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Mit Glocken statt Blaulicht zum Einsatzort
Autor/Redaktion: Uschi Kettenmann · 13. Januar 2012
Was haben Rolls Royce, Mercedes, Cadillac und Fiat gemeinsam? In den Anfängen der motorisierten Feuerwehr wurden diese und andere Pkw umgebaut zu Löschfahrzeugen. Nachdem die ersten Bedenken gegen Benzin angetriebene Fahrzeuge in Kampf gegen die Flammen langsam verebbten, wurden in den 1920er und 1930er Jahren große und kleine Autos, Luxus-Fahrzeuge und Volksautos umgerüstet. Während der Retro Classics in Stuttgart (22.-25. März 2012) sind zahlreiche dieser exotischen Pkw aus ganz Europa und den USA erstmals in einer Sonderausstellung im Foyer im Eingang Ost der Messe zu sehen.
Feuerwehren auf Pkw-Basis: Ford T-Modell von 1923 und Horch 853 von 1935.Feuerwehren auf Pkw-Basis: Ford T-Modell von 1923 und Horch 853 von 1935.
Feuerwehren auf Pkw-Basis: Ford T-Modell von 1923 und Horch 853 von 1935.
Nach der Jahrhundertwende begannen die ersten Feuerwehren mit Automobilen zu Bränden auszurücken. Zunächst hatten erhebliche Bedenken bestanden, mit Benzinmotoren in die Nähe von Brandstellen zu fahren, weshalb die Ablösung der Pferdegespanne durch Elektro- und Dampfautomobile favorisiert wurde. Selbst die von Gottlieb Daimler 1888 patentierte Feuerwehrlöschpumpe, mit Antrieb durch einen Verbrennungsmotor, wurde äußerlich dem Erscheinungsbild einer Dampfspritze nachempfunden, damit die Bevölkerung nicht verunsichert war. Gezogen wurde die Feuerwehrlöschpumpe, die heute im Werksmuseum in Stuttgart zu sehen ist, aber immer noch von Pferden.
Der Cadillac Cabrio Typ 57 von 1919 diente in Phoenix/Arizona als Einsatzwagen, das Löschfahrzeug auf Basis eines Chevrolet Capitol ab 1927 in Dänemark.Der Cadillac Cabrio Typ 57 von 1919 diente in Phoenix/Arizona als Einsatzwagen, das Löschfahrzeug auf Basis eines Chevrolet Capitol ab 1927 in Dänemark.
Der Cadillac Cabrio Typ 57 von 1919 diente in Phoenix/Arizona als Einsatzwagen, das Löschfahrzeug auf Basis eines Chevrolet Capitol ab 1927 in Dänemark.
Erst in den 1920er Jahren setzte sich der Glaube an die moderne Technik durch. Man wollte unabhängig von Pferden sein und somit schneller ausrücken können. In Ermangelung eines Angebots durch die Automobilhersteller, bauten findige Handwerker in den kommenden Jahren die vorhandenen Pkw um. Vielfach entschloss man sich vorhandene, oftmals gebrauchte Personenwagen zu Feuerwehrautos umzubauen. So kam es, dass Schweizer Feuerwehrleute im Rolls Royce ausrückten, um einen Brand zu löschen; in Sachsen brauste man per Horch und in Arizona im Cadillac Cabriolet zur Brandstelle, während in Holland ein Ford T oder in Italien ein Fiat Cabrio im Einsatz war. Blaulicht hatten diese Autos noch nicht –zahlreiche wichtige Details wurden, wie beispielsweise die Feuerwehrglocken, von den ehemaligen Kutschen übernommen.
Rolls-Royce Phantom II von 1930 Feuerwehr
Luxus-Karosse im Dienst der Brandbekämpfung: Rolls-Royce Phantom II von 1930.
Das älteste Fahrzeug im Kampf gegen die Flammen in der Sonderschau ist der Vierzylinder von Benz & Cie 14/30 aus dem Jahr 1911, der immerhin mit einer Höchstgeschwindigkeit von mehr als 70 Stundenkilometer zum Einsatzort raste.
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Oldtimer
© Fotoquelle / Bildrechte: Karl Ulrich Hermann, Herbert Breuer
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