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Staffellauf, -fahrt und -flug: Red Bull Jungfrau-Stafette
Autor: Uschi Kettenmann · 17. März 2010
Red Bull Jungfrau-Stafette
In 14 Etappen wird das Stafettenband durch die Schweiz getragen.
Am 5. Juni 2010 prescht die 3. Red Bull Jungfrau-Stafette wieder durch die Schweiz – der Staffellauf ist eine einmalige Kombination aus Athletik, Oldtimer-Dynamik und modernem Extremsport. In 14 Etappen befördern über 600 Sportlerinnen und Sportler in 44 Teams das Stafettenband – vom Rheinfall über das Jungfraujoch ins Wallis und zurück nach Zürich.
Red Bull Jungfrau-Stafette
Auch Motorräder aus den 1920ern und 1930ern gehören zu den Teams.
Und das auf ganz unterschiedliche Weise: Skifahrer, Gletscher- und Bergläufer, Gleitschirmflieger, Downhill-Biker, Schwimmer und Kajakfahrer sind genauso dabei wie Flugzeugpiloten, Motorrad- und Autofahrer auf historischen Maschinen der Vorkriegszeit. Die 44 Teams aus 16 Kantonen, sowie eines aus England und eines aus Österreich sind ausgesprochen stark besetzt, viele bekannte Weltklasse-Athleten und Extremsportler wie sind darunter.
Fünfmal fand der Wettlauf zu Lande, auf gefrorenem Wasser und in der Luft während der 1930er Jahre statt, damals eines der größten Sportereignisse der Schweiz. Eine Tour de Suisse von 530 km in einem Tag zurückzulegen war für damalige Mobilitätsbegriffe ein unglaubliches Abenteuer, ebenso mit einem Flugzeug das 3.454 m hohe Jungfraujoch zu überqueren. Zwischen 1931 und 1939 organisierte die Zeitschrift „Sport“ die Jungfrau-Stafette alle zwei Jahre, der Zweite Weltkrieg verhinderte die Fortsetzung.
Red Bull Jungfrau-Stafette
2007 wurde die Jungfrau-Stafette nach 68 Jahren wiederbelebt.
2007 wurde das Rennen wiederbelebt – die Idee blieb die gleiche: verschiedene Sportler tragen als Team ihr Band über 14 Etappen durch die Schweiz.
Red Bull Jungfrau-Stafette
Mountainbiker auf dem halsbrecherischen Weg ins Tal.
Der Startschuss fällt mit den Radfahrern am Rheinfall. Auf Rennvelos gelangen die Bänder nach Dübendorf, an Bord historischer Flugzeuge aufs Jungfraujoch. Skifahrer, Gletscherläufer und Bergläufer bringen die Stafette über den Aletschgletscher aufs Eggishorn, per Gleitschirm und Downhillbike schiesst sie innert weniger Minuten ins Tal nach Fiesch.
Moderne Kajaks, historische Motorräder und Rennwagen aus der Vorkriegszeit fahren Rhoneabwärts. Im Gegensatz zu den anderen Sportlern geht es bei den Oldtimern nicht um Schnelligkeit: die Fahrer müssen eine vorgegebene Richtzeit möglichst genau erreichen und sich natürlich an die Verkehrsregeln halten.
Red Bull Jungfrau-Stafette
Die Oldtimer fahren nicht auf Tempo, sondern auf Gleichmäßigkeit.
Einer der Höhepunkte ist der Überflug des Jungfraujochs in historischen Flugzeugen und die Übergabe an die Skifahrer per Abwurf der Meldetasche. Die fliegenden Oldtimer bringen das Rennen zurück auf die Alpennordseite.
Red Bull Jungfrau-Stafette
Ob das Jungfraujoch dieses Jahr überflogen werden kann?
Wie schon beim historischen Vorbild in den 1930ern hängt das Gelingen vom Wetter ab. Erst bei der dritten Austragung im Sommer 1935 gelang zum ersten Mal dieser Höhepunkt. Und wie 1931 und 1933 verwehrte das Wetter der Red Bull Jungfrau-Stafette die ersten zweimal in den Jahren 2007 und 2008 den Überflug der Alpen. Die Stafette wurde im Jungfraufirn neu gestartet und die Bändel aller Teams erreichten Stunden später das Ziel. Auch 2010 entscheidet der Himmel, ob der aviatische Traum wahr wird.
Red Bull Jungfrau-Stafette
Die Rennwagen fahren durchs Val d'Anniviers zum Flugplatz Sion.
Bei der 8. Etappe übernehmen die Motorradfahren auf historischen Maschinen in Fiesch im Wallis den Stab von den Downhill-Bikern und bringen ihn in möglichst genau 90 Minuten ins 68 Kilometer entfernte Stalden zu den dort wartenden Kajakfahrern. Diese übergeben den Stab in Visp den Oldtimer-Fahrern. Für die Rennwagen aus den 1920er und 1930er Jahren windet sich die Strasse nach Sion zum Flugplatz über 76 Kilometer spektakulär an Felswänden entlang durchs Val d'Anniviers – in einem Tempo, was die alten Motoren hergeben und die vorgeschriebene Durchschnittszeit erlaubt.
Die Siegestrophäe, ein silberner Adler, wird sich das Team holen, das nach 500 Kilometer am Fuss des Uetlibergs in Zürich als Erstes eintrifft. 1939 hatte das Team des Skiclub Wengen den Streckenrekord aufgestellt: sie brauchten genau 7 Stunden, 17 Minuten und 45 Sekunden.
Red Bull Jungfrau-Stafette
Auch das kann passieren: Reparatur unterwegs.
Kategorie(n):
Oldtimer
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