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1000 Kilometer und zwei Grenzübergänge: Erlebnis Rallye Triest-Wien
Autor/Redaktion: Uschi Kettenmann · 03. September 2009
Rallye Triest-Wien Porsche 906
Sieger in der Race-Klasse: Porsche 906
Anstrengend war’s – aber die Teilnehmer waren begeistert. Nach vier ereignisreichen Tagen kamen die Teams der 7. Rallye Triest-Wien am Samstag, 29. August 2009, zwar erschöpft, aber dennoch strahlend in der österreichischen Hauptstadt an. Die ausgewählten Strecken mit den einzelnen Etappenorten und die perfekte Organisation sorgte für ausgesprochen gute Stimmung unter allen Teilnehmern.
Rallye Triest-Wien Rijeka Rennstrecke
Auf dem Moto-GP-Ring in Rijeka.
Insgesamt 49 Teams - 30 in der Race-Klasse und 19 Regularity-Klasse – waren am 26. August 2009 im kroatischen Rijeka mit Meeresblick gestartet. Rund tausend Kilometer bis Wien galt es zu absolvieren, zwei Grenzübergänge und 15 bzw. 18 Sonderprüfungen, darunter auf den Rennstrecken in Rijeka und im slowenischen Logatec.
Rallye Wien-Triest Porsche 356 Roadster
Gewannen die Gesamtwertung in der Regularity-Klasse: Mike Menden und Christian Schmidt auf ihrem Porsche 356 Roadster von 1960.
Gleich zu Beginn gab es ein spannendes Duell in der Regularity-Klasse zwischen dem Team Mike Menden/Christian Schmid auf ihrem Porsche 356, Baujahr 1960, und dem Team Josef Panis/Franz Oberger auf ihrem Lancia Flaminia Zagato I von 1959. Menden/Schmid konnten sich ab dem zweiten Tag einen Vorsprung erkämpfen, den sie bis zum Schluss ausbauten – mit 1446 Punkten gewannen die beiden überlegen die Gesamtwertung.
Rallye Wien-Triest BMW 328 Roadster Veritas RS 2000
Veritas versus BMW 328: die beiden silbernen Boliden lieferten sich spannende Zweikämpfe.
Reizvolle Zweikämpfe lieferten sich auch Dr. Albert und Ute Otten auf ihrem wunderschönen BMW 328 Roadster von 1939 und Dr. Lutz Rathenow mit Co Manfred Geisler auf dem legendären Veritas RS 2000, Bj. 1948. Die silbernen Fahrzeuge, die beide in der Vorkriegsklasse starteten, faszinierten nicht nur die Zuschauer, sondern auch die anderen Teilnehmer.
Rallye Triest-Wien Porsche 906
Flotte Flunder Porsche 906: Der Siegerwagen der Race-Klasse
In der Race-Klasse dominierte von Beginn an ebenfalls ein Modell aus Zuffenhausen: der Porsche 906, Baujahr, von Dr. Armin Zumtobel und seiner charmanten Beifahrerin Tina-Maria Monego. Die beiden konnten alle 15 Sonderprüfungen souverän für sich entscheiden und fuhren mit großem Vorsprung in Wien ein.
Rallye Triest-Wien BMW 2002 ti
Mit seinem fahrerischen Können glich Michi Putz im BMW 2002 ti manche PS aus.
Dahinter kämpften die Teams Bernd Langewiesche/Olaf Heupel auf dem „saulackierten“ Porsche 911 3.0 RS, Michael Eschmann/Manfred Schoder auf Porsche 911 S/R 2.5 und dem sensationell fahrenden Michael Putz mit Beifahrer Christoph Kraus auf dem „kleinen“ BMW 2002 ti, der mit seinem Können so manch fehlende Pferdestärke ausglich. Eschmann schied am letzten Tag leider wegen eines Unfalls aus – rollte aber doch tatsächlich noch auf drei Rädern ins Ziel. Das O&O Racing Team auf seiner Alfa Romeo Giulia Super TI hatte ebenfalls einen Unfall, wegen eines verzogenen Rahmen durch die Begegnung mit einem Baumstumpf musste die Giulia auf den Hänger. Auch sonst streikte ab und zu die Technik – doch das zweiköpfiges Pannenfahrerteam des ÖAMTC war immer zur Stelle.
Helfen konnten sie allerdings Corinna Fendt und Melanie Müschgl, eines von drei Damenteams, nicht. Die beiden hatten mit ihrem Fiat Abarth Scorpione 1300 Prototipo aus dem Jahre 1967 etwas Pech. Schon bei der ersten Wertungsprüfung am Donnerstag gab die Zylinderkopfdichtung den Geist auf. Wo bekommt auf die Schnelle eine neue her – und das in Kroatien?
Rallye Triest-Wien Fiat Abarth Scorpione 1300
Corinna Fendt hatte mit ihrem Fiat Abarth Scorpione einige Probleme – nicht aber mit ihrer guten Laune.
Corinna Fendt sah keinen Grund zum Verzagen, verbreitete weiterhin ihre gute Laune und blieb bei ihrem Vorsatz, mit dem Abarth in Wien auf eigener Achse anzukommen. Die Mille Miglia-erfahrene Blondine telefonierte mit Gott und der Welt und schaffte es tatsächlich, bis zum Abend Ersatz zu bekommen.
Rallye Triest-Wien Fiat Abarth Scorpione 1300 Mechaniker
Freude bei Corinna Fendt und Melanie Müschgl: Um kurz vor Mitternacht lief der Wagen wieder.
Auf dem Hänger schraubte der Mechaniker nachts mit Stirnlampe an dem Abarth und brachte den Wagen wieder zum Laufen. Am nächsten Morgen fuhr sie zur nächsten Wertungsprüfung, stellte den Motor kurz ab – und dann sprang er nicht mehr an. Die Zündspule war defekt. Wieder schnappte sich Fendt ihr Telefon und organisierte innerhalb weniger Stunden wieder Ersatz. Wie vorgesehen erreichte das Team Wien auf eigener Achse – dass sie nicht mehr in die Wertung gekommen waren, war völlig unwichtig.
Das Wetter spielte die ersten drei Tage wunderbar mit – strahlender Sonnenschein bis Freitag Abend. Dann brach nachts ein Unwetter los. Die Folge: Samstags vormittags kam ein Anruf: das Zelt, in dem das Mittagessen geplant war, sei von Schlamm und Wasser unterspült und unbenutzbar. Innerhalb von einer Stunde organisierte der Veranstalter einen Ersatz – die Teilnehmer bekamen davon kaum etwas mit.

Eine weitere Herausforderung für das Veranstalterteam war die Sache mit den Polo-Shirts für die Teilnehmer. Der Lkw, der die Shirts nach Rijeka bringen sollte, war trotz vorhandener Papiere am kroatischen Zoll hängengeblieben. Nach vielen Telefonaten und einiger Aufregung wurde der Fahrer von den Behörden nach Österreich zurückgeschickt – und von den Veranstaltern direkt nach Klagenfurt geleitet. So konnten die Teilnehmer am dritten Tag doch noch ihre Polo-Shirts in Empfang nehmen.

Insgesamt acht Personen umfasste das Veranstaltungsteam rund um Silvia Sverak, dazu natürlich die beiden Streckenmeister Gerhard Leeb und Karl Eder, die Zeitnehmer für beide Klassen an den verschiedenen Orten, die Streckenposten der "Österreich Ring Staffel", das zweiköpfige Pannenfahrerteam des ÖAMTC, aber auch Notärzte für den Fall der Fälle – die glücklicherweise nicht gebraucht wurden.
Rallye Triest-Wien Porsche 356 Roadster
So sehen Sieger aus: Trotz Regen natürlich offen auf dem wunderschönen Rathausplatz in Wien.
Der Samstag begann erstmals mit trübem Wetter. Bei der Einfahrt nach Wien regnete es – zwar etwas unangenehm für die Cabriofahrer und die vielen Zuschauer, trotzdem gab es ausschließlich strahlende Gesichter. „Das ist die verdiente Dusche nach 1000 Rennkilometern“, kommentierte ein Teilnehmer den Regen gelassen.
Rallye Triest-Wien Dr. Armin Zumtobel und Tina-Maria Monego
Stolze Sieger: Dr. Armin Zumtobel und Tina-Maria Monego.
Eine wunderbare Veranstaltung lag hinter den Teilnehmern, und das wurde abends mit der Siegerehrung gebührend und ausgelassen gefeiert. Besonders Dr. Thomas Keller, Geschäftsführer des Veranstalters OCC Events, freute sich über den Erfolg und vor allem über die gute Stimmung und die Begeisterung der Teilnehmer. „Alles hat perfekt geklappt – die Zufriedenheit der Teilnehmer ist für uns das allergrößte Lob.“ Er hat sich von allen persönlich verabschiedet – das „Auf Wiedersehen im nächsten Jahr“ war für ihn keine Höflichkeitsfloskel, sondern ernstgemeinter Wunsch. Bei den vielen Wiederholungstätern unter den Teilnehmern könnte dieser 2010 in Erfüllung gehen.
Wer noch mehr Bilder von der 7. Rallye Triest-Wien sehen will: unter www.wientriest.at/static/web_TW09_2/ sind 480 Fotos abgelegt...
Kategorie(n):
Events
Oldtimer
© Fotoquelle / Bildrechte: Thorsten Siems, Thomas Keller
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