Diesel-Spezial, Teil 3: Diesel-Meilensteine und Mercedes-Benz bis 2000
Autor/Redaktion: Hermann Ries · 10. Mai 2011
1949 – Premiere des OM 312
Als erster Vertreter der neuen Baureihe debütiert 1949 der Reihensechszylinder OM 312. Die Karriere der Motorenfamilie 300 wird in den Nutzfahrzeugen von Mercedes-Benz bis über die Jahrtausendwende dauern.
1953 – Abgasturbolader im Nutzfahrzeug
In einem Löschfahrzeug stellt Mercedes-Benz 1953 erstmals einen serienmäßigen Dieselmotor mit Abgas-Turboaufladung vor. Die Leistung steigt gegenüber dem Saugmotor um knapp 25 Prozent.
1964 – Erste Direkteinspritzermotoren für Nutzfahrzeuge
Der OM 352 ist der erste Dieselmotor für Mercedes-Benz Nutzfahrzeuge mit Direkteinspritzung. Das sparsame und leistungssteigernde Einspritzsystem mit Vierloch-Düse setzt sich in Lastwagen und anderen Nutzfahrzeugen schnell durch.
Zukunftsweisend: Die Diesel-Direkteinspritzung hat 1964 für Nutzfahrzeuge im OM 352 Premiere bei Mercedes-Benz.
1966 – Turboaufladung im Nutzfahrzeug-Diesel OM 352 A
Um höhere Leistungen für Dieselmotoren mit Einspritzung in Nutzfahrzeugen zu erreichen, bietet Mercedes-Benz 1966 erstmals den Motor OM 352 A mit Abgas-Turboaufladung an.
1969 – Der 100 000. Nutzfahrzeug-Dieselmotor
In Mannheim baut Mercedes-Benz 1969 den 100 000sten Dieselmotor für Nutzfahrzeuge.
1970 – Neue Motorbaureihe OM 400
Für schwere Nutzfahrzeuge stellt Mercedes-Benz 1970 die neue Motorbaureihe 400 vor. Zunächst entsteht ein V10-Motor, später auch V8, V6 und Reihensechszylinder.
1974 – Diesel-Fünfzylinder im Pkw
Der Reihenfünfzylinder OM 617 mit 3005 Kubikzentimeter Hubraum ist der weltweit erste Fünfzylinder-Dieselmotor, der in einem Pkw eingesetzt wird. Premiere hat das Aggregat im Mercedes-Benz 240 D 3.0 (Baureihe W 115).
Dicker Diesel: Mercedes-Benz 240 D 3.0 mit 59 kW (80 PS), vorgestellt 1974.
1977 – S-Klasse mit Dieselmotor und Abgasturbolader
In der S-Klasse 300 SD präsentiert Mercedes-Benz erstmals einen mit Abgasturbolader aufgeladenen Dieselmotor. Mit einer Leistung von 85 kW (115 PS) und 250 Newtonmeter Drehmoment wird der 300 SD exklusiv für den US-Markt angeboten. Erst 1980 folgt der 300 T Turbodiesel als aufgeladenes Diesel-Modell, das auch in Europa verkauft wird.
Der Mercedes-Benz 300 SD ist im Mai 1978 der weltweit erste Serien-Pkw mit Turbodieselmotor und zugleich der erste Oberklasse-Personenwagen mit Selbstzünder.
1980 – Ladeluftkühlung im OM 422 AL
Im neuen Motor OM 422 AL für schwere Lastwagen führt Mercedes-Benz 1980 zusätzlich zur Turboaufladung die Ladeluftkühlung ein. Die Kühlung führt zu mehr Sauerstoff in der Ansaugluft und mehr Leistung bei der Verbrennung.
1983 – Motorkapselung in der Kompaktklasse zur Geräuschdämmung
In den Diesel-Modellen der 1982 vorgestellten „Kompaktklasse“ (Baureihe W 201) ist der Motor erstmals vollständig gekapselt. Damit werden die Geräusche des Antriebs um rund die Hälfte reduziert. Das Motorkonzept erhält umgangssprachlich den Namen „Flüsterdiesel“.
1985 – Partikelfilter
Als weltweit erste Automobilmarke liefert Mercedes-Benz 1985 in Kalifornien Diesel-Limousinen auf Wunsch mit Partikelfiltersystem aus. Die Erfahrungen aus diesem Programm sind Grundlage für die Entwicklung neuartiger Filtertechnologien.
erfekte Technik: Der von Mercedes-Benz entwickelte Diesel-Partikelfilter regeneriert sich ohne Kraftstoff-Additive und ist wartungsfrei.
1989 – „Initiative Diesel ’89“
Überarbeitete Motoren, mit denen sich die Partikelemission um rund 40 Prozent senken lässt, präsentiert Mercedes-Benz 1989. Zu ihren Merkmalen gehört eine neue Vorkammer mit Schrägeinspritzung, die eine effizientere Verbrennung ermöglicht. Das Programm zur Verbesserung der Dieseltechnik, in dessen Rahmen die Motoren entwickelt werden, heißt „Initiative Diesel ’89“.
1991 – Abgasreinigungsanlage
Abgase des Dieselmotors unterscheiden sich deutlich von jenen eines Benzinaggregats. Während der Dieselmotor weniger Kohlendioxid ausstößt, hat das Abgas einen höheren Anteil von Stickoxiden. 1991 senkt Mercedes-Benz diese Emission durch eine Abgasreinigungsanlage, die aus einer Abgasrückführung und einem Oxidationskatalysator besteht. Diese Kombination reduziert die Temperatur im Brennraum und verringert die Bildung von Stickoxid um rund 70 Prozent. Zunächst als Option im Angebot, wird die Abgasreinigung 1993 zur Serienausstattung.
1993 – Vierventil-Technik und Electronic Diesel Control
Die Vierventil-Technik hält 1993 Einzug im Dieselsegment: Mercedes-Benz stellt den ersten Pkw-Dieselmotor mit vier Ventilen je Zylinder und elektronischer Steuerung vor. Die Vierventil-Technik macht die Dieselmaschine leistungsstärker und sparsamer als die bisherigen Zweiventiler. Die Electronic Diesel Control (EDC) kommt 1995 zum Serieneinsatz, als Mercedes-Benz den Diesel-Direkteinspritzmotor mit 2,9 Liter Hubraum vorstellt.
Schrägeinspritzung für geringere Emissionen, 1989: Eine Maßnahme im Rahmen der Initiative „Diesel `89“.
1996 – Debüt für neue Nutzfahrzeug-Motoren
Gleich zwei neue Motorbaureihen für Nutzfahrzeuge stellt Mercedes-Benz 1996 vor. Im neuen schweren Lkw Actros arbeiten die V-Diesel-maschinen OM 500, im leichten Lastwagen Atego kommt die Generation der Reihenmotoren OM 900 zum Einsatz.
1997 – Common-Rail-Direkteinspritzung (CDI)
Das CDI-Zeitalter beginnt 1997. Die Abkürzung steht für „Common Rail Direct Injection“. Diese von Daimler-Benz zusammen mit Bosch entwickelte Kraftstoff-Direkteinspritzung arbeitet mit einer gemeinsamen Leitung („Common Rail“). Während Direkteinspritzer klassischer Bauart den Druck für jeden Einspritzvorgang neu aufbauen, wird der hohe Druck im Common Rail permanent erzeugt. So lässt sich der Kraftstoff mit bis zu 1350 bar zu den variabel und sehr exakt steuerbaren Einspritzdüsen pressen. CDI macht den Dieselmotor zum Inbegriff hoher Leistung, exzellenten Drehmomentwerten schon bei niedrigeren Drehzahlen, sehr sparsamem Kraftstoffverbrauch, minimalen Abgasemissionen und niedriger Geräuschentwicklung.
Transparent gemacht: Mercedes-Benz CDI-System mit Common-Rail-Einspritzung.
1998 – Dieselelektrischer Antrieb im Cito
Der Mercedes-Benz Cito ist ein innovativer Midibus mit dieselelektrischem Antrieb. Dabei treibt ein Dieselmotor OM 904 LA einen Generator an, der den elektrischen Fahrmotor mit Energie versorgt.