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Das Teilnehmerfeld der Sachsen Classic
Autor/Redaktion: Uschi Kettenmann · 18. August 2010
Der Countdown auf dem Platz der Völkerfreundschaft in Zwickau läuft: Am kommenden Donnerstag, 19. August 2010, beginnt dort die 8. Sachsen Classic Rallye 2010. Die Oldtimer-Rallye des Magazins „Motor Klassik“ aus dem Haus Motor Presse Stuttgart führt von Zwickau aus über Oberwiesenthal bis nach Dresden, wo das Feld nach drei Tagen am Samstag, 21. August 2010, vor der Gläsernen Manufaktur durchs Ziel fährt.
Laurin & Klement 300
Das älteste Fahrzeug der Sachsen Classic: ein Laurin & Klement 300 von 1920.
Aus rund 300 Bewerbungen hat das Organisationsteam 180 Raritäten ausgewählt, darunter 30 Modelle aus der Zeit vor dem 2. Weltkrieg. Das Teilnehmerfeld bietet den Zuschauern der „deutschen Mille Miglia“ einen erlesenen Querschnitt aus 70 Jahren Automobilgeschichte. Fahrzeuge 47 verschiedener Fabrikate fahren mit, 20 Marken davon gibt es mittlerweile nicht mehr. Beispiel für eine erloschene aber immer noch hoch angesehene Marke ist Wanderer, die in diesem Jahr ein Jubiläum feiert: 1885, vor 125 Jahren, wurde in Chemnitz die Firma Winklhofer & Jaenicke gegründet, die zwei Jahre später unter der Markenbezeichnung Wanderer Fahrräder auf den Markt brachte. Der Durchbruch im Automobilbau gelang der sächsischen Firma ab 1913 mit einer Kleinwagenserie, die unter der Bezeichnung „Puppchen“ große Popularität errang.
Wanderer W 25 W 52Wanderer W 25 W 52
Fünf Wanderer sind dabei, darunter der W 25 von 1936 (links) und der W 52 von 1937 (rechts)
Wanderer wurde über drei Jahrzehnte ein fester Bestandteil des deutschen Automobilbaus und galt vor allem in den 20er und 30er Jahren des letzten Jahrhunderts als Qualitätsbegriff deutscher Wertarbeit. Das Markenimage von Wanderer war geprägt durch die außerordentliche Zuverlässigkeit dieser Autos und durch ihre einmalige Fertigungsqualität. „Wer wahren Wert will, wählt Wanderer!“ so lautete der Werbespruch für jene Automobile, die bis 1942 in Chemnitz gebaut wurden. Deren Name sorgt noch heute in der Fachwelt und bei vielen Automobilenthusiasten für Anerkennung und Begeisterung. Insgesamt fünf Wanderer-Modelle aus den 30er Jahren fahren bei der 8. Sachsen Classic mit. Aus Anlass des 125. Jubiläums der Firmengründung rollen zwei der Wanderer aus den Jahren 1936 und 1937 als erste von der Startrampe und führen auf allen drei Etappen das Feld an.
Fiat 500 C Topolino  Aston Martin DB 6Fiat 500 C Topolino  Aston Martin DB 6
Von 18,5 bis 325 PS: Fiat 500 C Topolino von 1950 (links) und Aston Martin DB 6 von 1966 (rechts).
Die große Bandbreite des rollenden Automobilmuseums zeigt sich zum einen beim Alter der Fahrzeuge: Ein Laurin & Klement 300 von 1920 ist das älteste Fahrzeug, ein Golf Country aus dem Jahre 1990 das jüngste im Feld. Doch auch leistungsmäßig fallen große Unterschiede auf: Ganze 18,5 PS aus 600 Kubikzentimetern treiben den Fiat Topolino Giardinera Belvedere aus dem Jahr 1950 an. Am oberen Ende der Leistungsskala steht ein Aston Martin DB 6 mit 325 PS. Zweizylinder-Motoren im Trabant sind ebenso vertreten wie die mächtigen Zwölfzylinder in Horch, Ferrari und Rolls Royce oder auch Wankelmotoren in zwei der Fahrzeugen.
Rolls Royce Phantom 3 von 1936 NSU Sport Prinz von 1964Rolls Royce Phantom 3 von 1936 NSU Sport Prinz von 1964
Breites Gewichts-Spektrum: Rolls Royce Phantom 3 von 1936 (links) und NSU Sport Prinz von 1964 (rechts).
Das Fliegengewicht unter den Automobilen ist mit gerade einmal 550 Kilogramm der NSU Sport Prinz von 1964. Dagegen bringt ein Rolls Royce Phantom 3 Baujahr 1936 2,6 Tonnen auf die Waage.
Cadillac Eldorado
Hubraumriese mit 8,2 Litern: Cadillac Eldorado von 1976.
Der Hubraumriese bei der 8. Sachsen Classic stammt natürlich aus den USA: Es ist ein Cadillac Eldorado mit seinem 8,2 Liter V8 Motor. Wunderschöne Autos aus den 50er und 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts sowie Youngtimer aus den 70er und 80er Jahren runden das Feld ab.
Unter den Teilnehmern der 8. Sachsen Classic sind wieder viele Prominente vertreten. Die Schauspieler und Kabarettisten Uwe Steimle und Urban Priol („Neues aus der Anstalt“) gehören mittlerweile ebenso zu den Stammgästen wie auch Prof. Dr. Carl Hahn, ehemaliger Vorstandschef und „Vater“ von VW in Sachsen.
Ford Capri RS 2600
Ex-DDR-Nationaltrainer Ede Geyer fährt im Ford Capri RS 2600 mit.
Prominente Vertreter aus der Autoindustrie wie Reinhard Jung, Vorstandsvorsitzender von Škoda, oder Dr. Ulrich Hackenberg, Entwicklungsvorstand der Marke Volkswagen, sind ebenso dabei wie eine Reihe von Sportlern: Ede Geyer, langjähriger Trainer von Dynamo Dresden und letzter Nationaltrainer der DDR, fährt auf einem Ford Capri RS 2600 aus dem Jahr 1970 mit. Der dreifache Skisprung-Olympiasieger und zweifache Weltmeister Jens Weißflog will sich auf der Etappe von Zwickau nach Oberwiesenthal auch als Motorsportler beweisen, während Renn- und Rallyefahrer wie Ellen Lohr, Matthias Kahle und Peter Göbel oder Luciano Viaro, dreifacher Sieger der Mille Miglia und Erster der Silvretta Classic 2010, im Motorsport bereits einen Namen haben.

Auch in diesem Jahr fahren 30 klassische Motorräder einen Prolog vor dem Starterfeld der vierrädrigen Oldtimer. Der urige Korso startet am 19. August bereits um 10.45 Uhr auf dem Platz der Völkerfreundschaft in Zwickau, Zieleinlauf ist dort ab 15.00 Uhr.
Kategorie(n):
Events
Youngtimer
Oldtimer
© Fotoquelle / Bildrechte: Motorpresse Stuttgart
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