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180 Kabinenroller beim Messerschmitt-Treffen
Autor/Redaktion: Uschi Kettenmann · 18. Juni 2009
Messerschmitt Kabinenroller
Knapp 180 Messerschmitt Kabinenroller trafen sich im hessischen Nidda.
Vier Tage lang war der hessische Wetteraukreis von Zweitakt-Geknatter erfüllt: Mit fast 180 Fahrzeugen versammelte sich der Messerschmitt-Club Deutschland vom 11. bis 14. Juni 2009 in Nidda zu seinem alljährlichen Vereinstreffen.

Dreh- und Angelpunkt war der Ortsteil Oberschmitten, der von den Zweitakt-Fans für diese Zeit kurzerhand in „Messerschmitten“ umgetauft wurde. Die meisten Teilnehmer zelteten auf dem dortigen Fußballplatz oder hatten ihre Wohnmobile mitgebracht. Viele von ihnen reisten auf eigener Achse an – die weiteste Anfahrt hatten drei Engländer mit knapp 1000 Kilometern einfacher Strecke. Neben den dreirädrigen KR 200 und KR 175 waren auch rund 15 Tg 500 („Tiger“) vertreten, außerdem die seltene australische Version Zeta und zwei Lastenmoped Messerschmitt-Mokuli, die mit einer Höchstgeschwindigkeit von 35 Stundenkilometern zwei Tage lang aus Augsburg nach Nidda unterwegs waren.
Messerschmitt Kabinenroller
Keine Parkplatzprobleme: in der Altstadt von Nidda.
Bei den Ausfahrten nahmen die Ortsansässigen erstaunlich gelassen die Staus in Kauf, die die 180 Fahrzeuge aller Farben und Ausstattungen verursachten. Überall wurde gewinkt und geklatscht – der Messerschmitt Kabineroller wirkt einfach nur sympathisch. Besonders fasziniert waren die Kinder. Auf die Frage eines Fünfjährigen, wie alt denn das Auto sei, und die Antwort „Etwa so alt wie dein Opa“ kam die spontane Antwort des Stöpsels: „Das Auto sieht aber schöner aus!“. Und ein Roadster-Fahrer wurde gefragt, ob denn sein Auto auch eine Kapuze habe...
Messerschmitt Kabinenroller
Auf dem Weg zur Staumauer: im Vordergrund ein Tiger, rechts daneben der seltene Zeta.
50er-Jahre-Museum in Büdingen mit stilechter Milchbar standen ebenso auf dem Programm wie Buderus-Kunstguss-Museum und Umfahrung der Niddatalsperre auf der sonst gesperrten Staumauer.
Etwas zu kämpfen hatten die kleinen Dreiräder mit nur 9,7 PS besonders auf der Steigung zum Hoherodskopf, dem höchsten Berg des Vogelsberggebirges. Für die vierrädrigen Messerschmitt Tiger mit 20 PS und 500ccm war das allerdings kein Problem: Zeigte die Sportversion des Kabinenrollers Ende der 1950er Jahre bei Bergrennen in den Kurven doch öfter mal sogar den Porsches die kleinen Rücklichter.
Messerschmitt Kabinenroller
Gleich geht's auf den Schottenring! Im Vordergrund ein Nachbau des Rekordfahrzeugs von 1955.
An dem beliebten Ausflugsziel boten die Kabinenroller gegen eine Spende Platzrundfahrten an. Das ließen sich viele Ausflügler nicht nehmen: Immerhin über 400 Euro für die Lebenshilfe Gießen – die übrigens mit dem 2. Preis ihrer Oldtimer-Verlosung, einem Volvo PV 544 Baujahr 1966 auch vor Ort war – kamen so zusammen. Auch am Schottenring beim 7. Internationalen ADAC Bergpreis waren die Kabinenroller am 14. Juni eine Hauptattraktion. Zwischen dem ersten und zweiten Lauf bretterten die Messerschmitts über den Ring – was für ein Gegensatz zu Mercedes 190 E, Golf 16V und BMW M3.

Seit seiner Gründung im Jahr 1974 treffen sich die Mitglieder des Messerschmitt-Clubs ein Mal pro Jahr. In den Anfangsjahren traf man sich in Marburg, seit 1999 tingeln die Treffen durch ganz Deutschland. In diesem Jahr war der Ausrichter der Stammtisch Frankfurt-Offenbach – einer der ältesten Stammtische, der bereits seit 1962 besteht.
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© Fotoquelle / Bildrechte: Ulrich Busch
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