| „60 Jahre mobile Freizeit“ feierte VW Nutzfahrzeuge auf dem Caravan Salon 2011. |

Alles im Kasten: Die Anfänge von Westfalia
Autor/Redaktion: Gerhard Prien · 08. September 2011
VW feierte auf dem Caravan-Salon sechs Jahrzehnte Freizeit-Fahrzeuge - also zum Reisemobil umgebaute VW Busse. Dabei bietet VW „seinen“ California (also den Campingbus aus eigener Fertigung) eigentlich erst seit dem Jahr 1988 an. Bis dahin diente der VW Bus anderen Aus- und Aufbauern lediglich als Basisfahrzeug.
Aber klar, die leichten, kompakten und alltagstauglichen Reisemobile auf Basis des VW Bus gibt es bereits seit mehr als einem halben Jahrhundert. "Erfunden" hat den Campingbus vor 60 Jahren Westfalia aus Rheda-Wiedenbrück. Die legendäre, 1951 entstandene „Westfalia VW T1 Camping-Box“ steht für die Geburtsstunde des Urvaters aller Freizeitmobile. So gesehen ist das Jahr 2011 hauptsächlich für Westfalia das Jahr des Jubiläums „60 Jahre Campingbus“. Und ausgerechnet bei Westfalia steht auf dem Stand beim diesjährigen Caravan Salon in Düsseldorf nicht ein Fahrzeug von VW. Statt dessen feiert Westfalia, der "Erfinder" des VW Campingbusses, die sechs Jahrzehnte mit einem Sondermodell "Edition 60" - getauft auf den Namen Jules Verne, und – pikant, pikant: auf einem Basisfahrzeug aus Stuttgart, mit dem Stern am Kühlergrill ...
Vor zwei Jahren löste Westfalia sein Museum auf, die Insolvenz folgte wenige Monate später. Ende November 2010 kam die Nachricht: Die CVC Camping Van Conversion GmbH, Hersteller der traditionsreichen Reisemobile von Westfalia, ist gerettet. Das französische Unternehmen Rapido kaufte die Firma, die mit wohnlichen Ausbauten von Kastenwagen nicht nur in Deutschland bekannt wurde. Ein Rückblick auf die Anfänge.
Vor zwei Jahren löste Westfalia sein Museum auf, die Insolvenz folgte wenige Monate später. Ende November 2010 kam die Nachricht: Die CVC Camping Van Conversion GmbH, Hersteller der traditionsreichen Reisemobile von Westfalia, ist gerettet. Das französische Unternehmen Rapido kaufte die Firma, die mit wohnlichen Ausbauten von Kastenwagen nicht nur in Deutschland bekannt wurde. Ein Rückblick auf die Anfänge.
| Mit der VW Westfalia Campingbox wird 1951 ein völlig neues Produkt wird geboren: das Reisemobil. |
Als 18-jähriger geht Johann Bernard Knöbel auf Wanderschaft. Er arbeitet in Leipzig, Berlin, Hannover und Hamburg. Und eröffnet im Jahre 1844 in Rheda-Wiedenbrück einen Handwerksbetrieb, in dem er sich um die Wünsche von Fuhrleuten kümmert. In der Schmiede am elterlichen Haus an Klingelbrink 273 wird nicht nur repariert, hier entstehen auch Ackergeräte und Wagen - im Jahre 1876 folgt die erste Kutsche. Sohn Wilhelm übernimmt den Betrieb, Sohn Franz erhält ein Haus und das Werkzeug, um selbst eine Firma aufbauen zu können.
Franz Knöbel senior eröffnet seinen Betrieb im Sommer 1887, bereits kurz darauf fertigt er Fahrgeschirre, Kutschen, Jagdwagen und Schlitten. Die von ihm entwickelte Selbstfahrerkutsche – die auch ohne Kutscher gefahren werden konnte - wird nach 1918 ein großer Erfolg. Sie bietet zwei gegenüber liegende Sitzbänke mit je zwei Sitzplätzen und einem demontierbaren Kutschbock, auf dem auch zwei Personen Platz nehmen können.
Im Jahre 1922 erscheint der Name „Westfalia“ erstmals im Handelsregister. In Rheda-Wiedenbrück beginnt die Ära der Kraftfahrzeuge, zunächst mit Handelsvertretungen für Personenwagen. Im Jahre 1927 liefert man die ersten offenen Kastenanhänger aus. In dieser Zeit nutzt man für die Einachshänger auch noch die so genannte Pinkupplung. Aber die klappert und rappelt auf den schlechten Straßen ganz furchtbar. Die Knöbels versuchen durch neue Ideen das Problem zu lösen. Im Jahre 1931 entwickelt Franz die Kugelkopf-Kupplung und meldet sie zum Patent an.
| Bis 1941 werden insgesamt 25.000 Anhänger produziert. Darunter auch die ersten Zwei- Achs-Pferdeanhänger. |
Die Söhne von Franz Knöbel senior – Franz, Hans und Gerd – übernehmen ab 1933 die Führung des Unternehmens. Zwei Jahre später, 1935, entsteht der erste Wohnanhänger. Er verfügt bereits über vier Schlafplätze, Küche und Stauraum. Für die Knöbels gehören Anhänger, Kupplung und Zugwagen irgendwie zusammen. Der Zugwagen ist dabei das Maß aller Dinge. Und nur Fahrversuche können entscheiden, ob es dem Konstrukteur gelungen ist einen Anhänger zu konzipieren, der sich in der Praxis gut verhält und ein sicheres Fahrverhalten an den Tag legt. Bei den Köbels fahren die Chefs die Fahrversuche lange Zeit selbst, (nicht nur) für diese Zwecke werden BMWs favorisiert. Etwa die Limousine 335, besonders gut als Zugwagen geeignet, denn der Motor entwickelt seine Höchstleistung von strammen 90 PS schon bei moderaten 3.500 U/min.
Pritschen für Lastkraftwagen ergänzen das Fertigungsprogramm ab 1937. Im selben Jahr wird ein Gelände erworben, Grundstock des Werksgeländes am Sandberg, wo schon knapp ein Jahr später der Grundstein für das neue Werk gelegt wird. Zu dieser Zeit beschäftigt Westfalia bereits 200 Menschen.
Im Jahr 1942 erhält das Unternehmen den – lange Jahre gültigen – Namen Westfalia-Werke Franz Knöbel & Söhne KG. Im Krieg wird das Werk am 22. Februar 1945 fast völlig zerstört. Doch schon zu Ende des Jahres 1945 sind bereits wieder 200 Mitarbeiter bei den Knöbels in Lohn und Brot. Der Karosseriebau erlangt besondere Bedeutung. In Rheda-Wiedenbrück werden der Gutbord Superior Kombi, ein Kleinsttransporter auf dem Fahrgestell des VW Käfer und ein gemeinsam mit Mercedes-Benz für den Unimog entwickeltes – geschlossenes – Fahrerhaus gebaut, das von vielen Spediteuren und der Polizei verlangt wurde. Zu Beginn der 1950-er Jahre entsteht auch der erste Wohnanhänger mit einer Stahlblech-Karosse.
Bereits 1951 bringt Westfalia die erste Camping-Einrichtung für den VW Transporter auf den Markt: Die Camping-Box, eine Wohn- und Schlafeinrichtung. Ein völlig neues Produkt ist geboren, dem man bei Westfalia bis heute die Treue hält: Das Reisemobil. Dessen Geschichte folgt im zweiten Teil…
Im Jahr 1942 erhält das Unternehmen den – lange Jahre gültigen – Namen Westfalia-Werke Franz Knöbel & Söhne KG. Im Krieg wird das Werk am 22. Februar 1945 fast völlig zerstört. Doch schon zu Ende des Jahres 1945 sind bereits wieder 200 Mitarbeiter bei den Knöbels in Lohn und Brot. Der Karosseriebau erlangt besondere Bedeutung. In Rheda-Wiedenbrück werden der Gutbord Superior Kombi, ein Kleinsttransporter auf dem Fahrgestell des VW Käfer und ein gemeinsam mit Mercedes-Benz für den Unimog entwickeltes – geschlossenes – Fahrerhaus gebaut, das von vielen Spediteuren und der Polizei verlangt wurde. Zu Beginn der 1950-er Jahre entsteht auch der erste Wohnanhänger mit einer Stahlblech-Karosse.
Bereits 1951 bringt Westfalia die erste Camping-Einrichtung für den VW Transporter auf den Markt: Die Camping-Box, eine Wohn- und Schlafeinrichtung. Ein völlig neues Produkt ist geboren, dem man bei Westfalia bis heute die Treue hält: Das Reisemobil. Dessen Geschichte folgt im zweiten Teil…
© Fotoquelle / Bildrechte: Westfalia, Westfalia-Trailergroup GmbH, VW Nutzfahrzeuge, United Pictures

TERMINE
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| 25.05-28.05.2012 Concorso d'Eleganza Villa d' Este | |
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| 26.05-28.05.2012 Die Oldtimer Show | |
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| 27.05-28.05.2012 Youngtimertreffen im Strandcafe |
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