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Hermanns Gerüchteküche: Über Unken und andere Rufer
Autor/Redaktion: Hermann Ries · 16. September 2009
Kaum war die Meldung über die Eröffnung des Meilenwerks Region Stuttgart am 14. September 2009 bei meinklassiker.com online geschaltet, ging‘s auch schon los: „60.000 Besucher am Eröffnungswochenende – wer hat sich diese Schnapszahl ausgedacht?“, hieß es am Telefon, und: „Ich war am Samstagmorgen im Meilenwerk und traf nur wenige Menschen an. Die beeindruckenden Zahlen können einfach nicht stimmen.“ Als Beleg für diese Behauptung musste dann auch noch ein Bild herhalten, das der Gerüchtekoch selbst am Samstagmorgen gegen 11.00 Uhr geschossen hatte: Sehr viele Menschen sind darauf tatsächlich nicht zu erkennen.
Meilenwerk
Foto vom Meilenwerk-Eröffnungs-Samstag:"Sehr viele Menschen sind darauf tatsächlich nicht zu erkennen".
Wer lediglich am Samstag im Meilenwerk war, wie auch die Teilnehmer der „Württemberg Classic“, die dort eine Durchfahrtskontrolle passierten, konnte in der Tat zu der Meinung kommen, das Meilenwerk habe keine große Anziehungskraft auf die Menschen ausgeübt. Auch der Gerüchtekoch nahm die vom Meilenwerk genannte Besucherzahl mit Skepsis auf: Wie kommen die Meilenwerk-Macher um Meilenwerk-Erfinder Martin Halder aber zu solchen Zahlen? Ein kurzes Telefonat bei Halder nach dem Eröffnungswochenende, das sich zu einem ausführlichen Telefongespräch auswuchs, lieferte dem skeptischen Gerüchtekoch einleuchtende Erklärungen: „Wir konnten natürlich nicht jeden Besucher zählen. Um eine nachvollziehbare und realistische Zahl zu ermitteln, sprachen wir mit den Spezialisten des Security-Dienstes, die mit dem Schätzen von großen Menschenmengen viel Erfahrung haben. Wir konferierten mit den Gastronomen, mit dem Parkplatzmanagement und konsultierten sogar den Hubschrauberpilot, der das Gelände bei seinen Touristenflügen häufig überflog. Die Zahl von 60.000 Besuchern ist so sorgfältig wie möglich ermittelt – kann aber nur eine Schätzung sein.“
Meilenwerk
Foto vom Meilenwerk-Eröffnungs-Sonntag: "Am Sonntag brummte es. Ganze Heerscharen von Neugierigen pilgerten in das neue Meilenwerk".
Einwurf des Gerüchtekochs: „Aber am Samstag war nicht viel los.“. Halder bestätigte: „Vielleicht liegt es an der Schwäbischen Kehrwoche – aber mal ernsthaft: Der Samstag lief nur schleppend an, doch am Sonntag brummte es. Ganze Heerscharen von Neugierigen pilgerten in das neue Meilenwerk“, berichtet Halder. Die Kreiszeitung Böblinger Bote nennt eine konkrete Zahl, die sogar noch über den Halderschen Schätzungen liegt: 70.000 Besucher seien an den beiden Tagen zur „glanzvollen Eröffnung“ gekommen, berichtete die Zeitung am 14. September 2009. Die Schätzungen der Tageszeitungs-Redakteure fußen meist auf profunder Erfahrung und auch auf Recherchen bei Polizei und Feuerwehr und dürften somit realistisch sein.

Einen weiteren Anhaltspunkt für den großen Eröffnungs-Andrang nennt Martin Halder:„Am späten Sonntagnachmittag ging bei einigen Gastronomie-Betrieben sogar der Kaffee aus, obwohl sie mir versicherten, großzügig eingekauft zu haben.“ Auch der Bekleidungs-Shop Grand Prix Originals meldete einen Absatzrekord: Am späten Sonntagnachmittag gab’s keine T-Shirts mehr – alles ausverkauft.

Für Grand Prix Originals ist der Shop im Meilenwerk Region Stuttgart das zweite Projekt in einem Meilenwerk, das nach dem Erfolg des Ladens im Düsseldorfer Meilenwerk in Angriff genommen wird.
Meilenwerk
Schnappschuss vom Sonntag: Volles Haus.
Auch die Firma Limora, Spezialist für Ersatzteile englischer Klassiker, hat bis jetzt gute Erfahrungen in den Meilenwerken Berlin und Düsseldorf gemacht – und hat jetzt auch in Böblingen/Sindelfingen ein weiteres Quartier eröffnet. Limora und Grand Prix Originals sind nur zwei Beispiele, die solche Unkenrufer Lügen strafen, die vor der Eröffnung des dritten und größten Meilenwerks Region Stuttgart von „vorprogrammierter Pleite“ sprachen, sich über mangelndes Interesse seitens potentieller Mieter ausließen und dem Gerüchtekoch mit dem heute so verbreiteten Krisengerede auf den Wecker gingen.

Es sind zum großen Teil dieselben, die mir auch vor der Eröffnung der Meilenwerke in Berlin und Düsseldorf mit Miesmacherei auffielen. Ihre Unkereien sind mir noch heute, sechs Jahre nach der Eröffnung des Meilenwerks in Berlin, in Erinnerung. Eigentlich müssten sie aus Erfahrung und Beobachtung lernen: Die Meilenwerke in Berlin und Düsseldorf sind schon jahrelang in Betrieb – würden sie keine schwarzen Zahlen schreiben, hätten ihre Betreiber sie längst dichtgemacht. Denn die Meilenwerke sind keine aus Mäzenatentum betriebenen Wohltätigkeits-Institutionen, sondern Wirtschaftsbetriebe die Gewinn erwirtschaften müssen – und es auch tun.
Meilenwerk Berlin
Meilenwerk Berlin: Seit sechs Jahren erfolgreich.
Auch das Meilenwerk Düsseldorf wurde nach anfänglichen Schwierigkeiten im Baubereich zum vollen Erfolg – und ist seit Dezember 2006 in Betrieb. Beredtes Beispiel für den Düsseldorf-Erfolg ist die Gutachtenzentrale Kleofactum Automotive, die Nachfolge-Organisation der Gutachtenzentrale Klaus Kleophas, vor dem Verkauf an die DEKRA die größte inhabergeführte private Kfz-Sachverständigenorganisation in Europa. Kleofactum Automotive wird von Klaus Kleophas‘ Sohn Kai Kleophas und Norbert Schroeder, einem der kompetentesten deutschen Oldtimer-Gutachter, geführt. Deren Firma ist im Düsseldorfer Meilenwerk angesiedelt, im Meilenwerk Region Stuttgart soll der in Düsseldorf eingeschlagene Erfolgskurs fortgesetzt werden.
Meilenwerk Düsseldorf
Meilenwerk Düsseldorf: seit Dezember 2006 unter Volllast.
Die Chancen stehen gut, denn im neuen Meilenwerk befindet sich Kleophas Automotive in guter Gesellschaft. Zu den festen Mietern auf dem Flugfeld in Böblingen/Sindelfingen zählen neben Sportwagen- und Exklusiv-Autohändlern wie Autohaus Gohm, die offizielle Vertretung von Maserati und Lamborghini im süddeutschen Raum, oder der renommierten Firma Merz & Pabst auch in der Klassik-Szene bekannte Namen wie Kienle Automobiltechnik, wie das Pagoden-Center Stickel oder der große Klassiker-Händler Steenbuck Automobiles, der als Kooperativ-Partner von Arthur Bechtel Automobile, seit 1972 in Stuttgart aktiv, klassische Automobile anbietet.

Natürlich kann ich nicht voraussagen, ob das neue Meilenwerk Region Stuttgart zum durchschlagenden Erfolg wird. Doch Martin Halder hat bewiesen, dass er die bisher angepackten Meilenwerk-Projekte zum Erfolg führen konnte – nicht mit großer Risikobereitschaft. Vielmehr bildete gründliche Vorbereitung und großer Fleiß in der Grundlagenrecherche das Fundament auf das er baute. Er konnte sich auf gründlich recherchierte Fakten seiner Teams verlassen, nach deren eingehender Analyse er sich als stimmig erwiesene Prognosen aufstellen konnte.
Diejenigen, die jetzt voller Skepsis – oder ist es Erfolgsneid? – ein vorhersehbares Ende des dritten Meilenwerks voraussagen, sollten Logik walten lassen und sich nicht nur auf eine kurze Momentaufnahme am Samstag verlassen. Mit Krisengerede, Unkenrufen und Miesmachereien verhält es sich nämlich wie mit Lügen: Sie haben kurze Beine.

Martin Halder und Investor Andreas Dünkel, der immerhin fast 25 Millionen Euro in das Projekt investierte, haben dagegen einen langen Atem: „In 18 bis 20 Jahren rechnen wir mit einer Amortisierung unserer Investitionen“, sagte Hans-Jürgen Birk, Geschäftsführer der für das Meilenwerk Region Stuttgart zuständigen Firma Activ Immobilen GmbH & Co KG der Stuttgarter Zeitung in einem Interview, das am 11. September 2009 erschien. Birk nannte weitere Fakten: „Unsere Kosten mit rund 500.000 Euro jährlich nehmen sich relativ bescheiden aus. Darin ist alles enthalten, vom Hausmeister über den Sicherheitsdienst bis zur Heizung. Im Meilenwerk sind mehr als 30 unabhängige Unternehmer tätig: Autohändler, Mechaniker, es gibt auch einen Fahrzeugpfleger und eine Sattlerei, und natürlich Gastronomen und Hoteliers. Insgesamt entstehen 150 neue Arbeitsplätze. Unser Centermanagement und die Niederlassung der Activ-Group sind mit fünf Beschäftigten vertreten.“

So spricht keiner, der ein unkalkulierbares Risiko eingeht – und Martin Halder kann eine weitere beeindruckende Zahl nennen: „Am gesamten Eröffnungs-Wochenende waren mindestens 4.500 Oldtimer auf dem Flugfeld.“ Und er nennt auch den Grund, warum er sich bei dieser Zahl so sicher ist: „Das können wir an der Menge der kostenlos an Oldtimer-Fahrer ausgeschenkten Getränke messen“, schmunzelt er: „Jeder Oldtimer-Besitzer erhielt zur Begrüßung ein Glas Orangensaft oder Sekt kostenlos. Dabei ist die Zahl von 4.500 noch niedrig gegriffen – denn am Samstagmorgen gab es beim Eintreffen der Teilnehmer der Württemberg Classic Organisationsprobleme in Sachen Getränke. Die Rallyefahrer gingen zum Teil leer aus.“ Doch Halder verspricht Ersatz: „Teilnehmer der Württemberg Classic erhalten bei ihrem ersten Besuch im Meilenwerk Region Stuttgart bis Ende Oktober ein Glas Sekt gratis...“
Kategorie(n):
Kolumnen
© Fotoquelle / Bildrechte: Meilenwerk
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Kommentare
Gerhard W. schrieb: (16.09.2009)
Liebe Gerüchteküche, ich kann dies alles nur unterstreichen und bestätigen. Wir waren vorort am Wochenende, Freitag und Samstag Vormittag. Der Bericht ist nur zu bestätigen und die Unkenrufer sind genau die, die dies alle drei Jahre tun, bei jeder der Meilenwerk Eröffnungen. Ein "weiter so" an beide, den Schreiberling und an die Halders.
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