Der Wagen spielt optisch und akustisch in einer eigenen Liga: In diesem Jahr ziert ein McLaren M8 C aus der legendären CanAm-Serie das Plakat des AvD-Oldtimer-Grand-Prix (OGP). Der orangefarbene Supersportler mit den wohlgeformten Flügeln ist nicht allein ein Blickfang. Der satte Sound des 8,8 Liter Achtzylindermotors mit seinen unglaublichen 840 PS geht ins Ohr – und seine „Good Vibrations“ bis in die Zehenspitzen.

Das OGP-Titelauto: McLaren M8 C
Autor/Redaktion: Uschi Kettenmann · 14. Juli 2010
Sein jetziger Besitzer – Harry Read aus Aachen – hat sich mit dem McLaren M8 C einen Traum erfüllt: „Die CanAm war sicher die verrückteste und wildeste Serie, die es je gegeben hat. Es war so gut wie alles erlaubt, es gab keine Regeln und das hat mich unglaublich fasziniert. Als ich dann noch Denny Hulme mit einem McLaren M8 bei einem Rennen auf dem Nürburgring gesehen hatte, hab ich alles daran gesetzt, genau so ein Auto zu bekommen", erzählt Harry Read. Dies ist ihm 2001 gelungen.
| Geht auch 2010 beim OGP an den Start Harry Read und sein McLaren M8 C. |
Der Aachener kaufte den M8 C mit der Chassis-Nummer 70-04 vom Engländer Richard Dodkins und bewegt ihn weiter regelmäßig in der Supersports-Serie. Jedes Rennen ist wie eine Zeitreise in die 1970er Jahre, und mit den kraftstrotzenden Motoren sind nach wie vor auch die damaligen Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 350 Stundenkilometer zu erreichen.
Der M8 C war 1970 beim britischen Autohersteller Trojan gefertigt worden – die übrigens auch Lokomotiven und zwischen 1959 und 1966 den Heinkel Kabinenroller in Lizenz produzierten. Erstbesitzer war der kanadische Geschäftsmann und Motorsportsponsor Dave Billes. McLaren hatte damals zwei Werksautos (gesteuert von Bruce McLaren und Denny Hulme) in der CanAm laufen und dominierte die Serie. Über Trojan bekamen dann auch Privatleute die Chance, die Rennwagen auf die Strecke zu bringen - allerdings die jeweiligen Modelle der vorherigen Saison. Zu erkennen ist dies an der Typbezeichnung, das C steht für "Customer".
Gefahren wurde dieser McLaren M8 C von 1970 bis zum Ende der CanAm-Serie vom Kanadier John Cordts, der damit oft sensationelle Ergebnisse erzielte und gelegentlich auch die übermächtigen Werks-Mclaren übertrumpfte. „Mit John Cordts habe ich noch regelmäßig Kontakt. Es hat sich eine sehr nette Korrespondenz entwickelt und er hat mir auch die Erlaubnis gegeben, seine alte Startnummer 57 auf den Heckflügeln anzubringen", erzählt der jetzige Besitzer Harry Read. "Ich verwalte also die Historie der Chassis-Nummer weiter, auch wenn im aktuellen Rennbetrieb zwangsläufig immer wieder einzelne Teile ausgetauscht und erneuert werden müssen." Ausgeliefert worden war der M8 C ursprünglich übrigens in grün, ist jedoch später mehrmals umlackiert worden und erstrahlt nun in orange, der klassischen Werksfarbe von McLaren. So wird er auch beim 38. OGP (13. bis 15. August 2010) zu sehen sein – und natürlich auch zu hören wie zu spüren.
© Fotoquelle / Bildrechte: AvD, Herbert Steves, Gerhard Prien

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