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Raritäten auf Schloss Bensberg
Autor/Redaktion: Uschi Kettenmann · 23. August 2010
Bei der zweiten Auflage der Schloss Bensberg Classics vom 10. bis 12. September 2010 in Bergisch-Gladbach sind bei der Rallye Historique und dem Concours d’Elégance wieder Fahrzeuge der Extraklasse am Start.
Ferrari 250 GT SWB
Unikat: Ferrari 250 GT SWB "Breadvan" des sportverrückten Grafen Volpi
Mit dem 250 GT SWB "Breadvan" von 1962 kommt ein Ferrari nach Bensberg, den nicht nur ein bemerkenswertes Design auszeichnet, sondern auch seine einzigartige Geschichte. Dem wohlhabende italienischen Grafen Volpi, Rennfahrer und Besitzer des Rennstalls "Scuderia Serenissima", verweigerte Enzo Ferrari 1962 die Lieferung von zwei Ferrari 250 GTO. Also beschloss der Graf, einen eigenen Ferrari zu bauen, der schneller und leichter als der GTO sein sollte - um damit genug Potenzial zu haben, diesen bei Rennen zu schlagen. Giotto Bizzarrini, Schöpfer des GTO, entwickelte zusammen mit Piero Drogo, einem Rennfahrer und Karosseriebauer aus Modena, aus einem regulären 1961er Ferrari 250 GT SWB ("Short Wheel Base") einen reinrassigen Rennwagen, dessen besonderes Augenmerk auf der Aerodynamik lag: Angesichts des prägnanten Hecks wurde er vom Publikum und Journalisten angesichts seines prägnanten Hecks umgetauft in Breadvan ("Brotwagen"). Dieser Bestimmung wurde er vermutlich nie gerecht, wohl aber seinem eigentlichen Auftrag: Er war in Le Mans auf der langen Hunaudiéres-Geraden sieben km/h schneller als der Ferrari GTO.
Lamborghini Countach LP400 Periscopo
Lamborghini Countach LP400 Periscopo
Der Lamborghini Countach LP400 Periscopo war der unumstrittene Star des Genfer Automobilsalons im Jahr 1971. Die von Bertone-Designer Marcello Gandini entworfene Studie stellte mit extremer Keilform, futuristischen Flügeltüren sowie Gitterrohrrahmen und Aluminium-Karosserie aus dem Rennsport einen Bruch mit allen Konventionen dar. Das beim Concours d’Elégance im Rahmen der Schloss Bensberg Classics in der Kategorie „Italienische Eleganz" gezeigte Exemplar stammt aus der auf 157 Stück limitierten Kleinserie.
Volkswagen Cheetah Cabrio
Volkswagen Cheetah Cabrio
Nur ein einziges Mal wurde dagegen das Volkswagen Cheetah Cabriolet gebaut, das in der Kategorie „Showcars" antritt. Die 1970 gefertigte Designstudie wurde von Giorgetto Giugiaro entworfen. Die Realisierung erfolgte anschließend bei Karmann in Osnabrück auf Basis des verkürzten Fahrgestells eines Volkswagen 1600.
In der neu geschaffenen Kategorie „Viertürige Sportwagen“ tritt eine extrem seltene Monica an. Das Projekt Monica ist benannt nach der Gattin des französischen Unternehmers Jean Tastevin, der zusammen mit dem britischen Konstrukteur Christopher Lawrence einen Nachfolger für die gerade eingestellte Marke Facel Vega ins Leben rufen wollte. 1972 vorgestellt, wurde das Projekt nach etwa 25 Prototypen und rund zehn Serienmodellen zwei Jahre später eingestellt. Wie viele Fahrzeuge überlebt haben, weiß niemand mit Sicherheit, die beim Concours d’Elégance auf Schloss Bensberg zu sehende Monica dürfte das einzige Exemplar in Deutschland sein. In der gleichen Kategorie stellt sich außerdem ein Monteverdi High Speed 375/4 von 1971. Der Schweizer Sportwagen kommt aus dem Automuseum im ehemaligen Monteverdi-Werk in Basel.
Monica Monteverdi High Speed 375/4Monica Monteverdi High Speed 375/4
Gemeldet in der Kategorie „Viertürige Sportwagen“: Monica (links) und Monteverdi High Speed 375/4 (rechts).
Neben den klassischen Automobilen gibt es auch eine Neuwagen-Premiere – der neue Supersportwagen Porsche 918 Spyder mit Hybrid-Antrieb präsentiert sich erstmals der deutschen Öffentlichkeit. Der Mittelmotorsportwagen kombiniert Rennsport-Hightech und Elektromobilität zu einem faszinierenden Konzept. Erst vor kurzem hat der Porsche-Vorstand den Serienbau des Mittelmotorsportwagen genehmigt.
Porsche 918 Spyder
Deutsche Publikumspremiere: Porsche 918 Spyder.
Als reines Ausstellungsfahrzeug muss sich der Porsche 918 Spyder nicht dem Urteil der Jury stellen – anders als die rund 40 hochwertigen Klassiker, die offiziell am Concours d’Elégance teilnehmen. Sie werden vom neunköpfigen Bewertungskomitée nach den strengen Regeln des internationalen Verbandes FIVA beurteilt. Die zum zweiten Mal ausgerichteten Schloss Bensberg Classics haben erneut das höchste FIVA-Prädikat A erhalten. Die Jury des Concours d’Elégance der Schloss Bensberg Classics ist dementsprechend hochkarätig: Präsident Walter de’Silva, Sandra Button, Giorgetto Giugiaro, Jacky Ickx, Chris Bangle, Wim Oude Weernink, Eckhard Schimpf, Bernd Ostmann und Jürgen Lewandowski werden den Charakter, die Ästhetik und die Authentizität der Exponate beurteilen.

Und natürlich haben auch einige Prominente ihre Teilnahme an der von der Volkswagen Group unterstützten Oldtimerveranstaltung bereits zugesagt, so Rennfahrer Hans-Joachim Stuck sowie die Schauspieler Peter Lohmeyer, Erol Sander, Andrea Sawatzki, Christian Berkel und Heikko Deutschmann.
Kategorie(n):
Events
Neuwagen
Oldtimer
© Fotoquelle / Bildrechte: Schloss Bensberg Classics, Volkswagen, Porsche
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