| Feuerarlarm im Porsche Museum: Die Stuttgarter Feuerwehr musste anrücken. |

Hermanns Gerüchteküche: Über einen Mülleimer, einen Brand und 40 Millionen Euro
Autor/Redaktion: Hermann Ries · 15. Juli 2009
Können Sie sich vorstellen, dass ein simpler Mülleimer die Gedanken und die Phantasie von über fast 50 Menschen gleichzeitig beschäftigt, für die rasche Evakuierung des Porsche-Museums sorgt und einen Löschzug der Stuttgarter Berufsfeuerwehr in Bewegung setzt? Nein? Auch der Gerüchtekoch konnte es sich nicht vorstellen .– bis zum 18. Juni dieses Jahres. Da war es soweit: Feueralarm im Porsche Museum, die rund 500 anwesenden Besucher mussten das Museum blitzartig aber in geordnetem Rückzug verlassen, und die Feuerwehr rückte an, untermalte ihren Auftritt konzertant mit Blaulicht und Martinshorn.
Ursache des Alarms: ein Mülleimer. Genauer: ein kokelnder Mülleimer. „Laut Polizei hatte ein Mitarbeiter einer Putzfirma offenbar heiße Asche in einen Mülleimer geleert. Es entwickelte sich starker Rauch, woraufhin die Brandmeldeanlage des Museums ausgelöst und automatische Lautsprecheransagen durchgesagt wurden. Die Schadenshöhe ist bislang unbekannt“, das schrieb die „Stuttgarter Zeitung“.
Was die Stuttgarter Zeitung nicht schrieb, das erfuhr der Gerüchtekoch von Mitgliedern des Mercedes-Benz Kompressor-Clubs. Die waren justament an jenem 18. Juni 2009 mit 20 ihrer hochwertigen Klassiker Gast im Porsche Museum und hatten ihre Kompressor-Autos, darunter einige Mercedes-Benz SS, einige 540 K mit Sonderkarosserien und sogar eine SSKL-Rekreation, unter dem ausladenden Haupttrakt des Museums publikumswirksam geparkt.
Was die Stuttgarter Zeitung nicht schrieb, das erfuhr der Gerüchtekoch von Mitgliedern des Mercedes-Benz Kompressor-Clubs. Die waren justament an jenem 18. Juni 2009 mit 20 ihrer hochwertigen Klassiker Gast im Porsche Museum und hatten ihre Kompressor-Autos, darunter einige Mercedes-Benz SS, einige 540 K mit Sonderkarosserien und sogar eine SSKL-Rekreation, unter dem ausladenden Haupttrakt des Museums publikumswirksam geparkt.
| Zusätzliche Publikums-Attraktion beim Porsche Museum: Die Raritäten des Mercedes-Benz Kompressor-Clubs parken beim Eingang. |
Auch sie wurden aufgefordert, das Museum und den Vorplatz umgehend zu verlassen und auf die gegenüberliegende Straßenseite zu gehen, um sich in Sicherheit zu bringen. Ihre Autos, die in dem gefährdeten Bereich parkten, durften sie hingegen nicht aus dem Gefahrenbereich retten.
| "Nun standen die Kompressor-Besitzer in Sichtweite ihrer Preziosen und bekamen Herzklopfen..." |
Nun standen die Kompressor-Besitzer in Sichtweite ihrer Preziosen und bekamen Herzklopfen: Noch war nicht klar, wie und wo im Museum Feuer ausgebrochen und wie groß die Gefahr tatsächlich war. Um die Ängste der Kompressor-Enthusiasten verstehen zu können, muss man wissen, wie das Porsche Museum architektonisch gestaltet ist, wo die seltenen Stern-Automobile standen und welchen – monetären und ideellen – Wert sie repräsentieren.
| Porsche-Museum: „Getragen von nur drei V-förmigen Säulen, scheint der dominante Hauptkörper des Museums wie ein Monolith hoch über dem Boden zu schweben." |
Denn auch ohne Brandgefahr beflügelt die gewagte Architektur die Phantasie des Betrachters: Die Konstruktion wirkt äußerst filigran: „Getragen von nur drei V-förmigen Säulen, scheint der dominante Hauptkörper des Museums wie ein Monolith hoch über dem Boden zu schweben“, beschreibt die Porsche-Pressemitteilung sehr treffend den optischen Eindruck, den das Gebäude hinterlässt.
Und genau unter dieser Schwebekonstruktion parkten die seltenen Wagen der späten 1920er- und 1930er-Jahre. Dabei sind es nicht irgendwelche Wald- und Wiesen-Oldies, die dort auch als Blickfang für die anderen Museums-Gäste während des Besuchs der Kompressor-Fahrer standen. Es sind unwiederbringliche Zeugen der Geschichte, die alle zusammen einen Versicherungswert zwischen 30 Millionen und 40 Millionen Euro repräsentieren.
Was wäre, so fragten sich die Besitzer der automobilen Raritäten, wenn das Gebäude nun lichterloh brennen würde? Dann könnte es doch sein, dass brennende Trümmer oder gar ganze Teile des Gebäudes auf die Autos herabstürzen. Klar, dieser Fall kann nach menschlichem Ermessen nicht eintreten – denn die Brandschutzeinrichtungen des Porsche-Museums entsprechen den neuesten Erkenntnissen und Standards. Aber: Das Porsche-Museum hat als tragende Konstruktion ein Stahlgebilde – und wenn dieses Gebilde infolge übergroße Hitze ihre Tragfähigkeit verlieren würde – dann gute Nacht für die Oldies.
Können Sie sich jetzt vorstellen, wie sich die Kompressor-Fahrer gefühlt haben?
Einer der Kompressor-Fahrer hat dem Gerüchtekoch den Ablauf der Brandbekämpfung geschildert: „Nachdem die Feuerwehrautos angehalten hatten, sprangen die Feuerwehrmänner nicht etwa eilig aus ihren Löschfahrzeugen – sie stiegen in normalem Tempo aus. Ich dachte immer, wenn`s brennt, ist Eile geboten, aber die Rettungskräfte gingen gemessenen Schrittes ins Museum. Ob es ein Ausdruck professioneller Gelassenheit ist, oder ob die Brandspezialisten schon vorab informiert waren, dass nur ein rauchender Mülleimer die Ursache des Alarms war, entzieht sich meiner Kenntnis.“
Und genau unter dieser Schwebekonstruktion parkten die seltenen Wagen der späten 1920er- und 1930er-Jahre. Dabei sind es nicht irgendwelche Wald- und Wiesen-Oldies, die dort auch als Blickfang für die anderen Museums-Gäste während des Besuchs der Kompressor-Fahrer standen. Es sind unwiederbringliche Zeugen der Geschichte, die alle zusammen einen Versicherungswert zwischen 30 Millionen und 40 Millionen Euro repräsentieren.
Was wäre, so fragten sich die Besitzer der automobilen Raritäten, wenn das Gebäude nun lichterloh brennen würde? Dann könnte es doch sein, dass brennende Trümmer oder gar ganze Teile des Gebäudes auf die Autos herabstürzen. Klar, dieser Fall kann nach menschlichem Ermessen nicht eintreten – denn die Brandschutzeinrichtungen des Porsche-Museums entsprechen den neuesten Erkenntnissen und Standards. Aber: Das Porsche-Museum hat als tragende Konstruktion ein Stahlgebilde – und wenn dieses Gebilde infolge übergroße Hitze ihre Tragfähigkeit verlieren würde – dann gute Nacht für die Oldies.
Können Sie sich jetzt vorstellen, wie sich die Kompressor-Fahrer gefühlt haben?
Einer der Kompressor-Fahrer hat dem Gerüchtekoch den Ablauf der Brandbekämpfung geschildert: „Nachdem die Feuerwehrautos angehalten hatten, sprangen die Feuerwehrmänner nicht etwa eilig aus ihren Löschfahrzeugen – sie stiegen in normalem Tempo aus. Ich dachte immer, wenn`s brennt, ist Eile geboten, aber die Rettungskräfte gingen gemessenen Schrittes ins Museum. Ob es ein Ausdruck professioneller Gelassenheit ist, oder ob die Brandspezialisten schon vorab informiert waren, dass nur ein rauchender Mülleimer die Ursache des Alarms war, entzieht sich meiner Kenntnis.“
Die professionelle Ruhe der Brandbrigade warf bei einem anderen Kompressor-Fahrer die Frage auf, ob es bei der offenbar zur Verfügung stehenden Zeit nicht angebracht gewesen wäre, die Autos aus der Gefahrenzone zu bringen. Die Frage erwies sich als rein theoretische Betrachtung, denn letztendlich ging alles gut – die Feuerwehr brachte in einer aufwändigen Aktion den Brand unter Kontrolle, die Mercedes-Klassiker trugen keine Schäden davon.
Und der ganze Alarm hatte sogar einen positiven Aspekt: Er lieferte den Mercedes-Fahrern ein nachhaltiges, spannendes Gesprächsthema – noch bis spät abends an der Bar entwarfen die Kompressor-Fahrer Szenarien, wie es ihren Autos wohl im Ernstfall hätte ergehen können...
Und der ganze Alarm hatte sogar einen positiven Aspekt: Er lieferte den Mercedes-Fahrern ein nachhaltiges, spannendes Gesprächsthema – noch bis spät abends an der Bar entwarfen die Kompressor-Fahrer Szenarien, wie es ihren Autos wohl im Ernstfall hätte ergehen können...
| Feueralarm im Porsche Museum: letztendlich ging alles gut. |
© Fotoquelle / Bildrechte: Marcus Dreher

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