Er war der Weltrekordmann: Wilhelm Herz errang seinen internationalen Ruf durch insgesamt 90 Weltrekorde auf zwei und auf vier Rädern. Die herausragendsten Rekorde sind ohne Zweifel die „Absoluten Motorradweltrekorde“ von 1951 auf der Autobahn München–Ingolstadt und 1956 auf den Bonneville Salt Flats in Utah, USA, bei denen Herz als erster Motorradrennfahrer weltweit Geschwindigkeiten von mehr als 200 mph und 300 km/h erreichte.

Der Weltrekordmann: Wilhelm Herz
Autor/Redaktion: Uschi Kettenmann · 14. Dezember 2011
Wilhelm Herz wurde am 18. Januar 2012 im südhessischen Lampertheim geboren, als ältestes von acht Kindern. Bei seinem ersten Start auf dem 1932 neu gegründeten Hockenheimring gewann Wilhelm Herz nicht nur sein erstes Rennen, sondern auch den Ehrenpreis der Stadt Hockenheim. Die Verbindung zu dieser Rennstrecke und der Stadt Hockenheim begleitete Herz bis 1992. 1937 verpflichtet ihn die Auto Union für das DKW-Werksteam in der 500er Klasse. Nachdem DKW 1938 die Halbliter-Klasse nicht mehr belegte, erkämpfte sich Wilhelm Herz in der Privatfahrerwertung die Deutsche Meisterschaft. 1939 wechselte er zu NSU und nahm an nationalen und internationalen Rennen, wie zum Beispiel an der Tourist Trophy auf der Isle of Man, teil.
Nach dem Krieg durfte Wilhelm Herz als Privatmann die Überreste der noch vorhandenen NSU Kompressormaschinen, die er aus zerbombten Kellern rettete, nach seinen eigenen Ideen neu aufbauen. Und genau damit gelang ihm 1948 das Unmögliche. Von den Gegnern weit unterschätzt, gewann er alle Rennen dieser Saison und wurde in der 350 cm³ Klasse Deutscher Meister.
1949 verunglückte Herz beim letzten Rennen der Saison so schwer, dass er nur knapp einer Amputation seines linken Armes entging. Doch nach nur einem Jahr hatte er sich von seinen Verletzungen soweit erholt, dass er weiter an seiner Motorsportkarriere arbeiten konnte. Insgesamt 90 Weltrekorde auf zwei und auf vier Rädern gehen auf sein Konto. Darunter die „Absoluten Motorradweltrekorde“: 1951 auf der Autobahn München–Ingolstadt und 1956 auf den Bonneville Salt Flats in Utah, USA. Hier wurde er regelrecht zur Legende, als er als erster Mensch die Schallgrenze von 200 mph als auch die 300 km/h auf dem Motorrad durchbrach.
| Auf dem Delphin I erreichte Herz 1951 den Rekord von 290 km/h |
Von 1954 bis 1992 war Wilhelm Herz Geschäftsführer des Hockenheimrings und führte diesen durch den Grand-Prix-Status für Motorräder und die Formel 1 zur internationalen Bedeutung. Wilhelm Herz starb am 5. Januar 1998, kurz vor seinem 86. Geburtstag. Als Ehrenbürger seiner Heimatstadt Lampertheim, wurde er dort beigesetzt.
Das Technik Museum Speyer ehrt Herz anlässlich seines 100. Geburtstages am 18. Januar 2012 mit einer Sonderausstellung. In Zusammenarbeit mit seinem Sohn Heinz Herz haben die Museumsmacher für die Retrospektive „Wilhelm Herz der Weltrekordmann - Ein Leben im Motorsport“ zwölf Exponate zusammengestellt, darunter sämtliche Rekordfahrzeuge, die NSU je baute.
Das Technik Museum Speyer ehrt Herz anlässlich seines 100. Geburtstages am 18. Januar 2012 mit einer Sonderausstellung. In Zusammenarbeit mit seinem Sohn Heinz Herz haben die Museumsmacher für die Retrospektive „Wilhelm Herz der Weltrekordmann - Ein Leben im Motorsport“ zwölf Exponate zusammengestellt, darunter sämtliche Rekordfahrzeuge, die NSU je baute.
| Der NSU Rekordwagen auf den Bonneville Salt-Flats, 1965 |
Zu sehen sind das Hochgeschwindigkeits-Motorrad Baumm IV von 1956, mit dem Wilhelm Herz 330km/h erreichte, bevor es bei einem Sturz beschädigt wurde. Ausgestellt sind auch das auf eine Geschwindigkeit von 400 km/h ausgelegte Rekord-Motorrad Delphin IV von 1965 sowie ein Rekordwagen, ebenfalls von 1965, mit einer Spitzengeschwindigkeit von 300 km/h.
| Auf der NSU Delphin III raste Wilhelm Herz 1956 auf dem Bonneville-Salzsee mit 339 km/h zum Geschwindigkeits-Weltrekord. |
Zu den Exponaten gehören weiterhin Nachbauten der Delphin I und Delphin III, mit denen Heinz Herz in Demonstrationsfahrten auf die Erfolge seines Vaters aufmerksam machte, und Modellvarianten im Maßstab 1:5 der Rekordfahrzeuge „Fachsenfeld“, Delphin II und Wilhelm Herz letztes Werk, der Wankelrekordwagen. Zu sehen ist die Ausstellung vom 18. Januar bis zum 28. Oktober 2012.
© Fotoquelle / Bildrechte: Technik Museum Speyer, Audi

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