| Der Kalifornier Tom Wright mit zwei seiner für den Verkehr zugelassenen Bumper Cars. |

Motorisierte Prellböcke: Bumper Cars in Essen
Autor/Redaktion: Uschi Kettenmann · 23. November 2011
Bumper-Cars – auf gut Deutsch Auto-Scooter (wörtlich eigentlich Prellbock-Autos) – sind Mini-Fahrzeuge. In Deutschland denkt man beim Begriff Auto-Scooter in erster Linie an Attraktionen auf Volksfesten: Auf der Kirmes konnten und können sich Alle, ob jung oder alt, mit den elektrisch angetriebenen Mini, austoben und manchmal auch als Prellbock benutzen. Sie überstehen kleine Kollisionen, ohne dass es ernsthafte Folgen hat.
Tom Wright aus dem US-Staat Kalifornien hatte allerdings andere Pläne mit diesen Mini-Mobilen. Eigentlich über 40 Jahre lang Zweirad-Fan, sah er 1994 zum ersten Mal so ein Gefährt, natürlich elektrisch angetrieben und als Fortbewegungsmittel auf einem Jahrmarkt benutzt. Er war fasziniert und kaufte es. Da nun mal Motorrad-Fan, ersetzte er den elektrischen Antrieb durch einen Motorrad-Motor und erreichte, dass er mit seinem neuen Gefährt auch auf der Straße fahren konnte. 1997 kaufte er einen zweiten Auto-Scooter. Und heute besitzt er neun für den Straßenverkehr zugelassene Bumper-Cars, wie sie nun heißen. Vier von ihnen werden auf der Essen Motor Show präsentiert, darunter zwei Modelle, die ursprünglich aus Deutschland stammen.
| Das „Police Car“ mit den vielen Scheinwerfern basiert auf einem Lusse Auto-Scooter von 1953. |
Auch das zweite Fahrzeug basiert auf einem Lusse Auto-Scooter, allerdings aus dem Jahre 1936. „Shotime“ ist mit einem Yamaha-750ccm-Motorrad-Motor aus dem Jahr 1997 und einem Sechsgang-Getriebe ausgestattet. Weitere Kennzeichen sind eine Holzverkleidung rundum, ein verchromter Kühlergrill sowie eine kippbare Windschutzscheibe. Die Lackierung wechselt unter Sonnenlicht wie ein Chamäleon die Farbe, je nachdem, von welcher Seite das Car betrachtet wird.
Die Frontpartie des dritten Fahrzeugs ist einer Chevrolet Corvette aus dem Jahr 1958 nachempfunden. Ursprünglich wurde der Auto-Scooter aus dem Jahr 1958 von den Gebrüdern Ihle aus Bruchsal bei Karlsruhe gebaut. In den 1980er-Jahren kam das Gefährt in die USA nach Santa Barbara (Kalifornien). Tom Wright erfuhr über ebay davon, restaurierte das Mini-Mobil und baute es um. Es hat jetzt einen getunten 500ccm-Kawasaki-Motorrad-Motor und eine Karosserie aus Fiberglas. Theoretisch ist eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 160 km/h möglich – allerdings sind auf den amerikanischen Highways nur 90 km/h erlaubt.
Das Mini-Mobil mit einer Alfa Romeo-Karosserie wurde ursprünglich in den 1950er-Jahren ebenfalls von den Gebrüdern Ihle und kam Ende der 1980er Jahre in die USA. Nach dem Umbau durch Tom Wright ist von dem Original u. a. noch das Lenkrad und die Nummer 22 vorhanden, mit dem das Gefährt bei Volksfesten fuhr. Der Antrieb erfolgt jetzt durch einen Zweizylinder-Kawasaki-Motorrad-Motor. Weitere Einzelheiten: Sechsgang-Getriebe, Scheibenbremsen und Halogen.
| Das Lenkrad des Bumber Car mit dem Alfa-Grill ist noch original aus dem 1950er Auto Scooter. |
© Fotoquelle / Bildrechte: Messe Essen

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