| Nicht nur militärisch, auch zum Fahrspaß genutzt: VW 181. |

Offroader und Spaßmobile, K 70, Erbse und synchro
Autor/Redaktion: Uschi Kettenmann · 01. April 2010
Auch dieses Jahr belegen die Firmen des Volkswagen-Konzerns auf der Techno-Classica nahezu die komplette Halle 7. Neben der Audi, Škoda, Bentley, Bugatti und der Autostadt – über deren Auftritte haben wir bereits berichtet – sind das außerdem Volkswagen Classic als Traditions-Sparte der Marke Volkswagen, Volkswagen Nutzfahrzeuge, die Stiftung AutoMuseum und Volkswagen Classic Parts. Schon durch die ähnliche grafische Gestaltung ihrer Stände machen diese ihre Zugehörigkeit zum VW Konzern deutlich. Allerdings unterscheiden sie sich deutlich durch ihre Standthemen voneinander.
Die Marke Volkswagen erinnert auf der Techno-Classica daran, dass die Tradition von SUV (Sport Utility Vehicle - eigentlich Geländewagen), Spaßmobilen und Crossovern bei VW auf rund 40 Jahre alten Wurzeln fußt – das Motto der VW-Präsentation: "Fahrspaß abseits eingefahrener Wege". Wie dieser Fahrspaß in automobiler Form aussieht, zeigen einige interessante und spektakuläre Offroader, Crossover, SUVs und Geländewagen Wolfsburger (und Ingolstädter) Provenienz.
| Spaßmobil auf Käfer-Basis: Buggy von 1977. |
Der heckgetriebene Geländewagen VW 181 wurde ursprünglich für die Bundeswehr als "Kurierwagen" gebaut, als Nachfolge für den 1968 ausgelaufenen DKW Munga. Bald aber machte der „Kübel“ als offenes Spaßauto bei jungen Auto-Enthusiasten Furore – obwohl gerade mit der Bezeichnung „Kurierwagen eine Abgrenzung zum Kübelwagen der 1940er Jahre vermieden werden sollte. Auch in Amerika wurde der 181 mit beachtlichem Erfolg vertrieben – unter der Bezeichnung „The Thing“. Dem VW 181 stellt VW den Iltis-Siegerwagen der Rallye Paris-Dakar des Jahres 1980 zur Seite, außerdem einen Golf Country, der in diesem Jahr übrigens seinen 20. Geburtstag feiert, einen Apal Buggy GF in frisch restauriertem Zustand und einen Tarek, jene Rallye-Geländewagen-Spezialkonstruktion, mit der Jutta Kleinschmidt die Paris-Dakar im Jahr 2002 anging.
| Kam vor 40 Jahren auf den Markt: VW K70, eine NSU-Konstruktion. |
Dazu feiert Volkswagen ein ganz spezielles Jubiläum: Der VW K 70 kam vor 40 Jahren auf den Markt. Ursprünglich von NSU entwickelt, war er der erste Volkswagen mit wassergekühltem Reihenmotor im Wagenbug und Frontantrieb, zudem wurde eigens für seine Produktion das damals neue VW Werk Salzgitter errichtet. Seine Präsentation übernimmt der 1. Internationale K 70-Club e.V. mit zwei K70-Fahrzeugen aus Clubbesitz.
Die Stiftung AutoMuseum Volkswagen erinnert mit zwei interessanten Exponaten an das Jubiläum 75 Jahre Volkswagen Käfer: eine VW V3-Rekonstruktion des Originaljahrgangs 1935 und der Jubiläumswagen „50 Jahre Käfer“ von 1985 weisen darauf hin, dass ab 1935 im Auftrag des Reichsverbands der deutschen Automobilindustrie (RDA) bei der Dr. Ing. h. c. F. Porsche GmbH in Stuttgart der Prototyp eines „deutschen Volkswagens“ entstand. Die ersten Versuchswagen nach dieser Vorgabe entstanden in der Garage von Porsches Villa am Stuttgarter Killesberg: V1 und V2 mit noch unbefriedigenden Ergebnissen, drei Exemplare des V3 hingegen beendeten im Oktober 1936 Dauer-Testfahrten im Schwarzwald vielversprechend. Nach erfolgreichen Erprobungen wurden alle Prototypen aus Furcht vor Industrie-Spionage zerstört. Das gezeigte Fahrzeug ist eine detailgetreue Rekonstruktion des Originals, die in den Jahren 1999/2000 im Volkswagen-Auftrag entstand.
| Erbse auf großer Fahrt: Brezelfenster-Käfer bei der Panamericana 2009. |
Ein Blickfang der VW-Sparte Classic Parts ist der wegen seiner grünen Farbe „Erbse“ getaufte Brezelfenster-Käfer aus dem Jahr 1952, mit dem zwei Fans des Krabbeltiers im vergangenen Jahr unter anderem die Panamericana gefahren sind. In 16 Monaten legten die Enthusiasten über 50 000 unfallfreie Kilometer zurück.
| Globetrotter-Eigenschaften: Erprobungsfahrt mit dem Syncro in der Wüste. |
Die im Jahr 1995 gegründete, eigenständige Marke Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) verweist auf das Jubiläum „25 Jahre syncro“. Auf der IAA 1985 präsentierte Volkswagen einen allradgetriebenen T3 Syncro "Safari" für den direkten Einsatz als Globetrotter-Mobil. Die Teile des Syncro werden in Hannover produziert und beim Kooperationspartner Steyr-Daimler-Puch in Graz endmontiert. Seine Visco-Kupplung überträgt je nach Straßenlage variabel Antriebskraft auf die Vorderachse, ist vollwertiger Ersatz für ein Zwischendifferential und baut bei Bedarf selbsttätig eine fast 100prozentige Sperrwirkung auf. In einer Sonderausstellung zeigt VWN die Historie des Syncro-Antriebs und präsentiert zudem mit insgesamt sechs Exponaten – vom T 1 bis zum T 3 – zudem die Entwicklung des VW Transporters bis ins Jahr 1992.
Relevante Links:
www.volkswagen.de
www.k70-club.de
http://automuseum.volkswagen.de
www.Panamericana-im-alten-VW.de
www.volkswagen-nutzfahrzeuge.de
© Fotoquelle / Bildrechte: Volkswagen, VW Nutzfahrzeuge

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