| Unrestaurierter Originalzustand: Hildebrand & Wolfmüller von ca. 1895. |

Scheunenfund: Hildebrand & Wolfmüller von 1895
Autor/Redaktion: Uschi Kettenmann · 01. März 2010
Bonhams versteigert am 25. April 2010 eines der ältesten Motorräder der Welt: eine Hildebrand & Wolfmüller von ca. 1885. Das unrestaurierte Exemplar im Originalzustand befand sich seit fast 80 Jahren in Familienbesitz.
Es war erste serienmäßige Motorrad der Welt, das die Brüder Heinrich und Wilhelm Hildebrand, ihr Kompagnon Alois Wolfmüller und Mechaniker Hans Geisenhof ab 1893 entwickelten. Im März 1894 gründeten sie in München die „Motorrad-Fabrik Hildebrand und Wolfmüller“ – und prägten damit auch als erste den Begriff Motorrad.
Angetrieben wurde die Neukonstruktion von einem Zweizylinder-Viertaktmotor mit einen Hubraum von 1488 ccm, der 2,5 PS bei 240 U/min leistete. Damit erreichte das Motorrad eine Höchstgeschwindigkeit von über 30 km/h – damals eine unglaubliche Leistung.
Die Münchner bauten ihr Unternehmen aus, in Frankreich wurden das Motorrad in Lizenz unter dem Namen „La Petrolette“ verkauft, doch die Mängel der Neukonstruktion verhinderten einen Verkaufserfolg. Vor allem die komplizierte Handhabung der spiritusbeheizten Glührohrzündung wurde beanstandet. Die Münchner verloren einen Prozess gegen die Franzosen auf Schadenersatz – die Produktion endete Anfang 1897 in einem wirtschaftlichen Fiasko. Wie viele Motorräder von Hildebrand & Wolfmüller gebaut wurden, ist nicht bekannt – die Schätzungen liegen zwischen 800 und 2.000 Exemplaren.
| Seit Anfang der 1930er befand sich das Motorrad in Familienbesitz in den USA. |
Entsprechend rar sind sie heute – in Deutschland steht je ein Exemplar im Deutschen Museum in München und im Deutschen Zweirad-Museum in Neckarsulm.
Um so erstaunlicher ist der von Bonhams nun angebotene Scheunenfund, der am 25. April 2010 auf der International Clasic Motor Cycle Show im englischen Stafford unter den Hammer kommt. Das Motorrad im unrestaurierten Originalzustand befand sich seit den frühen 1930ern im Familienbesitz in den USA. Das Auktionshaus setzt den Schätzpreis auf 40.000 bis 60.000 Pfund (45.000 bis 68.000 Euro) an.
Um so erstaunlicher ist der von Bonhams nun angebotene Scheunenfund, der am 25. April 2010 auf der International Clasic Motor Cycle Show im englischen Stafford unter den Hammer kommt. Das Motorrad im unrestaurierten Originalzustand befand sich seit den frühen 1930ern im Familienbesitz in den USA. Das Auktionshaus setzt den Schätzpreis auf 40.000 bis 60.000 Pfund (45.000 bis 68.000 Euro) an.
© Fotoquelle / Bildrechte: Bonhams

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