Autostadt
Newsletter
Bond in Motion
Urahn SL
Login             22.05.2012
E-Mail Adresse
Passwort
Über den Kampf gegen Umweltzonen
Autor/Redaktion: Ruedi Müller · 11. Februar 2011
Ruedi Müller, Organisator der „Oldtimer in Obwalden“ und Zentralvorstand des Schweizer Motor-Veteranen-Clubs (SMVC) kämpfte an vorderster Front gegen die Umweltzonen. Hier sein Kommentar zum Widerstand gegen die Aussperrung.
Am 29. Dezember 2010 sprach ich –während Ruth Skianzüge und -schuhe mit Heizung probierte, das dauert ja– mit dem Inhaber des Sportgeschäfts in Sarnen. Ich fragte ihn, wie die Geschäfte laufen. Dachte, wegen dem frühen, intensiven Schneefall, müsste die Antwort sein: „Sehr gut.“ Dem war aber nicht so. „Wir merken einfach, einkaufen im Ort ist nicht mehr so in. “ „Ja, und jetzt drohen noch Umweltzonen,“ sagte ich. Er schaute mich erstaunt an. „Umweltzonen?“ Er hatte keine Ahnung! Ich erklärte ihm diese. Als Betroffener und CVP Kantonsrat ist er aber ein Mensch, der eigentlich informiert sein sollte. Kann man ihm deswegen einen Vorwurf machen?
Besprechung des SMCV am 6. Dezember 2010 mit zwei Nationalräten, links Ruedi Müller. Als Ergebnis kam das Thema in die Verkehrskommision, wo es am 11. Januar 2011 abgelehnt wurde.
Nein, denn das Ganze kam in einer Verordnung. Verordnungen springen einem durch die Hintertür in den Nacken. Und man kann sie kaum mehr abschütteln. „Wenn ich von der Shopping Center Seite wäre,“ sagte ich: „hätte ich mir die Hände gerieben wegen dieser Zonen. Aber die wussten wahrscheinlich auch nichts von ihrem eventuellen Glück.“ Enthusiasten sind gute Kunden. Auch in den Hotels. Die negativen Nebenwirkungen wurden in Kauf genommen, als diese Umweltzonen, noch unter Moritz Leuenberger, im UVEK ausgearbeitet wurden. Ohne für Oldtimer auch nur eine Ausnahmegenehmigung ins Auge zu fassen!

Ich erhielt z. B. einen Anruf eines deutschen Veranstalters, der 2011 eine Rallye in die Schweiz plant. Natürlich wollen die nicht auf einem Flugplatz parkieren, sondern in einer Stadt. Unsere Tourismusförderung gibt Millionen aus, um gerade jetzt, beim starken Franken, doch noch einige Touristen in die Schweiz zu locken. Die, welche freiwillig kommen und echt Geld ausgeben würden, wollte man aber abschrecken. Das, was für uns von der Oldtimerszene und dem Tourismus auf dem Spiel stand, war aber ja nur der Summton.

Eco Swiss, die Umweltschutzorganisation der Schweizer Wirtschaft, schreibt auf Seite 8 im Winter-Bulletin 2010/11 über die Erfahrungen mit den Umweltzonen in Deutschland: „Weil sich in den 40 Umweltzonen der versprochene Rückgang der Feinstaubkonzentration nicht einstellt, sieht die Politik nicht etwa deren Sinnlosigkeit ein, sondern behauptet, die Zonen seien zu klein und müssten vergrößert werden.“ Zu den sieben Millionen bis jetzt ausgesperrten Autos kommen vier Millionen dazu. Handwerksbetriebe, Speditionen sind mit 2,3 Millionen Nutzfahrzeugen (79.5 % des Gesamtbestandes!) besonders betroffen. Diese Daten entnahm Eco Swiss den VDI Nachrichten (Heft 41/2010, S. 5). Bei kleineren Handwerkern etc. geht es ums Überleben, las ich.

Verschiedene Gruppierungen unserer Oldtimerszene wehrten sich vehement. Mit Erfolg. Wir sind davongekommen. Das Ausland beneidet uns. Speziell Deutschland, das mit diesen wuchernden Unsinnzonen besonders bestraft ist. Ich fühlte mich wieder mal richtig als Eidgenosse. Wir lehnen ab, was lediglich die Bürokratie weiter aufbläht. Umweltschutz ist OK, da ziehen wir voll mit. Selbst Umweltzonen machen Sinn - in Millionenmetropolen. Aber nicht in Städten, wie den unsrigen, wo der Wind am anderen Ende bereits wieder rauspfeift, bevor er richtig eingefahren ist. Man denke z. B. an den Saharastaub. Der zeigt, woher der Wind bläst und dass er keine Grenzen kennt. Weder natürliche, wie das Meer und die Berge, noch nationale, kantonale. Und schon gar keine städtischen, geschweige denn die einer Umweltzone. Eines habe ich bei den vielen Diskussionen auch gemerkt: es geht bei diesen Themen, wie auch beim Benzin E10, nicht um Logik, sondern um Ideologie, nach dem Motto: Wir haben ein Problem, aber keine Lösung. Basteln wir doch einfach mal was. „

Wer hat’s erfunden?“ Diese schrägen Zonen nicht die Schweizer. Das ist gut so. Wir äffen auch nicht nach.


Den ausführlichen Bericht „Wie wir in den Kampf gegen die Umweltzonen in der Schweiz führten... und gewannen. Drama in 3 Akten“ lesen Sie in der SwissClassics, die am 18. Februar 2011 in den Handel kommt.

Derweil geht der Irrsinn in Deutschland weiter. Ein aktuelles Beispiel ist Leipzig. In der Messestadt wird am 1. März 2011 die Umweltzone eingeführt. Nun fordert das Ordnungsamt der Stadt nach einem Bericht der "Leipziger Volkszeitung" bis zum 21. Februar eine vollständige Fahrzeugliste für den Rosensonntagszug am 6. März. Heiko Seidel vom Vorstand des Förderkommitee Leipziger Karneval sagte dem MDR, dass eigentlich nur noch Fahrzeuge mit grüner Plakette am Umzug teilnehmen dürften. Das Umweltamt könne zwar Ausnahmegenehmigungen erteilen, braucht dazu aber eine Liste mit den Kfz-Kennzeichen und Fahrzeugtypen. Aber die Leipziger Narren wissen noch gar nicht, wer kommt...
© Fotoquelle / Bildrechte: Ruedi Müller
Bookmarks: bookmark

Einen neuen Kommentar schreiben

Premium-Partner
DEKRA Automobil GmbH
NEUE FOTOS
The Classic
AKTUELLE VIDEOS
Käfertreffen Bad Bentheim 2011
Käfertreffen Bad Bentheim 2010
Caterham vor Mulhouse, Sommer 2011
Clubs Verzeichnis
Bei uns finden Sie
Top-Händler
Hier finden Sie Ihren kompetenten
Profi-Gutachter