| Spannendes Azubi-Projekt: dieser Heinkel Trojan soll restauriert und mit einem Elektromotor versehen werden. |

Heinkel-Kabine als Elektroauto
Autor/Redaktion: Uschi Kettenmann · 12. Februar 2010
Vor wenigen Tagen ist er im Ausbildungszentrum „Rauschermühle“ der RWE Rheinland Westfalen Netz unweit von Andernach eingetroffen: ein enzianblauer Heinkel Trojan. Innerhalb eines knappen Jahres soll der Kleinwagen von Auszubildenden von Grund auf restauriert und auf Elektroantrieb umgebaut werden.
Oft wird die Heinkel-Kabine mit der BMW Isetta verwechselt – der Einstieg erfolgt ebenfalls von vorne, allerdings ist die Kabine langgestreckter und hat Platz für vier Personen. Der Kleinwagen, das erste und einzige Auto der Ernst Heinkel AG aus Stuttgart-Zuffenhausen, wurde 1956 erst mit 175, ab 1957 dann mit 200 Kubikzentimeter-Motoren ausgeliefert. Mit dem Heinkel Tourist, dem erfolgreichsten deutschen Motorroller der Nachkriegszeit, hatten die Zuffenhausener zuvor genügend verdient, um ein solches Projekt in Angriff zu nehmen. Der robuste Motor des Rollers wurde praktisch unverändert in den neuen Kleinwagen eingebaut. Einzige Anpassung: Die Kabine bekam einen Rückwärtsgang.
| Aus gutem Hause: Prospekt der Heinkel-Kabine von 1956. |
Dass sein Erbauer Ernst Heinkel Flugzeugkonstrukteur war, ist unübersehbar. „Das Auto sieht aus wie eine fahrende Flugzeugkanzel“, sagt Albert Heinen, Leiter des RWE-Ausbildungszentrums Rauschermühle. Die Idee, einen solchen Wagen zu restaurieren und mit einem modernen Elektromotor auszurüsten, lag für ihn auf der Hand: „Dem Elektroantrieb gehört bei der automobilen Fortbewegung die Zukunft. Ein Problem, das die Konstrukteure heute noch haben, ist das relativ hohe Gewicht der Fahrzeuge. Die damaligen Autobauer wie Heinkel oder Messerschmitt kamen aus dem Flugzeugbau und setzten von daher konsequent auf Leichtbauweise – eine ideale Voraussetzung für einen Umbau.“
Bereits im Juni 1958 wurde die Produktion der Heinkel Kabine wieder eingestellt. Nur knapp 12.000 Fahrzeuge wurden insgesamt gebaut – die Leute wollten und konnten nun auf größere Fahrzeuge umsteigen; außerdem war die Heinkel Kabine mit 2.750 Mark recht teuer. Doch das war nicht das Ende. Bereits 1958 verkaufte Heinkel Pläne und Anlagen nach Irland an Dundalk, diese verkaufte allerdings schon ein Jahr später alles an die kleine englische Firma Trojan weiter. Bis 1966 bauten die Engländer den Kleinwagen als „Trojan 200“. Aus dieser Zeit stammt auch das blaue Gefährt im RWE-Ausbildungszentrum, das noch bis vor kurzem auf den Straßen von Schweden zuhause war.
Bereits im Juni 1958 wurde die Produktion der Heinkel Kabine wieder eingestellt. Nur knapp 12.000 Fahrzeuge wurden insgesamt gebaut – die Leute wollten und konnten nun auf größere Fahrzeuge umsteigen; außerdem war die Heinkel Kabine mit 2.750 Mark recht teuer. Doch das war nicht das Ende. Bereits 1958 verkaufte Heinkel Pläne und Anlagen nach Irland an Dundalk, diese verkaufte allerdings schon ein Jahr später alles an die kleine englische Firma Trojan weiter. Bis 1966 bauten die Engländer den Kleinwagen als „Trojan 200“. Aus dieser Zeit stammt auch das blaue Gefährt im RWE-Ausbildungszentrum, das noch bis vor kurzem auf den Straßen von Schweden zuhause war.
| Angekommen: Vorsichtig laden Azubis den Heinkel Kabinenroller vom Lkw ab und schieben ihn in die Werkstatt des RWE-Ausbildungszentrums. |
„Wir wollen mit der Umrüstung Denkanstösse geben, wollen das Thema e-Mobility um eine Facette bereichern,“ erläutert Albert Heinen die Intention des Projektes. Allerdings ist das für ihn nicht der Einstieg in den Automobilbau. Für den Ausbildungsleiter steht etwas ganz Anderes im Vordergrund: „Ein solches Projekt birgt für die Ausbildung eine Vielzahl von Möglichkeiten: Unsere Jugendlichen lernen die Technik von Gestern kennen, müssen Lösungswege finden, wie mithilfe von modernem Projektmanagement die Technik von Morgen mit alter Technik gekoppelt werden kann. In Teams muss überlegt, geplant, organisiert, gebaut und umgesetzt werden. Da steckt eine ganze Menge drin, was bedacht werden will
Um eine möglichst große Zahl an Jugendlichen hier einbinden zu können, hat Heinen auch die RWE-Ausbildungszentren in Trier, Simmern und Idar-Oberstein mit eingebunden. „Wir haben das Projekt „Kabinenroller“ in viele Einzelprojekte aufgeteilt. Das Auto muss komplett zerlegt und anschließend neu aufgebaut werden. Dabei werden wir natürlich darauf achten, dass das Äußere erhalten bleibt. Von seinem Innenleben her wird der Trojan aber völlig neue Werte erhalten.“
Und das beginnt bei dem zentralen LCD-Cockpit, das berührungsempfindliche Sensoren haben wird, und reicht über eine computergesteuerte Elektronik hin bis zum hochmodernen und vor allem leichten Elektroantrieb. „Welcher Motor hier später zum Einsatz kommt, das wird das Ergebnis der gemeinsamen Überlegungen der Auszubildenden sein,“ sagt Heinen. Dass der Kabinenroller am Ende nicht ganz so puristisch ausgestattet wie zu Beginn seines Autolebens sein wird, dafür wollen die angehenden Elektroniker für Betriebstechnik ebenfalls sorgen: „Natürlich wird der Heinkel später auch eine ordentliche mp3-Anlage an Bord haben“, schmunzelt Heinen.
Bis Ende des Jahres soll der komplette Umbau des Dreirades nebst Neulackierung abgeschlossen sein, schätzt der Ausbildungsleiter. Wenn der TÜV dann seinen Segen dazu gegeben hat, kann die Heinkel-Kabine die Straßen der Region auf eigener Achse erkunden – lautlos.
Wer mehr über die Heinkel-Fahrzeuge wissen möchte, dem sei das Buch Heinkel: Roller-Moped-Kabine von Dieter Lammersdorf empfohlen (Johann Kleine Vennekate-Verlag 2007, ISBN 978-3-935517-32-4, 34 Euro) – für die RWE-Azubis in den nächsten Monaten sicherlich Pflichtlektüre.
Um eine möglichst große Zahl an Jugendlichen hier einbinden zu können, hat Heinen auch die RWE-Ausbildungszentren in Trier, Simmern und Idar-Oberstein mit eingebunden. „Wir haben das Projekt „Kabinenroller“ in viele Einzelprojekte aufgeteilt. Das Auto muss komplett zerlegt und anschließend neu aufgebaut werden. Dabei werden wir natürlich darauf achten, dass das Äußere erhalten bleibt. Von seinem Innenleben her wird der Trojan aber völlig neue Werte erhalten.“
Und das beginnt bei dem zentralen LCD-Cockpit, das berührungsempfindliche Sensoren haben wird, und reicht über eine computergesteuerte Elektronik hin bis zum hochmodernen und vor allem leichten Elektroantrieb. „Welcher Motor hier später zum Einsatz kommt, das wird das Ergebnis der gemeinsamen Überlegungen der Auszubildenden sein,“ sagt Heinen. Dass der Kabinenroller am Ende nicht ganz so puristisch ausgestattet wie zu Beginn seines Autolebens sein wird, dafür wollen die angehenden Elektroniker für Betriebstechnik ebenfalls sorgen: „Natürlich wird der Heinkel später auch eine ordentliche mp3-Anlage an Bord haben“, schmunzelt Heinen.
Bis Ende des Jahres soll der komplette Umbau des Dreirades nebst Neulackierung abgeschlossen sein, schätzt der Ausbildungsleiter. Wenn der TÜV dann seinen Segen dazu gegeben hat, kann die Heinkel-Kabine die Straßen der Region auf eigener Achse erkunden – lautlos.
Wer mehr über die Heinkel-Fahrzeuge wissen möchte, dem sei das Buch Heinkel: Roller-Moped-Kabine von Dieter Lammersdorf empfohlen (Johann Kleine Vennekate-Verlag 2007, ISBN 978-3-935517-32-4, 34 Euro) – für die RWE-Azubis in den nächsten Monaten sicherlich Pflichtlektüre.
© Fotoquelle / Bildrechte: RWE Rheinland Westfalen Netz AG, Archiv Kraus
Kommentare
Jens Philipp schrieb: (06.02.2012)
Der junge Herr auf dem Prospekt ist mein Vater :-)
Peter Högberg schrieb: (01.03.2010)
Please, take good care of my little friend :-D

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