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Hermanns Sonder-Gerüchteküche: Über die Rettung von Kröten und Dreirädern
Autor/Redaktion: Hermann Ries · 01. April 2010
Die Brisanz des Themas Dreirad-Automobile und Kröten  veranlassen meinklassiker.com eine außerordentliche und außergewöhnliche Eil-Gerüchteküche von Gerüchtekoch Hermann Ries ins Netz zu stellen.

Sie alle haben sicher die Meldung in der aktuellen Seite von meinklassiker.com über das drohende Fahrverbot für Dreirad-Fahrzeuge gelesen. Der DEUVET (Bundesverband für Clubs klassischer Fahrzeuge e.V.) hatte sie per Mail-Verteiler verschickt. Die Resonanz auf die DEUVET-Meldung lässt hoffen: Offenbar gibt es Kräfte, die sich vehement dafür einsetzen, die Dreiräder vor den Kröten zu retten. Und mehr noch: Es gibt ernsthafte und erfolgsversprechende Vorschläge, Kröten UND Dreiräder zu retten.
Messerschmitt Kabinenroller
Krötenkiller? Bringen Dreiräder à la Messerschmitt Kabinenroller Kröten um?
Die Chance besteht, dass es zu einer friedlichen Koexistenz von Dreirad und Kröte kommen kann.

Damit Sie sich selbst ein Bild der Situation machen können, nachfolgend drei Mails, die sich mit der gebotenen Ernsthaftigkeit des Themas annehmen.

Martin Halder, Initiator – „Erfinder“ - der Meilenwerke und Koordinator des Parlamentskreis Automobiles Kulturgut, meldet sich als Erster zu Wort:
„Mit diesem Thema sollte sich doch dringend der Parlamentskreis Automobiles Kulturgut beschäftigen. Ich sehe mich als Koordinator des Arbeitskreises hier in der Pflicht, sofort am heutigen 1. April tätig zu werden. Eine erste Krisenrunde tagt noch die Woche, zusammengesetzt aus den Dekanen aller deutscher Biologiefakultäten, allen Vorstandsvorsitzenden der europäischen Automobilhersteller, den aus dem Osterurlaub zurückzitierten Bundeskabinett und Al Gore als Moderator.

Ein erster Vorschlag von Apple-Chef Steve Jobs, die Dreiräder doch als App nur noch auf dem Handy fahrend zu simulieren, wurde von der Mineralölindustrie abgelehnt. Mehr Chancen auf Umsetzung hat ein Krötenzertifikat nach Vorbild der CO2-Zertifikate. Wer also ein Dreirad fährt, muss als Ausgleich für die überdurchschnittliche Gefährdung durch sein Fahrzeug einer Krötenfamilie in seinem heimischen Umfeld Obdach gewähren und sie bei Pflege und Aufzucht des Krötennachwuchses tatkräftig unterstützen.

Weitere Infos zu diesem Thema erhalten Sie über die Pressestelle der UNO-Generalsekretariats, das derzeit auch eine zwischen den G 20-Staaten abgestimmte Resolution vorbereitet.

Mit besten Grüßen und Wünschen für die im Moment besonders gefährdeten Logistik-Hasen

Martin Halder

Die praktische Seite beleuchtet Michael Waitl, Besitzer eines 1958er Chevrolet Impala:
Zunächst möchte ich mich bei Herrn Schneider vom DEUVET für diese wichtige Mitteilung bedanken. Nicht auszudenken, wenn dieser Antrag ohne die notwendige öffentliche Aufmerksamkeit einfach so durchgegangen wäre…
Als Eigentümer eines 1958er Chevrolet Impala, welcher im Film „American Graffiti“ eine tragende Rolle spielte und dort von einem jungen Mann mit Spitznamen „the Toad“ (auf deutsch: die Kröte, im Film schlecht mit „Froschauge“ synchronisiert) gesteuert wurde, kann ich hier nicht tatenlos zusehen.

Daher werde ich die Initiative „Dreirad auf Wolken“, kurz „D.R.A.W.“ zum heutigen 1. April ins Leben rufen.
Ich plane hier die Entwicklung eines universell einsetzbaren Hoovercraft-Fahrschemels, mit welchem die Fahrzeuge dann gefahrlos über jegliches Tier gleiten können. Dies sollte bis zur Größe einer Industrieziege funktionieren, da deren kostbares Kunstleder ja auch nicht gefährdet werden darf. Ich muss mir nur noch Gedanken zur sicheren Vermeidung des Frosch-im-Mixer-Effekts durch die für das Luftkissen leider erforderlichen Turbinen machen… Vielleicht hat ja jemand unter Ihnen eine zündende Idee?


Als Übergangslösung, bis mein Fahrschemel TÜV- und H-Kennzeichen-konform umgesetzt werden kann, denke ich an eine Art Frontstaubsauger für Dreiradfahrzeuge. Dieser soll ähnlich vor dem Wagen knapp über dem Asphalt schweben und die Kröten behutsam in ein Auffangaquarium fördern. Besonnene Fahrer, welche das Aquarium regelmäßig nach der Durchquerung eines Krötenwandergebietes ausleeren vorausgesetzt, sollte auch ein Abstecher über einen staubigen Feldweg oder eine Kiesstraße keine nennenswerte Gefahr für die putzigen Tierchen darstellen.


All das benötigt natürlich ein gewisses Maß an Unterstützung von außen. Daher hoffe ich für D.R.A.W. auf finanzielle Zuwendung durch den DEUVET, eine gratis zur Verfügung gestellte Werkstatt im Meilenwerk Düsseldorf und selbstverständlich ordentlich Promotion in den einschlägig bekannten Printmedien Oldtimer Markt und –Praxis, sowie der Motor Klassik. Da ich auch nicht weit vom Rhein wohne, müsste mir noch jemand die Lobbyarbeit bei den Rheinfährenbetreibern abnehmen. Ich befürchte hier Sabotage wegen Konkurrenzangst durch verstärkt auftretenden Individualtourismus auf dem Rhein…
Viele Grüße und frohe Ostern!
Michael Waitl
Messerschmitt Tiger
Hat Jörn-H. Müller die Lösung im Dreirad-Kröten-Konflikt mit seinem Vorschlag des umgebauten KaRos gefunden?
Eine weitere praktische Lösung hat Jörn-M Müller-Neuhaus, Chefredakteur "AUTO CLASSIC", parat:
„Im Grunde genommen gehen alle bisher genannten Reaktionen jedoch am Problem vorbei. Es kann nur eine Lösung geben, die im Münchner Raum ein Karo-Besitzer schon vor fast 30 Jahren umsetzte: den Umbau auf 4 Räder: Bild anbei.


Mit dem Fahrwerksumbau wurde gleichzeitig auch die Antriebseinheit auf modernste Technologie umgebaut, nämlich auf einen 3-Zylinder-DKW-Motor, der dank mechanischer Kröteninjektion (K-Jettronic) und intensivster Fütterung von Kraftnahrung um die 80 PS an die dreiteiligen BBS-Räder entlassen soll. Wie viele Kröten für diesen Umbau allerdings unter Lebensgefahr die Straßenseite wechseln mussten, ist nicht bekannt.
Jörn-M. Müller-Neuhaus
Bei so viel gutem Willen, kann ja eigentlich nichts mehr schiefgehen: Der Gerüchtekoch ist sicher, dass bald eine rasche Einigung in dem brisanten Dreirad-Kröten-Konflikt gefunden wird: Spätestens am 2. April ist alles vorbei…
Kategorie(n):
Kolumnen
© Fotoquelle / Bildrechte: Markus Graf, Jörn-M. Müller-Neuhaus, Chefredakteur "AUTO CLASSIC”
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Kommentare
Peter H. Sauer schrieb: (01.04.2010)
April April - aber nicht schlecht
Erik Einar Larsen schrieb: (01.04.2010)
Das war ein netter Artikel - vielen Dank.
Michael Boltz schrieb: (01.04.2010)
ein April-Scherz wird nicht lustiger, wenn man ihn zerredet. Die eine Meldung hätte gereicht, aber ein zweiter Bericht, damit es auch der Doofste merkt, wird peinlich.
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