Er war Rennfahrer, Unternehmer und Modeschöpfer, vor allem aber ein überragender Autokonstrukteur. Seine weltbekannte Squadra Carlo Abarth fuhr bis 1971 reihenweise Renn- und Klassensiege ein. Anneliese Abarth, langjährige Lebensgefährtin Abarths, hat nun ein Buch über ihre Jahre mit dem vielseitigen Talent geschrieben. Sie zeichnet offenherzig ein lebensnahes Porträt eines Getriebenen, der bei allem, was er anpackte, nach Perfektion und Schönheit strebte.
Die Ecken und Kanten seines leidenschaftlichen Charakters liefern Stoff für zahllose Anekdoten und Legenden: aus den Rennställen der Welt, rund um den Wirtschaftskrimi mit FIAT und aus dem Reich der Mode. Anneliese Abarth, von Carlo „Lisa“ genannt, beschreibt entwaffnend ehrlich, wie sie sich Anfang der 1960er Jahre Abarth regelrecht „angelte“ und bereits beim ersten Treffen fest stand, dass die beiden mehr als nur die Liebe zu schnellen Autos verband.

Carlo Abarth: Ein Genie mit Ecken und Kanten
Autor/Redaktion: Uschi Kettenmann · 23. März 2010
In den folgenden Jahren begleitete Anneliese Carlo Abarth zu allen wichtigen Rennen, fieberte mit, wenn er sich für Tests und Rennfahrten selbst in einen der pfeilschnellen Monoposti zwängte. Dabei erzählt sie auch von seinen cholerischen Anfällen, nach einer Niederlage oder eines Unfalls seines Teams oder bei Unpünktlichkeit seiner Rennfahrer, von seiner glühenden Eifersucht genauso wie von seiner Großzügigkeit und patriarchialischen Sorge um seine Mannschaft. Anneliese war auch Abarths liebstes Fotomodell und Stilikone für seine Modeschöpfungen – für die Abarth-Boutique-Kollektion erhielt er sogar den begehrten Mode-Oscar.
| Carlo Abarth – hier 1965 vor seiner Modellpalette - hielt mit Apfel-Diäten seine Figur. |
Als Carlo Abarth 1971, bedingt durch Inflation, Gewerkschaftsstreiks und sinkende Absatzzahlen, seine Firma an Fiat verkaufen musste, stand ihm Anneliese zur Seite. Besonders schwer traf ihn dabei, dass Fiat die Rennwagenproduktion sofort nach der Übernahme einstellte. Anneliese Abarth zeigt vor allem die bisher unbekannte, private Seite des gebürtigen Österreichers, der sein Leben lang nie richtig italienisch lernte. Entstanden ist eine Liebeserklärung an jenen Mann, der die Rennsportszene in den 1960er- und frühen 1970er-Jahren entscheidend prägte. Zahlreiche bisher unveröffentlichte Bilder aus dem privaten Fotoarchiv von Anneliese Abarth lassen den Charme dieser Zeit wieder aufleben.
Die bibliographischen Angaben:
Abarth, Anneliese: Carlo Abarth. Mein Leben mit dem genialen Autokonstrukteur. München: Herbig 2010, 192 S., 150 Abb., ISBN 978-3-7766-2631-5, 24,95 Euro (D) / 25,65 Euro (A )/ 42,90 chF (UVP)
Abarth, Anneliese: Carlo Abarth. Mein Leben mit dem genialen Autokonstrukteur. München: Herbig 2010, 192 S., 150 Abb., ISBN 978-3-7766-2631-5, 24,95 Euro (D) / 25,65 Euro (A )/ 42,90 chF (UVP)
© Fotoquelle / Bildrechte: Abarth, Messe Stuttgart, Herbig
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TERMINE
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