herunter. Inzwischen ist der Wagen ist auf Herz und Nieren geprüft, jede Kleinigkeit in Ordnung gebracht – inklusive Lackausbesserungen von kleinen Kratzern. Auch der Service-Wagen wurde entsprechend vorbereitet: neben Kompressor, Notstromaggregat, Werkzeug, Wagenheber, Beleuchtung, Benzinkanister transportiert er auch drei Sätze Reifen auf dem Dach – die Semislicks, gestiftet von einem Sponsor sind natürlich alle "angefahren", damit diese dann auch richtig halten auf den Sonderprüfungen.
Auch ein ausgefeiltes Fitnesstraining stand auf dem Vorbereitungs-Programm, „damit uns die erwarteten heißen Temperaturen nicht aus dem Konzept schmeißen“, wie Schauer meinte. Die Giulia ist schließlich nicht klimatisiert – da kann es schon ziemlich heiß werden. Schauer wird bei den ersten beiden Rennen in Rijeka erstmals das Steuer an Co-Pilot Oberauer abgeben. Den Platzwechsel haben die beiden gut vorbereitet: Oberauer hat im Vorfeld einige Runden in einem Mini Challenge Auto absolviert und mit Profi Robert Lechner geübt.
| Manchmal muss unterwegs auch geschraubt werden – wie im letzten Jahr bei der Wien-Triest. |
Team-Mechaniker Thomas Wenisch hatte für Ende August bereits andere Pläne, so suchten Schauer und Oberauer nach Ersatz und fanden ihn in Michi Gruber. Der erfahrene Schrauber mit dem Spitznamen „Gummibär“ war vor zwei Jahren bereits als Mechaniker bei der Triest-Wien dabei – wenn auch für ein anderes Team. Der vierte im Bunde ist Martin Böhm, der die Kamera die gesamten drei Tage gezückt hält.
Voll motiviert sind Schauer, Oberauer und Gruber am gestrigen 26. August 2009 frühmorgens nach Rijeka aufgebrochen. Nach rund 1.000 Kilometern, davon 200 mit Vollgas, werden sie am Samstag gegen 16 Uhr in Wien am Rathausplatz eintreffen – unwahrscheinlich, dass sie bei diesen intensiven Vorbereitungen und diesem Ehrgeiz auf einem hinteren Platz landen...
© Fotoquelle / Bildrechte: O&O Racing Team/Martin Böhm, OCC Events
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