| Henri Rougier, hier vor dem Start mit seinem Mechaniker, gewann die erste Rallye Monte Carlo im Jahr 1911, auf einem Turcat-Méry 25. |

Monte Carlo-Siegerwagen in Essen
Autor/Redaktion: Uschi Kettenmann · 04. November 2011
Die berühmteste Rallye der Welt feierte 2011 Jubiläum - die Rallye Monte Carlo ist 100 Jahre alt geworden. Grund genug, auf der Essen Motor Show (26. November bis 4. Dezember 2011) originale Siegerwagen zu zeigen. In der Sonderschau sind insgesamt 12 Fahrzeuge von 1911 bis 2011 zu sehen, die in den letzten 100 Jahren die Rallye Monte Carlo gewonnen haben. Bei den ausgestellten Fahrzeugen handelt es sich ausnahmslos um die Original-Fahrzeuge der entsprechenden Jahre. Deshalb fehlt zum Beispiel der siegreiche Mercedes-Benz von 1960. Das Auto existiert nicht mehr.
Die erste Rallye 1911 gewann der Turcat-Méry 25. Die französische Firma Turcat-Méry, gegründet von Léon Turcat und dessen Cousin Simon Méry, baute von 1896 bis 1928 Automobile. Der Sieg in Monte Carlo war der größte Erfolg in der Sportgeschichte der Marke. Damals kamen 16 von 23 gestarteten Autos ins Ziel. Fahrer des siegreichen Turcat-Méry (Vier Zylinder, 4084 ccm Hubraum, 25 PS) war der Franzose Henri Rougier, der in Paris gestartet war. Der damals 34-Jährige hatte sich vorher einen Namen als Flieger und Rennfahrer gemacht. Rougier starb 1956 im Alter von 79 Jahren.
| 1926 gewann ein AC-6 Sport, rechts der Wagen heute. |
1926 waren 36 Fahrzeuge gestartet, als Erster ging Victor Austin Bruce mit Co-Pilot William Brunel auf einem AC-6 Sport (sechs Zylinder, 1991 ccm Hubraum, 40 PS) durchs Ziel. Der Brite war Angestellter der 1903 gegründeten britischen Firma AC(die Buchstaben stehen für „Auto-Carrier“).
AC - bekannt für sportliche Fahrzeuge, besonders legendär waren die Cobra-Modelle der 1960er Jahre – verschwand Mitte der 1970er-Jahre vom Markt. Nach mehreren Besitzerwechseln gibt es den Namen AC zwar immer noch, produziert wird in Heyda (Kreis Meißen) bei Dresden in sehr kleiner Stückzahl. Doch mit der Firma, die 1926 mit dem AC-6 Sport die Rallye Monte Carlo gewann, hat das nichts mehr zu tun.
Sechs Mal konnte die französische Firma Hotchkiss den Gewinn der Rallye Monte Carlo verbuchen. Besonders ihr sportliches Image in den 1930er Jahren ging auf die Siege in den Jahren 1932, 1933, 1934 und 1939 zurück.
| Sieger in Monte Carlo 1934: Louis Gas und Jean Trévoux mit dem Hotchkiss 620. |
1934 gewann das Team Louis Gas/Jean Trévoux unter 144 Startern in einem Hotchkiss 620 (sechs Zylinder, 3485 ccm Hubraum, 90 PS). Trevoux gewann 1939 die letzte Monte vor dem Zweiten Weltkrieg und 1949 im identischen Hotchkiss 686 GS auch die erste Monte danach. 1950 ging der Sieg nochmals an Hotchkiss, die sechs Siege wurden bisher nur von Lancia (13), Ford und Citroën (je sieben) übertroffen.
| Siegerehrung 1952 mit dem Fahrer und Kontrukteur Sydney Allard (links), rechts das Allard Coupé P1 in seinem heutigen Zustand. |
Die britische Firma Allard, gegründet vom Industriellen Sydney Herbert Allard, baute von 1937 bis 1957 Automobile, hauptsächlich Sportwagen mit amerikanischen V8-Motoren. Die Marke hatte ein sportliches Image, nicht zuletzt durch Siege bei Sportwagen-Rennen in den USA und den Klassensieg (3. Platz Gesamt) beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1950, gefahren vom „Chef“ selbst und dem Amerikaner Tom Cole. Der größte Erfolg war aber der Gesamtsieg (über 300 Autos am Start) bei der Rallye Monte Carlo 1952. Fahrer im Allard Coupé P1 (acht Zylinder, 3622 ccm Hubraum, 86 PS) war erneut Allard, sein Co-Pilot Guy Warbuton. Damit ist Sydney Allard der einzige Fahrer, der die Monte auf einem Auto eigener Konstruktion gewonnen hat.
| Der siegreiche Mini Cooper S 1964 auf dem Grand Prix-Kurs von Monte Carlo – links in der alten Bahnhofskurve, rechts am Hafen. |
In den Jahren 1964 bis 1967 waren die kleinen Mini Cooper S die erfolgreichsten Autos in der Rallye-Szene. Die kleinen Kisten, die weniger als 700 kg auf die Waage brachten, entstanden in einer Zeit, in der sich der Rallye-Sport änderte. Nicht mehr leicht getunte Serien-Fahrzeuge bestimmten das Geschehen, sondern von Werken immer optimaler konzipierte „Spezial-Autos“. 1964 hießen die Sieger bei der berühmten „Monte“ Paddy Hopkirk/Henry Liddon auf Mini Cooper S (vier Zylinder, 1071 ccm Hubraum, 92 PS).
Auch in den folgenden Jahren dominierten die Mini, dann aber mit einem 1,3 Liter-Motor mit knapp über 100 PS: 1965 Timo Mäkinen/Paul Easter und schließlich 1967 Rauno Aaltonen/Henry Liddon. 1966 disqualifizierte der Veranstalter aus Gründen, die bis heute nicht nachvollziehbar sind, die Mini. Es gewann ein Citroen DS 21.
Auch in den folgenden Jahren dominierten die Mini, dann aber mit einem 1,3 Liter-Motor mit knapp über 100 PS: 1965 Timo Mäkinen/Paul Easter und schließlich 1967 Rauno Aaltonen/Henry Liddon. 1966 disqualifizierte der Veranstalter aus Gründen, die bis heute nicht nachvollziehbar sind, die Mini. Es gewann ein Citroen DS 21.
| Ohne leichte Schäden ging es nicht: 1970 gewannen die Schweden Björn Waldegaard und Co-Pilot Lars Helmer auf Porsche 911 S. |
Von 1966 bis 1971 startete Porsche werksseitig mit dem Typ 911 in der damaligen Rallye-Europa-Europameisterschaft – mit Erfolg, wie Günter Klass (1966), Vic Elford (1967), Henri Toivonen (1968) als Gewinner des EM-Titels beweisen konnten. Im Laufe dieser erfolgreichen Jahre konnte Porsche von 1968 bis 1970 insgesamt dreimal hintereinander die Rallye Monte Carlo gewinnen. 1968 hießen die Gewinner Vic Elford/David Stone (Großbritannien) auf 911 T; 1969 sowie 1970 waren jeweils Björn Waldegaard/Lars Helmer (Schweden) auf dem Typ 911 S erfolgreich. Auf der Messe Essen ist das Siegerauto von 1970 zu sehen (sechs Zylinder, 2247 ccm Hubraum, 230 PS).
| Auf Siegesfahrt in den Alpen nördlich von Monte Carlo, 1976: Lancia Stratos HF. |
Der Lancia Stratos spielt in der Rallye-Geschichte eine ganz besondere Rolle. Da das Interesse an dieser Motorsport-Kategorie immer größer geworden war, hatte der Automobil-Weltverband ab 1973 eine offizielle Rallye-WM ausgeschrieben. Der Stratos (sechs Zylinder, 2418 ccm Hubraum, 300 PS) war das erste Fahrzeug, das konsequent für den Gewinn des Titelgewinns konzipiert wurde. Vorher wurden normale Serien-Autos für Rallye-Einsätze „verbessert“, der Stratos dagegen wurde erst für den Rallye-Sport konzipiert und dann in kleiner Serie als „normales“ Auto gebaut. 1974 bis 1976 gewann er dreimal hintereinander die Rallye-WM. Auch bei der „Monte“ siegte er 1975 bis 1977 dreimal in Folge. Fahrer war jeweils der Italiener Sandro Munari (Co-Pilot: 1975/76 Mario Mannucci, 1977 Silvio Maiga). 1979 dann gewannen die Franzosen Bernard Darniche/Alain Mahé zum vierten Mal auf dem Stratos.
| Packende Drifts und pompöse Siegerehrung: 1984 gewannen Walter Röhrl und Christian Geistdörfer im Audi quattro. |
Seit 1981 beteiligte sich Audi an der Rallye-Weltmeisterschaft. Der Audi quattro (fünf Zylinder, 2109 ccm Hubraum, Turbo, 360 PS) gewann 1982 und 1984 die Marken-WM und sicherte 1983 Hannu Mikkola und 1984 Stig Blomqvist die Rallye-Weltmeisterschaft für Fahrer. Höhepunkt neben den Titel-Gewinnen war 1984 der Sieg bei der Rallye Monte. Walter Röhrl fuhr mit Co-Pilot Christian Geistdörfer seinen vierten Gesamtsieg bei seiner Lieblings-Rallye heraus. Audi belegte 1984 die ersten drei Plätze. Röhrl hatte die „Monte“ vorher bereits 1980 (auf Fiat), 1982 (auf Opel) und 1983 (auf Lancia) gewonnen. Als einziger Pilot war er auf vier verschiedenen Fabrikaten in Monte Carlo erfolgreich.
| Im Grenzbereich: Ari Vatanen und Terry Harryman im Peugeot 205 auf Siegesfahrt 1985. |
Der 205 Turbo 16 (vier Zylinder, 1775 ccm Hubraum, Turbo, bis 500 PS) wurde von Peugeot auf Basis des 1983 eingeführten Serien-Kleinwagens 205 für die Rallye-Weltmeisterschaft gemäß des damaligen Gruppe B-Reglements entwickelt. Dieses Reglement ließ den Konstrukteuren sehr viel Freiheit, so dass das Fahrzeug mit dem Serien-Auto nicht mehr viel gemeinsam hatte, sondern als ein reinrassiges Renn-Gerät bezeichnet werden muss. 1985 gewann Peugeot mit dem Auto die Rallye-Weltmeisterschaft für Marken und Fahrer (Timo Salonen). Auch der Sieg in der wichtigsten Rallye des Jahres, der Rallye Monte Carlo ging an Peugeot. Das erfolgreiche Auto wurde von Ari Vatanen aus Finnland gesteuert und von Terry Harryman navigiert.
| Siegte 1997: Subaru Impreza WRC mit dem Italiener Piero Liatti am Steuer. |
Der japanische Automobilhersteller Subaru war von 1995 bis 1997 die erfolgreichste Marke in der Rallye-Weltmeisterschaft. Mit dem Typ Impreza (vier Zylinder, 2000 ccm Hubraum, über 300 PS) wurde von 1995 bis 1997 dreimal hintereinander die Marken-WM gewonnen. Zusätzlich gewann Colin McRae (1995 im Impreza 555) die Rallye-Weltmeisterschaft der Fahrer. Für 1997 hatte der Automobilweltverband FIA für die Rallye-WM ein neues Reglement eingeführt. Die Autos hießen jetzt WRC (World Rallye Cars). 1997 gewannen die Subaru Impreza WRC acht der insgesamt 14 Wertungsläufe – meistens mit Colin McRae als Fahrer. Der Sieg bei der prestigeträchtigen „Monte“ ging allerdings an den Italiener Piero Liatti, der sich mit Fabrizia Pons von einer Frau zum Erfolg navigieren ließ.
| Das siegreiche Duo auf seinem Sportgerät Citroën Xsara WRC: Co-Pilot Daniel Elena und Fahrer Sébastien Loeb, 2005. |
2003 beteiligte sich Citroën zum ersten Mal an allen Läufen der Rallye-Weltmeisterschaft, nachdem die Franzosen in den Jahren vorher „nur“ ausgewählte Wertungsläufe bestritten hatten. Und die erste komplette Saison begann gleich optimal: Sébastien Loeb und Co-Pilot Daniel Elena gewannen im Xsara WRC (vier Zylinder, 2000 ccm Hubraum, 300 PS) mit der Rallye Monte Carlo den ersten Wertungslauf des Jahres und waren am Ende des Jahres Vize-Weltmeister. 2004 und 2005 lief es dann noch besser, erneut Sieg im Fürstentum – das Bild zeigt das erfolgreiche Auto 2005 in einer Kurve - und Gewinn der WM. Mittlerweile hat Loeb fünf Monte-Siege (darunter drei auf Xsara WRC) auf seinem Konto und ist damit erfolgreichster Fahrer bei dieser Rallye. Ebenso wie er mit sieben WM-Titeln (zwei auf Xsara WRC) die „ewige“ Rangliste anführt.
| Bryan Bouffier/Xavier Panserie gewannen die Rallye Monte Carlo in diesem Jahr im Peugeot 207 S2000. |
Da die Rallye Monte Carlo seit 2009 nicht mehr zur Weltmeisterschaft zählte, starteten dementsprechend die WRC-Autos nicht mehr bei der Rallye rund um das Fürstentum, sondern die ein wenig schwächeren S 2000-Modelle. Nachdem 2009 bereits ein Peugeot 207 mit dem heutigen Citroën-WM-Werksfahrer Sébastien Ogier gewonnen hatte, ging der Sieg 2011 an den Franzosen Bryan Bouffier mit Co-Pilot Xavier Panseri auf einem identischen Peugeot 207 S 2000 (vier Zylinder, 1998 ccm Hubraum, 280 PS).
© Fotoquelle / Bildrechte: Messe Essen /Audi, Citroën, Lancia, Mini, Peugeot, Porsche, Renault, Subaru

TERMINE
| 21.05.2012 Frühjahrstreffen bei Irmscher - Eröffnung der Tu | |
| 25.05-27.05.2012 Sachs Franken Classic 2012 | |
| 25.05-28.05.2012 Concorso d'Eleganza Villa d' Este | |
| 26.05-28.05.2012 Mazda RX7 Rotary-Drive Club Europe e.V. Pfingsttre | |
| 26.05-28.05.2012 Die Oldtimer Show | |
| 26.05-27.05.2012 Opel GT Europatreffen zum 35jährigen Bestehen |
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